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Dackel zeigen ihre besten Seiten: Schaulaufen am Haus Schlesien für vierbeinige Models

Dackel zeigen ihre besten Seiten : Schaulaufen am Haus Schlesien für vierbeinige Models

Ordentliche Körperbehaarung und kräftiger Bartwuchs waren Trumpf: Der Deutsche Teckelklub lud zur Zuchtschau am Haus Schlesien.

„Wonda“ ist eine echte Laufstegschönheit: ein schön geformter Kopf, knappe, aber harsche Körperbehaarung und kräftiger Bartwuchs, stellt der Fachmann fest. Auch was die Anatomie betrifft, gibt es nichts zu meckern: „Der Bodenabstand ist sehr gut. Der Stand vorne schön parallel.“ Da kann man als Zuchtrichter großzügig darüber hinwegschauen, dass die Dackeldame „hinten vielleicht ein bisschen breit steht“. Das Urteil von Dieter Schlöder lautet „vorzüglich“, was natürlich Musik in den Ohren der stolzen Hundebesitzer ist.

Bereits zum 20. Mal hatte die Gruppe Siegburg des Deutschen Teckelklubs zur alljährlichen Zuchtschau in das Haus Schlesien in Heisterbacherrott eingeladen. Dachshunde verschiedener Haarart und Größe, im Fachjargon Teckel genannt, wurden dabei den strengen Augen des Zuchtrichters aus Essen präsentiert.

Kleine Hunde mit großen Namen

Wenn man wie „Disel von der Margarethenhöhe“, „Quincy von der Josefshöhe“ oder „Obelix von der Kurischen Nehrung“ ein „von“ im Namen führt, steht die edle Abstammung quasi außer Frage. Doch ganz gleich welcher Name und welche Herkunft, die Bewertungskriterien waren für alle Vierbeiner dieselben, unterschieden wurde lediglich nach Alter und Haarart, nämlich Rauhaar, Kurzhaar oder Langhaar.

In die Kategorie Zwergdackel fällt, wer maximal 35 Zentimeter Brustumfang hat. Kaninchen-Teckel liegen mit zarten 30 Zentimetern und kleiner sogar noch darunter und sind somit quasi eine Miniaturausgabe der ursprünglich für die Jagd gezüchteten Hunderasse.

Gesamterscheinung, Körperbau, Behaarung, Gebiss – soll der Dackel prämiert werden, muss alles stimmen. Juror Schlöder entgeht kein Makel: „Die Hinterhand ist noch nicht ganz fest, da schaukelt es noch ein wenig“, stellt der Teckel-Experte bei „Quincy“, genannt „Fiete“, fest. Auch der Bart sei noch nicht so entwickelt, wie er es im Alter von zehn Monaten schon sein dürfte – „aber er ist da, das ist am wichtigsten“.

Komplimente für "Fiete"

Der „dunkelsaufarbene“ Kandidat nimmt das Urteil schwanzwedelnd entgegen. Immerhin hatte er ja zuvor schon reichlich Komplimente, unter anderem für seine gute Bemuskelung, geerntet. Auch für Fiete gibt es am Ende ein „vorzüglich“, sehr zur Freude von Besitzer Toni Langhans: „Besser geht es ja nicht.“ Der Frechener ist nicht etwa Züchter, sondern nimmt eigentlich nur an der Show teil, „um mal zu gucken, wie Fiete sich so macht und entwickelt“.

Doch nicht jeder Vierbeiner scheint eine Karriere im Modelbusiness anstreben zu wollen. Für „Cilly vom Hirschsprungtal“ und ihre Besitzerin läuft der Einstieg ins Schaugeschäft nicht wie geplant. Die knapp zweijährige Hundedame hält nämlich gar nichts davon, sich auf dem grünen Teppich im Innenhof des Hauses Schlesien zu präsentieren.

Statt aufmerksam hinter ihrem Frauchen „herzudackeln“, setzt sie sich lieber hin und lässt sich zu allem Überfluss an der Leine über den Laufsteg ziehen – da hilft auch gutes Zureden nicht viel. „Mit mir nicht“, scheint sich Cilly zu denken. So kann es am Ende natürlich keine Bewertung geben, da mag der Kopf noch so schön geformt, der Bart noch so kräftig sein.

Cillys Frauchen nimmt es ihrem Liebling nicht krumm, zumal Schlöder überzeugt ist, dass Mensch und Hund „mit ein bisschen Training und Übung“ bestimmt noch gemeinsam Spaß daran finden werden, sich auf dem tierischen Laufsteg zu präsentieren.

Ganz gleich ob mit oder ohne Bewertung, für alle Teilnehmer gab es am Ende von Schauleiter Norbert Gödtner und seiner Frau Gisela, Vorsitzende der Gruppe Siegburg, eine Schmuck-Urkunde, eine Plakette und ein Erinnerungsgeschenk. Obendrein durften alle Kandidaten mit dem Urteil „vorzüglich“ noch eine Finalrunde drehen: Wer sich hier am besten präsentierte, konnte zusätzlich einen der begehrten Pokale mit nach Hause nehmen.