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Erweiterung des TuS: Neues Haus für OGS-Kinder in Oberpleis

Erweiterung des TuS : Neues Haus für OGS-Kinder in Oberpleis

Der TuS Oberpleis will die von ihm getragene Offene Ganztagsschule erweitern – und sieht darin eine Form der Zukunftssicherung als Sportverein. Geplant ist ein Gebäude mit Platz für zwei Betreuungsgruppen und einen Sportraum.

Elf Jahre nach der Einweihung seines Vereins- und Betreuungshauses am Kunstrasenplatz am Sonnenhügel plant der TuS Oberpleis die nächste große Investition. Durch ein weiteres Gebäude, das an das vorhandene angebaut werden und künftig an das Kleinspielfeld grenzen soll, soll Platz für zwei weitere Gruppen der Offenen Ganztagsschule (OGS) sowie einen Sportraum geschaffen werden.

An den geplanten Investitionskosten von rund 1,5 Millionen Euro lässt sich auch die Preisentwicklung auf dem Baumarkt ablesen: Die Gesamtkosten des vorhandenen Gebäudes beliefen sich vor mehr als zehn Jahren noch auf 850 000 Euro.

Im Erdgeschoss des Neubaus sollen zwei etwa 50 und 60 Quadratmeter große Gruppenräume für die OGS, im Untergeschoss ein zehn mal 15 Meter großer Sportraum, der auch für Inklusionskonzepte geeignet ist, ein Besprechungsraum und eine Behindertentoilette Platz finden. Das Untergeschoss würde an die Ebene angrenzen, auf der sich im Vereins- und Betreuungshaus die Duschen und Umkleiden befinden. Die Pläne stammen von dem selben Architekturbüro, das das vorhandene Gebäude gebaut hat.

Bebauungsplan muss geändert werden

„Wir haben in den vergangenen Wochen in Abstimmung mit der Stadt ein Konzept entwickelt“, sagt der TuS-Vorsitzende Norbert Seeger. Vor einigen Tagen stellte er die Planung in der Runde der Fraktionsvorsitzenden vor und erhielt viel Zuspruch. Allerdings gab die Verwaltung zu bedenken, dass das Vorhaben zunächst bauplanungsrechtlich geprüft werden müsse.

Gegebenenfalls müsste der vorhandenen Bebauungsplan geändert werden, was Jahre dauern könnte. Auch gibt es einen bestehenden Beschluss des Ausschusses für Schule, Kultur und Städtepartnerschaft, der zur Erweiterung der OGS einen Anbau an die Grundschule Sonnenhügel vorsieht. Dieser Beschluss müsste geändert werden, damit der TuS-Vorschlag zum Zuge kommen kann. Das Votum der eigenen Mitglieder möchte sich der Vereinsvorstand zunächst einmal bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 30. August einholen.

Eine existenzsichernde Maßnahme

Das Finanzierungskonzept sieht vor, dass knapp ein Drittel der Kosten von der Stadt getragen werden, die für die Bereitstellung von OGS-Plätzen zuständig ist und für den Ausbau der Betreuung in Oberpleis 420 000 Euro in den Haushalt eingestellt hat.

Gut zwei Drittel der Kosten hätte der Verein zu tragen. Erhebliche Mittel erhofft sich der TuS aus dem Sportstättenförderungsprogramm des Landes. Zudem rechnet er mit günstigen Kreditkonditionen seitens der NRW-Bank und der Hausbanken. „Da gibt es positive Signale“, so Seeger.

Für seinen Verein sei der Neubau nicht zuletzt eine existenzsichernde Maßnahme. „Auf diese Weise erreichen wir ebenso wie durch die neue OGS am Gymnasium eine Verzahnung mit den Schulen. Auf Dauer können wir Vereine wie unseren nur am Leben erhalten, wenn wir unsere künftigen Mitglieder abholen“, sagt er. Für die sogenannte „OGS II“, die nach den Sommerferien am Gymnasium startet, sind pro Tag 25 bis 30 Schüler angemeldet. „Das ist eine wirtschaftliche Basis, um das zu betreiben“, so Seeger.

Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen

Die OGS, deren Träger der TuS seit 2005 ist, besuchen zurzeit 151 Kinder in Oberpleis und 36 in Eudenbach. Mit den Übermittagskindern in der „Kulen Kiste“ betreut der Sportverein zurzeit insgesamt 219 Kinder. In diesem Jahr wird die OGS um eine Gruppe, das sind 25 Plätze, erweitert. Nach der zweiten Erweiterung im kommenden Jahr sollen es 300 sein – 200 in Oberpleis, 50 in der „Kulen Kiste“ und 50 in Eudenbach.

Der Verein könnte mit der Planung für den Sportraum zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Tagsüber könnten die OGS-Kinder ihn nutzen. Nach 16.30 Uhr stünde er dem Vereinssport zur Verfügung. So könnten dort zum Beispiel Zumba- und Yoga-Kurse oder Rückenschule stattfinden. Seeger könnte sich als Raumausstattung eine Kletterwand, ein Badmintonfeld und einen ausklappbaren Basketballkorb vorstellen. „Mit den Kursen, Basketball und Badminton könnten wir somit drei von vier Sportarten in unserem Verein ein Angebot machen“, sagt er.

Weil es noch viele offene Fragen gibt, möchte sich der Vorsitzende noch nicht auf einen Fertigstellungstermin festlegen. Die von der Stadt vorgegebenen Betreuungskapazitäten für das Schuljahr 2020/2021 werde man jedoch sicherstellen. „Wir sehen uns in der Lage, das notfalls zu überbrücken“, so Seeger.