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Kommentar zum Verkauf der Villa Leonhart: Peinliche Anfrage

Kommentar zum Verkauf der Villa Leonhart : Peinliche Anfrage

Hermann Nolden gehört zu den Menschen, die polarisieren. Das betont lässige Auftreten des Gastronomen gefällt manchen Zeitgenossen im Siebengebirge nicht.

Manchem ist es ein Dorn im Auge, dass sich Aushängeschilder wie das Restaurant auf dem Drachenfels, die Villa Leonhart oder das Insel-Café auf Grafenwerth in seinen Händen befinden.

Kritik an seiner Arbeit gab es bisher aber vor allem in seiner Heimatstadt Bad Honnef – auch aus politischen Kreisen. Dort wurde bemängelt, dass er das Insel-Café wegen seiner Aktivitäten in Königswinter zu stiefmütterlich behandele. Sie ließen es sogar auf einen Rechtsstreit ankommen. Das Ergebnis: Nolden blieb Pächter.

Die SPD-Fraktion in Königswinter gehörte bisher noch nicht zu seinen Kritikern. Was die Sozialdemokraten nun bewogen hat, in ihrer Anfrage an Bürgermeister Peter Wirtz auf eine Art und Weise gegen Nolden vorzugehen, die sich schon im Bereich der üblen Nachrede befindet, ist zweifelhaft.

Zumal der Fragesteller Björn Seelbach im Aufsichtsrat der Wirtschaftsförderungs- und Wohnungsbaugesellschaft sitzt, die Nolden das Drachenfelsrestaurant verpachtet und das Grundstück der Villa Leonhart in Erbpacht überlassen hat. Und die sich seit Jahren mit dem Gastronomen dieser beiden Leuchtturm-Projekte in intensiven Verhandlungen befindet.

Da liegt die Vermutung nahe, dass die Kritik zwar vordergründig gegen Hermann Nolden gerichtet ist, in Wahrheit aber der Bürgermeister und die WWG gemeint sind. Und es mehr um politisches Kalkül als um die Sache geht. Peinlich sind nur die handwerklichen Fehler der SPD. So sollte sich auch dort herumgesprochen haben, dass Nolden nicht Pächter, sondern Eigentümer der Villa Leonhart ist.