Sponsorenlauf bringt 22.000 Euro Schüler aus Königswinter sammeln Spenden für Flutopfer an der Ahr

Königswinter · Mit einem Sponsorenlauf haben Schüler der Christophorus-Schule in Königswinter fast 22.000 Euro für Flutopfer an der Ahr gesammelt. Wegen eines Hackerangriffs konnte das Geld erst jetzt an die Aktion Deutschland Hilft übergeben werden.

 Linus, Lasse und Victoria (vorne von links) haben mit weiteren Schülern sowie mit Lehrern einen Spendenlauf für Flutopfer an der Ahr organisiert. Manuela Roßbach (Mitte, Zweite von links) vom Verein Aktion Deutschland Hilft hat den Spendenscheck entgegengenommen.

Linus, Lasse und Victoria (vorne von links) haben mit weiteren Schülern sowie mit Lehrern einen Spendenlauf für Flutopfer an der Ahr organisiert. Manuela Roßbach (Mitte, Zweite von links) vom Verein Aktion Deutschland Hilft hat den Spendenscheck entgegengenommen.

Foto: Frank Homann

8500 Runden sind Schülerinnen und Schüler der Christophorus-Schule in Königswinter für Flutopfer an der Ahr gelaufen. Das Ergebnis des Sponsorenlaufs nennt Manuela Roßbach, Vorsitzende des Vereins Aktion Deutschland Hilft, „großartig“. Knapp 22.000 Euro konnten die 841 Jungen und Mädchen, die mitgemacht haben, sammeln. Freunde, Familien und private Firmen haben jede Runde der Läufer dafür mit einem festen Betrag unterstützt.

Die Idee zum Lauf stammt von Schülern der elften und zwölften Klasse, die den Flutbetroffenen an der Ahr helfen wollten. Innerhalb von vier Wochen stellten sie die Aktion auf die Beine. Am 27. Oktober wurde der Startschuss gegeben. Dann wurde eine Woche lang der Sportunterricht der fünften bis zehnten Klassen fürs Rennen für den guten Zweck genutzt. Da die Oberstufenschüler zu dieser Zeit in Prüfungen steckten, konnten sie selbst nicht mitlaufen, freuen sich aber umso mehr über den Erfolg der von ihnen angestoßenen Aktion.

Flut hinterlässt bei Schülern tiefen Eindruck

Dass der Spendenscheck erst am Freitag in die Hände von Manuela Roßbach übergeben werden konnte, ist eine späte Folge des Hackerangriffs auf die Zentrale des Christlichen Jugenddorfwerks Deutschland im schwäbischen Ebersbach Mitte November 2021, von der auch Außenstellen betroffen waren und der bis heute Auswirkungen hat. „Wir hatten lange keinen Zugriff auf das Konto, auf dem das Geld lag“, sagt Schülervertreter Linus Neunkirchen.

Dass so ein Hochwasser auf einmal ganz in der Nähe alles mit sich reißt und knapp 140 Menschen das Leben kostet, hat bei den Jugendlichen einen tiefen Eindruck hinterlassen. „Man konnte sich das in Deutschland nicht vorstellen“, sagt Schüler Alexander van Allen. Der 16-jährige Enric Breuer erzählt, dass eine Freundin von ihm gerade in einem Hotel im Ahrtal war, als die Flut kam, und ihm Fotos von dort geschickt hat. Linus Neunkirchen verfolgte an diesem Tag mit Unglauben, wie der Bach in der Nähe seines Hauses immer größer wurde. „Der war ganz schnell dreimal so groß“, sagt der 17-Jährige. Und die Hochwasserkatastrophe hatte noch etwas anderes zur Folge: Mittlerweile haben sich die Schüler die Warnapp Nina oder Katwarn auf ihren Smartphones installiert.

Vorsitzende von Aktion Deutschland Hilft bietet Schülern an, an Ahr zu fahren

Das Geld des Sponsorenlaufs landet nun im Topf der Aktion Deutschland Hilft, die es dann an Flutbetroffene ausgeben wird. Eigentlich hatten sich die Schüler gewünscht, dass sie konkret eine Schule benennen können, an die das Geld gehen soll. Diesen Wunsch konnte der Verein den Jugendlichen nicht erfüllen, da das die gesetzlichen Vorgaben dem gemeinnützigen Verein nicht erlauben. Allerdings macht Manuela Roßbach den Schülern ein anderes Angebot. „Wenn wir mit dem Verein wieder ins Ahrtal fahren, könnt ihr mitkommen.“ So könnten die Schüler vor Ort sehen, was der Verein macht, wo das Geld ankommt. „Wir wollen da transparent sein“, sagt Roßbach weiter.

Dass die Vorsicht im Umgang mit Unwetterwarnungen seit der Hochwasserkatastrophe viel größer ist, merken die Schüler auch am Tag der Scheckübergabe. Sie werden aufgrund einer Warnung vor einer schweren Unwetterlage eher nach Hause geschickt.

Die letzte Reise von U-Boot U17
Partys, Geisterfahrt auf der Autobahn und Livestream Die letzte Reise von U-Boot U17