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Gasthaus in Königswinter: Rauschendorfer Hof hat wieder geöffnet

Gasthaus in Königswinter : Rauschendorfer Hof hat wieder geöffnet

Im vergangenen Herbst hat der Rauschendorfer Hof geschlossen, die Zukunft der Gaststätte war ungewiss. Nun hat das Haus wieder geöffnet. Der kleine Saal wird aber noch renoviert.

Der kleine Ort Rauschendorf im Kirchspiel Stieldorf ist das wasserreichste Dorf in NRW. Jetzt fließt dort auch wieder das Bier: Am Samstag wurde der Rauschendorfer Hof wiedereröffnet, nachdem der frühere Eigentümer im Frühjahr 2019 verstorben war und der letzte Pächter aus Altersgründen im Herbst aufgehört hatte.

Alexander Abeln, der in Rauschendorf eine Haustechnik-Firma betreibt, und seine Mutter Regina Kurscheid hatten daraufhin das Haus erworben und mit Thomas Steinhorst auch einen Pächter gefunden.

Die Freude bei den Vereinen, vom Brauchtums- bis zum Bürgerverein, war groß. Viele Rauschendorfer kamen, um zu gratulieren, und brachten Blumen. Und der MGV Gemütlichkeit Rauschendorf, der hier künftig wieder seine Proben abhalten will, grillte für die Eröffnungsgäste, die sich im Hof niedergelassen hatten. MGV-Vorsitzender Heinz Stümper betonte: „Wir wünschen viel Erfolg und viele Gäste.“

Stadtfahne für das Gasthaus

Bürgermeister Peter Wirtz überreichte eine Stadtfahne für das Gasthaus, das direkt am Heinrich-Kurscheid-Platz liegt. Heinrich Kurscheid, der sich mit Leidenschaft für den Ort engagierte, war Regina Kurscheids Vater und Alexander Abelns Großvater. „Unsere Familie ist in Rauschendorf verwurzelt. Uns war es ein großes Anliegen, die Kneipe für das Dorf zu erhalten“, sagte Abeln.

Auch Wirtz war dafür dankbar. „Es gab auch andere Interessenten, die nicht an eine Kneipen-Nutzung dachten. Der Rauschendorfer Hof ist nicht nur für Rauschendorf von Bedeutung, sondern auch für Bockeroth und Stieldorf. 2,2 Kilometer sind es vom früheren Op dr’ Hüh in Bockeroth bis hierher.“

Als im vergangenen Herbst das Wirtshaus in Rauschendorf schloss und dessen Zukunft noch ungewiss war, fürchteten nicht wenige Bürger und Vereine, dass nun auch die letzte richtige Kneipe im Kirchspiel Vergangenheit wäre und damit kein Ort für Versammlungen und Feste zur Verfügung steht. Wirtz: „Der Rauschendorfer Hof ist auch Ersatzlokal für die noch nicht gefundene große Lösung für das Kirchspiel.“

Es wurde auf Vordermann gebracht. Der Sanitärbereich wurde saniert, die Elektrik erneuert, die Räume erhielten einen neuen Anstrich. Der kleine Saal, der sich für Veranstaltungen anbietet, wird noch renoviert. 60 Personen können in aktueller Corona-Bestuhlung im Biergarten sitzen und 48 im Schankraum. Das kleine Lädchen im Haus soll noch umgebaut werden. Abeln: „Im Idealfall bekommen wir hier eine Bäckerei oder ein Nahversorgungslädchen hinein.“

Wirt Thomas Steinhorst lebt seit vier Jahren in Rauschendorf. Der gebürtige Honnefer ist hauptberuflich kaufmännischer Angestellter, betrieb auch schon einen Lebensmittelladen. Bei ihm gibt es Weine aus Oberdollendorf, aber auch Bier sowie Speisen von der Jausenkarte. Alles gut – das Ortszentrum mit Kapelle, Denkmal und Brunnen hat nun auch wieder sein Wirtshaus.