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Gratulation im Gottesdienst: Pfarrer feiert 50-jähriges Jubiläum in Königswinter

Gratulation im Gottesdienst : Pfarrer feiert 50-jähriges Jubiläum in Königswinter

Eigentlich sollte das Priesterjubiläum ganz groß gefeiert werden. Doch wegen Corona wurde Pfarrer Udo Maria Schiffers in Königswinter zu seinem 50-Jährigen vorerst nur im Gottesdienst gratuliert. Dabei soll es aber nicht bleiben.

Der 2. Juli 1970 war ein Donnerstag. „An diesem Tag hat Kardinal Höffner durch Handauflegung, Gebet und Salbung sieben Mitbrüdern und mir die Priesterweihe erteilt. Dankbar und staunend blicke ich jetzt zurück“, sagte Udo Maria Schiffers in der Pfarrkirche Ittenbach. Eigentlich sollte sein Goldenes Priesterjubiläum ganz groß gefeiert werden. Aber dann kam Corona. Und so gratulierten die Ittenbacher dem Pfarrer, der 1982 sein Amt in Ittenbach antrat und 2014 in den Ruhestand verabschiedet wurde, lediglich während der Messe mit Kaplan Klaus Heep und Diakon Peter Schmitz.

Pfarrgemeinderatsvorsitzender Albert Hemmer machte Schiffers jedoch klar: „Wir werden die Feier mit allem Brimborium nachholen. Da kommen Sie nicht drum herum.“ Schiffers zu Ehren spielte diesmal Johannes Hoffmann stellvertretend für das ganze Ittenbacher Bläsercorps.

Hemmer erinnerte an die enormen Belastungen im Laufe der Zeit. 2005 kamen die Pfarreien Heisterbacherrott und Thomasberg hinzu, später hatte Schiffers zusätzlich noch Oberpleis, Stieldorf und Eudenbach zu betreuen, alles unter dem Begriff Pfarreiengemeinschaft Am Oelberg.

Hemmer sprach Schiffers großes Lob aus: „Sie haben immer zu dem gestanden, was Sie für richtig halten.“ Falls nötig, sei Schiffers auch mal im „priesterlichen Camouflage-Kampfhemd“ zum Generalvikar gefahren, um seinen Standpunkt nachdrücklich zu unterstreichen. Und Hemmer verwies auf die Motorradtouren des Pastors mit Gemeindemitgliedern. Motorrad fährt der 76-Jährige nicht mehr. Aber Hildegard Höller vom Ortsausschuss überreichte ihm in Erinnerung an eine sizilianische Reise einige erlesene Weine.

Schüler von Joseph Ratzinger

Schiffers trug sein Primizgewand, das er in der Pfarrkirche seiner Heimatstadt Bad Honnef vor 50 Jahren angelegt hatte und das ihm von Ehrendechant Wilhelm Grimsehl vermacht worden war. Auch sein Kelch von damals stand auf dem Altar, ein Geschenk des Honnefer Apothekers Walter Schmeetz. Die Geschichte dazu erzählte Schiffers wie folgt: „Das Gefäß hatte er für einen Pater anfertigen lassen, der in den Kongo wollte. Der Fuß ist ganz mit Silber ausgegossen, damit er auf dem Bötchen nicht umkippt. Aber dann ist der Pater ausgestiegen und Apotheker Schmeetz bestimmte, der nächste Primiziant aus Bad Honnef bekommt ihn. Das war ich.“

Honnefs Pfarrer Hubert Wüsten hatte Schiffers beeindruckt. Auch die beiden Religionslehrer Leo Fratz und Peter Quod erwärmten ihn für das Thema Religion. In Bonn und Köln studierte Schiffers. Er gehört zum Schülerkreis von Joseph Ratzinger, dem inzwischen emeritierten Papst Benedikt XVI.   Zwei Jahre verbrachte Schiffers sogar in Rom. „1982 bot mir Kardinal Höffner in Rom die Stelle in Ittenbach an. Dort sollte ich zwei Jahre lang bleiben und in dieser Zeit meine Dissertationsarbeit fertig schreiben“, blickte Schiffers zurück. Die Offenheit vieler Ittenbacher habe seine Freude an der Arbeit als Seelsorger in der Gemeinde verstärkt. So wurden aus 24 Monaten 32 Jahre. Und auch als Ruheständler ist Schiffers Ittenbach treu geblieben.