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Siebengebirge: Wasserversorgung ist trotz Trockenheit sicher

Anhaltende Trockenheit : Wasserverbrauch im Siebengebirge teilweise verdoppelt

Um die anhaltend heißen Tage erträglich zu machen, brauchen die Menschen vor allem eins: Wasser. Teilweise doppelt so viel Wasser wie sonst fließt zurzeit durch die Hähne im Siebengebirge. Dennoch brauchen die Bürger keine Sorge zu haben.

Plantschen im Pool, Blumen gießen, Rasensprenger, Gartendusche – um die anhaltend heißen Tage erträglich zu machen, brauchen die Menschen vor allem eins: viel Wasser.

Der Verbrauch ist seit dem vergangenen Wochenende stark angestiegen, vermelden die Wasserversorger. Ein Drittel mehr fördert die Bad Honnef AG (BHAG) derzeit für 11.000 Haushalte in Bad Honnef und Unkel. 60 Prozent mehr als vor Beginn der aktuellen Hitzewelle verbrauchen die Kunden der Rhenag, die den Königswinterer Bergbereich versorgen, sagt Unternehmenssprecher Detlev Albert.

Wasserverbrauch hat sich verdoppelt

Sogar eine Verdopplung des Wasserverbrauchs verzeichnet der Wasserbeschaffungsverband (WBV) Thomasberg, von dem rund 11.000 Haushalte mit insgesamt 33.000 Bewohnern im Bergbereich von Königswinter das frische Nass beziehen. „An Werktagen“, betont der technische Leiter Michael Heinze. „Am Wochenende war der Verbrauch sogar 120 Prozent höher als sonst.“

Während es bereits Kommunen in Nordrhein-Westfalen gibt, die ihre Bewohner zu Sparsamkeit mit dem Wasser aus der Leitung anhalten, haben die hiesigen Betriebe keine Schwierigkeiten, genügend Wasser für die unter der Hitze leidenden Siebengebirgler ranzuschaffen. „Wenn überhaupt, wird eher der Transport schwierig“, sagt Albert. Das liege daran, dass alle Kunden praktisch zeitgleich den Hahn aufdrehen, erläutert er. „Beispielsweise abends, um die Blumen zu gießen oder den Rasensprenger in Betrieb zu nehmen.“ Vereinzelt komme es dann auch schon mal zu Problemen mit dem Wasserdruck.

In trockenen Sommern bedeckt das Wasser nur knapp den Boden: das Regenrückhaltebecken in Oelinghoven. Foto: Frank Homann

Nach Alberts Einschätzung ist das aktuell heiße und trockene Wetter aber nur ein Grund für den gestiegenen Verbrauch. Er stellte außerdem einen Corona-Effekt fest. „Viele Leute verbringen einfach deutlich mehr Zeit zu Hause und im eigenen Garten als in den vergangenen Jahren“, sagt er. Und in der Erwartung, dass die Freibäder geschlossen blieben, hätten sich wohl auch besonders viele einen Pool für den Garten angeschafft. Dazu komme ein gestiegenes Interesse am Gärtnern.

Auch Heinze vermutet in jedem zweiten Garten im Siebengebirge einen Pool. Zum steigenden Verbrauch dort trägt auch die Landwirtschaft bei. Die Obstbauern würden ihre Früchte in Tunneln ziehen, die mit einer Berieselungsanlage ausgestattet seien, so Heinze. „Und je heißer und trockener es ist, desto mehr Wasser brauchen die Pflanzen.“

Zusätzliches Wasser aus Wahnbach-Talsperre

Aus den Brunnen im Siebengebirge holt der WBV Thomasberg das Wasser für seine Kunden. Zusätzlich wird Wasser aus der Wahnbach-Talsperre dazu gemischt. Das sei auch in normalen Zeiten schon so, erklärt Heinze. Das Talsperren-Wasser soll dafür sorgen, das harte Wasser aus den Brunnen weicher zu machen. Wenn es eng wird mit der Versorgung, gibt der WBV mehr Talsperren-Wasser zu.

Probleme mit der Versorgung befürchtet Heinze deshalb auch für die Zukunft nicht. „Wir sind gut vernetzt“, nennt er als Grund. Nicht nur die Wahnbach-Talsperre steht als Notfallreservoir zur Verfügung, der WBV arbeitet außerdem mit der Stadt Bonn und der Bad Honnef AG zusammen, die die Bad Honnefer mit Wasser beliefert.

Auch der Wasserdruck sei im Königswinterer Bergbereich konstant. „Unsere Netze sind auf Spitzen ausgelegt“, sagt Heinze. Dazu zählen beispielsweise Löscheinsätze der Feuerwehr. Heinze verweist außerdem auf die großen Speicher. „Wir sind gut ausgerüstet.“

Obwohl es derzeit keinen Wassermangel gibt, appelliert Michael Heinze trotzdem an seine Kunden ebenso wie an die der anderen Versorger im Siebengebirge, kein Wasser zu verschwenden. „Wir alle sollten achtsam damit umgehen.“