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Fusion der evangelischen Talgemeinden: Presbyterien bringen Fusion voran

Fusion der evangelischen Talgemeinden : Presbyterien bringen Fusion voran

Am 1. Januar 2022 soll sie an den Start gehen: Die neue Evangelische Kirchengemeinde Oberkassel-Königswinter.

Vor dem Kirchturm an der Friedenstraße in Niederdollendorf gab es Sekt: Die evangelischen Pfarrer Anne Kathrin Quaas, Sophia Döllscher und Carsten Schleef stießen mit den Presbytern aus den evangelischen Kirchengemeinden Oberkassel/Dollendorf und der Altstadt Königswinter auf die neu gegründete Gemeinde an. Bei der Sondersitzung im Niederdollendorfer Gemeindehaus, in der Mitte der neuen Gemeinde, fassten sie rechtliche Beschlüsse, die das Landeskirchenamt ebenso genehmigen muss wie das neu kreierte Siegel der künftigen Konstellation mit dem Namen „Evangelische Kirchengemeinde Oberkassel-Königswinter“. Es zeigt Wellen, Kreuz und Taube mit Strahlen und den Gemeindenamen als Umschrift.

Am 1. Januar 2022 soll die neue Kirchengemeinde an den Start gehen – zu den jeweils 1800 Christen aus Oberkassel und aus Dollendorf kommen die rund 800 Christen aus der Altstadt hinzu. Deren drei Presbyter werden das bisherige Presbyterium von Oberkassel/Dollendorf verstärken. Festzulegen war auch der Bekenntnisstand, der künftig mit „uniert-reformiert“ angegeben wird. Denn die Prägungen waren in der Vergangenheit unterschiedlich: In der Gemeinde Oberkassel/Dollendorf ist sie reformiert, die Gemeinde Königswinter hat bisher eine lutherische Prägung; nun vereinigen sie sich unter dem reformierten Dach.

Auch über die Gottesdienstordnung wurde abgestimmt: In den drei Bezirken Oberkassel, Dollendorf und Altstadt werden künftig regelmäßige Gottesdienste stattfinden. Die Festlegung der Gemeindegrenzen, die Überleitung des Personals, die Finanzen und Immobilien waren weitere Punkte im Beschlusspaket. Quaas: „Das ist ein gemeinsamer Prozess, wir sind alle auf Augenhöhe.“ Der Stress sei eher die Teilung gewesen.

Auslöser war der überraschende Wegzug der Pfarrerin der Gemeinde Königswinter/Ittenbach im Sommer 2019, deren Pfarrstelle nicht mehr neu ausgeschrieben werden konnte. Verschiedene Konstellationen wurden diskutiert. Das Ergebnis: Neben Oberkassel/Dollendorf/Königswinter gehen auch die Bezirke Aegidienberg/Ittenbach/Oberpleis/Stieldorf zusammen.

Die bisherige Gemeinde Heisterbacherrott und Stieldorf trennte sich. Anne Kathrin Quaas: „Es ist bedauerlich, dass Heisterbacherrott nicht dabei ist, wir wollten uns eigentlich gut aufstellen in einen Berg- und einen Talbereich.“

Schmerzlich war die Trennung auch für Königswinter und Ittenbach. Für den Zusammenschluss war ein ausgeglichener Haushalt Voraussetzung. Quaas: „Keiner durfte mit einem Minus in die Fusion reingehen.“ So wurde ein Mietgebäude in der Altstadt verkauft, um den Haushalt zu konsolidieren. Der Erlös wurde zwischen Altstadt und Ittenbach geteilt. „Durch die Fusion haben wir viele historische Kirchen“, verweist Quaas auf ein weiteres nicht unbedeutendes Detail.

Nach dem rechtlichen Teil sind nun noch die „weichen Faktoren zu klären“, so Quaas. Noch vor den Sommerferien, am 3. Juli, werden die Presbyter auf einem Klausurtag das zukünftige Gemeindeleben in den Blick nehmen und einen Plan erstellen. Bereits in den vergangenen zwei Jahren fand ein gemeinsamer Konfirmandenunterricht statt. „Das geht gut. Die Leute aus der Altstadt kommen gerne hierher“ , so die Pfarrerin. „Wir wollen im Sommer viele Aktivitäten machen, bei denen sich die Gemeindeglieder begegnen können.“