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Leiter der Wache Ramersdorf im Ruhestand: Polizist Gerd Mainzer bleibt als Rentner engagiert

Leiter der Wache Ramersdorf im Ruhestand : Polizist Gerd Mainzer bleibt als Rentner engagiert

Therapiezentrum, Weißer Ring und noch mehr: Der frühere Leiter der Wache Ramersdorf Gerd Mainzer engagiert sich im Ruhestand in vielfältiger Weise für die Gesellschaft.

Die Langeweile manches Pensionärs kennt Gerd Mainzer nicht. Seit der frühere Leiter der Wache Ramersdorf vor knapp zwei Jahren aus dem Dienst ausgeschieden ist, hat der 64-Jährige eine Fülle von Ehrenämtern übernommen.

Bei seinem Abschied hatte der Thomasberger, der als Polizist für Beuel, Bad Honnef und Königswinter zuständig war, bereits angekündigt, sich noch mehr als zuvor in die Gesellschaft einbringen zu wollen. „Gartenarbeit ist schön, aber doch nicht alles“, meinte er damals.

Nachdem Mainzer bereits seit sechs Jahren Vorsitzender des Musikzugs Bergklänge ist, hat er vor zwei Jahren auch den Vorsitz im Förderverein des Therapiezentrums in Bonn-Pützchen übernommen. Seit vergangenem Jahr ist er zudem Stadtbeauftragter der Bonner Malteser und Leiter der Außenstelle des Weißen Rings im Kreis Ahrweiler.

Und damit nicht genug. Der 64-Jährige agiert auch noch als stellvertretender Vorsitzender des Kirchengemeindeverbands Königswinter Am Oelberg und somit als Vertreter von Pfarrer Markus Hoitz. Dort kümmert er sich um Personalangelegenheiten. Von 2012 bis 2014 war Mainzer Präsident des Lions Clubs Bonn-Venusberg. Dem Vorstand des Turn- und Sportvereins (TuS) Oberpleis gehört er ebenfalls an.

Die Ämterhäufung hat für Mainzer nicht unbedingt damit etwas zu tun, dass er nicht Nein sagen kann. Er wurde immer gefragt. In seinen Funktionen setze er vielmehr nur die Dinge fort, die ihm in seinem Beruf bereits besonders wichtig gewesen seien. Zum Beispiel beim Weißen Ring. „Die Prävention, also vorbeugend tätig zu werden, liegt mir am Herzen“, sagt er. Dass er dies nach jahrelanger Mitarbeit beim Bonner Weißen Ring jetzt im Kreis Ahrweiler macht, ist eine Reminiszenz an seine Herkunft: Er stammt aus Walporzheim.

Rund 120 Fälle pro Jahr seien dort zu bearbeiten. Die Zusammenarbeit mit Polizei, Jugendämtern und Frauenhäusern, Seniorenbeauftragten und Vereinen bereite ihm Freude. Ein besonderer Fokus liege dabei auf der älteren Generation. „Alte Menschen, die allein sind, werden häufiger Opfer von Gewalt als solche, die gut vernetzt sind“, sagt er. Aber auch in Schulen sei man präsent. Man versuche auch hier, bei der jungen Generation präventiv zu wirken und die Zivilcourage zu stärken. „Viele Menschen verfallen ja in eine Schockstarre, wenn zum Beispiel jemand zusammengeschlagen wird“, sagt Mainzer.

Der soziale Aspekt steht für ihn auch bei den Maltesern im Vordergrund. Der Kontakt ergab sich, weil Mainzer in seinem Beruf immer wieder zu Veranstaltungen oder Festen eingeladen wurde. Als ehrenamtlicher Vorsitzender der hauptamtlichen Bonner Malteser übernimmt er Repräsentationsaufgaben und bemüht sich um zusätzliche Angebote. Dazu gehört zum Beispiel ein Besuchsdienst mit Hund in einem Ramersdorfer Altenheim oder ein Herzenswunsch-Krankenwagen, der mit älteren Menschen zum Einkaufen fährt. Das Stichwort lautet für Mainzer auch hier: soziale Teilhabe. Auch eine neue Jugendabteilung soll bei den Maltesern aufgebaut werden.

Beim Therapiezentrum Bonn geht es ebenfalls darum, für die 54 behinderten Bewohner in Pützchen Möglichkeiten der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu organisieren, für die sonst keine Krankenkasse die Kosten übernimmt. Zum Beispiel durch Benefizkonzerte. Von deren Erlös können die Bewohner sogar in den Urlaub fahren. „Das alles macht mir sehr viel Freude“, sagt Mainzer. Langeweile wird bei dem ehemaligen Polizisten, dessen Sohn Simon in seine Fußstapfen tritt, jedenfalls keine aufkommen.