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Sanierung ist beschlossene Sache: Oberpleiser Haus der Jugend wird in Schuss gebracht

Sanierung ist beschlossene Sache : Oberpleiser Haus der Jugend wird in Schuss gebracht

Das Haus der Jugend in Königswinter-Oberpleis wird ab Ende September saniert. Wenn alles glatt läuft, können die Jugendlichen ihr Domizil ab Februar 2021 wieder in Beschlag nehmen. Die Kosten der Sanierung sollen 641 500 Euro betragen.

Jetzt steht es fest: Das Haus der Jugend in Oberpleis wird saniert. Das beschloss der Stadtrat am Montagabend in seiner letzten Sitzung vor der Kommunalwahl. Ab Ende September soll das Gebäude an der Dollendorfer Straße, das Treffpunkt vor allem für Jugendliche aus dem Bergbereich der Stadt Königswinter ist, in Schuss gebracht werden. Wenn alles glatt läuft, können diese das Haus ab Februar 2021 wieder in Beschlag nehmen.

Obwohl bereits damit begonnen wurde, das Gebäude freizuräumen, war bei der Sitzung des Haupt-, Personal- und Finanzausschusses in der vergangenen Woche die Frage aufgekommen, ob nicht vielleicht doch ein Neubau als investive Maßnahme Vorteile für den städtischen Haushalt hätte. Schließlich ist das Gebäude aus dem Jahr 1937 kräftig in die Jahre gekommen. Bereits im November 2017 hatten der Bau- und Verkehrsausschuss und der Jugendhilfeausschuss die Verwaltung mit der Sanierung beauftragt.

Im Rat legte die Verwaltung nun eine Kostenschätzung für einen Neubau vor. Laut Stefan Sieben, der bei der Stadt für Grundstücke und Gebäude zuständig ist, würde ein solcher Bau an gleicher Stelle mit gleicher Kubatur und einer Nutzfläche von 660 Quadratmetern knapp über zwei Millionen Euro kosten. Abweichungen von 30 Prozent nach oben oder unten seien dabei möglich. Für Planung und Bauzeit müssten zwei Jahre und drei Monate gerechnet werden. Auch bei der wirtschaftlichen Betrachtung beider Varianten sah Kämmerer Dirk Käsbach bei einem Neubau keine entscheidenden Vorteile, wobei Betriebs- und Verbrauchskosten in der Kürze der Zeit nicht berechnet worden seien.

Die Kosten der Sanierung sollen 641 500 Euro betragen. Für Gutachten und Architektenleistungen sind bereits Kosten in Höhe von 92 000 Euro angefallen. Gegenüber dem im Haushalt veranschlagten Budget von 500 000 Euro haben einige nachträgliche Veränderungen zu der Verteuerung geführt. So soll das bisher nur über Treppenanlagen erreichbare Haus der Jugend zukünftig einen barrierefreien Zugang erhalten. Auch auf den Einbau einer Behindertentoilette hat der Träger, die Katholische Jugendagentur Bonn, Wert gelegt – mit der Begründung, dass verstärkt mobilitätseingeschränkte Jugendliche das Angebot nutzen. In einem Schad­stoffgutachten wurde zudem festgestellt, dass die Spachtelmasse der Trockenbauwände im Obergeschoss Asbest enthält. Dazu kommen allgemeine Baukostensteigerungen.

Michael Ridder (Königswinterer Wählerinitiative), der die Neubau-Variante ins Gespräch gebracht hatte, wies darauf hin, dass die Kosten der Sanierung zunächst bei 350.000 Euro, dann bei 500.000 Euro, und jetzt bei 641.000 Euro liegen sollen. „Da kann man schon mal ins Überlegen kommen.“

Bürgermeister Peter Wirtz hielt dem entgegen, dass der erste Betrag lediglich ein Platzhalter gewesen sei und auch bei den in den Haushalt eingestellten 500.000 Euro klar gewesen sei, dass dies sehr knapp kalkuliert sei. Ansonsten herrschte bei der Politik jedoch Einmütigkeit, dass die Sanierung die bessere Variante sei. „Wenn wir jetzt zurückrudern, sitzen die Jugendlichen in zwei Jahren noch auf dem Fußboden“, meinte Björn Seelbach (SPD). Roman Limbach verwies auf die bereits erfolgte Ausschreibung und mögliche Schadensersatzforderungen. „Wir müssen im Hinblick auf die Jugendlichen auch den Zeithorizont sehen. Außerdem ist der Neubau nicht wirtschaftlicher“, sagte er. In rund vier Wochen soll nun mit der Sanierung begonnen werden.