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Gymnasium am Oelberg: Schul-Inszenierung mit Grusel-Faktor

Gymnasium am Oelberg : Schul-Inszenierung mit Grusel-Faktor

Es sollte etwas "Dunkles" sein, ein Krimi, am besten mit Gruselfaktor - und das ist den Schülern der Theater AG des Gymnasiums am Oelberg auch gelungen. Man könnte auch sagen: das Ergebnis der Proben für das aktuelle Theaterstück ist "mörderisch gut" geworden.

Gespannt verfolgten zahlreiche Zuschauer gestern Abend in der Aula des Schulzentrums in Oberpleis die grausige Geschichte von "Dr. Jekyll und Mr. Heyde", die die jungen Schauspieler überzeugend auf die Bühne brachten. Eine Wiederholung gibt es heute um 19.30 Uhr.

Da es keine jugendgerechte Vorlage des berühmten Romans von Robert Louis Stevenson fürs Theater gab, hat Birgit Völker, die die AG seit drei Jahren leitet, das Stück selbst umgeschrieben - natürlich angelehnt an das Original und nicht minder schaurig. Die Geschichte handelt von der düsteren Begebenheit einer Identitätsspaltung: Der anerkannte und integre Chemiker Dr. Jekyll (Luca Anthony) mischt in seinem Laboratorium einen Trank, der es ihm ermöglicht, seine dunkle Seite abzuspalten und sie in Person von Mr. Hyde (Amina Saleh) auf die Straßen Londons zu entlassen. Dort geschieht Schreckliches: mehrere Morde ereignen sich.

Eingerahmt und begleitet werden die Protagonisten rund um Jekyll und Hyde von zwei weiteren berühmten Kriminalgestalten des 19. Jahrhunderts: Sherlock Holmes (Torben Pantring) und sein Assistent Watson (Joscha Sauer), die zwar nicht im Original-Roman, aber in der "Schülerversion" mitmischen.

Die Schauspieler sind zwölf Schüler aus den Jahrgangsstufen 7 bis Q1, einige davon bringen bereits viel Bühnenerfahrung aus den letzten Jahren mit, andere stehen zum ersten Mal vor Publikum im Rampenlicht. Unterstützt wird die Theater AG zudem durch mehrere Statisten, zwei Musiker und die Technik AG des Gymnasiums. "Es ist einfach toll, dass mittlerweile so viele mitmachen", freut sich Völker über das Engagement und die Begeisterung, mit der die jungen Leute bei der Sache sind. Dank raffinierter Licht- und Toneffekten gelingt es, besonders viel Stimmung und Atmosphäre zu erzeugen - das "Gänsehaut-Feeling" beim Publikum ist also durchaus erwünscht.

Darum handelt es sich auch nicht um eine moderne Inszenierung: "Wir haben zwar kein historisches Bühnenbild, aber es ist die Geschichte von vor 100 Jahren und auch die Sprache von vor 100 Jahren", so Völker. Eine Geschichte, die zumindest an einer Stelle aktueller ist denn je: Dort ruft ein Zeitungsjunge die Nachricht aus, dass die Unabhängigkeit Schottlands gefordert wird. qg

Der "Seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Heyde" ist am Donnerstag um 19.30 Uhr in der Aula des Schulzentrums Oberpleis zu sehen. Der Eintritt kostet fünf, für Schüler vier Euro.