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Sonderausstellung in Königswinter: Siebengebirgsmuseum zeigt Werke von Carl Schmitz-Pleis

Sonderausstellung in Königswinter : Siebengebirgsmuseum zeigt Werke von Carl Schmitz-Pleis

Unter dem Titel „Sommergäste am Rhein“ zeigt das Siebengebirgsmuseum Bilder von Carl Schmitz-Pleis, der eine ganz besondere Verbundenheit zum Bergort hatte. Eine Blickpunkt-Ausstellung rückt die Godesburg in den Fokus.

Der erste Sommergast ist eingetroffen: Es handelt sich um den Maler Carl Schmitz-Pleis, dessen Bilder ab sofort im Rahmen einer neuen Ausstellungsreihe im Siebengebirgsmuseum in Königswinter zu sehen sind. Unter dem Titel „Sommergäste am Rhein“ zeigt das Museum Werke von Künstlern, die eine besondere Verbindung zum Siebengebirge hatten und sich von der hiesigen Landschaft inspirieren ließen.

Schmitz-Pleis gehört zweifellos dazu. Zwar lebte und arbeitete der 1877 nahe Hennef geborene Maler in Düsseldorf, doch in Königswinter war er regelmäßig zu Gast. Durch seinen Bruder Heinrich, der als Küster in Oberpleis tätig war, entwickelte der Künstler – der ursprünglich nur Schmitz hieß – sogar eine so große Verbundenheit zu dem Berg­ort, dass er seinen Nachnamen um den Zusatz Pleis ergänzte. Zahlreiche Landschaftsbilder zeugen von seiner Liebe zur Region – Bilder, die nicht nur den Rhein oder den Drachenfels zeigen, sondern vor allem das romantische Pleiser Hügelland. „Das ist toll“, dachte sich Museumsleiterin Sigrid Lange, als si e die Bilder erstmals zu Gesicht bekam: „Das sind Motive, die kennt man ja sonst gar nicht.“

Zu verdanken ist die Ausstellung dem Engagement von Werner Dahm, der viele Bilder des Künstlers zusammengetragen hat. „Ich bin kein Schmitz-Pleis-Sammler oder -Kenner, aber irgendwie scheint der Mann mich ausgeguckt zu haben – jedenfalls begegnet er, oder besser gesagt sein Werk, mir immer wieder“, erzählt der Oberpleiser. 1975 kaufte Dahm, der sich schon immer für Heimatgeschichte und Malerei interessiert hat, dem Neffen des Künstlers, Heinrich Lesker, einen alten VW-Bus ab. Über diesen Kontakt bekam er auch die ersten Bilder von Schmitz-Pleis zu Gesicht.

Im Laufe der Jahre habe er immer mehr über den Verbleib zahlreicher Bilder, die der Künstler im Ort angefertigt hat, erfahren. „Er war früher bei vielen Familien zu Gast, oft mehrere Tage, um die Familienmitglieder zu porträtieren.“ Kein Wunder, dass heute noch zahlreiche „Pleeser“ einen Schmitz-Pleis zu Hause haben. Mittlerweile könnte Dahm „zu jedem Bild auch eine Geschichte erzählen“. Zum Beispiel über den pointillistischen „Frauenakt“ – ein Bild, das nur durch Zufall entdeckt wurde. Es kam nach dem Tod von Heinrich Lesker, der einen Großteil des Nachlasses des Künstlers besaß, in dessen Wohnung hinter einem Schrank zum Vorschein. „Ich glaube, Lesker hat noch nicht einmal von der Existenz dieses Bildes gewusst. Wahrscheinlich hat es seine Mutter dort versteckt, weil eine nackte Frau drauf zu sehen war.“

Grundsätzlich spiegele das Werk des Künstler ein breites Spektrum moderner künstlerischer Einflüsse wider, wie Museumsleiterin Lange erläutert. Besonders in den ersten Jahren seines Schaffens orientierte sich Schmitz-Pleis an den Vorbildern des späten Impressionismus. „Erkennbar ist vielfach der Einfluss von Paul Cezanne.“

 Während die Schmitz-Pleis-Bilder nur vorübergehend dort zu sehen sind, ist das großformatige Gemälde des Koblenzer Malers Johannes Jakob Diezler ein Geschenk an das Museum. Gestiftet wurde die Ansicht der Godesburg mit Blick über den Rhein von der Rheinbreitbacher Familie Dinter. Bei dem im Jahr 1835 entstandenen Gemälde handelt es sich um das größte bekannte Werk des Künstlers. Schon der prächtige goldene Originalrahmen ist ein echter Blickfang. „Wir wollten es unseren Besuchern natürlich sofort zeigen, aber nicht allein. Darum haben wir eine kleine Blickpunkt-Ausstellung zur Godesburg daraus gemacht“, so Lange.

Gezeigt werden weitere Godesburg-Bilder aus der Sammlung „RheinRomantik“ und aus Museumsbeständen, unter anderem alte Stahlstiche, Lithographien und Ölgemälde. Das Diezler-Gemälde, das aufwändig restauriert wurde, ist „Romantik pur“, schwärmt Lange. Zu sehen ist die Godesburg im Dreiklang mit den Highlights der Rheinromantik: dem Rhein und dem Drachenfels mit dem Siebengebirge. Der Betrachter bekommt nicht nur einen Eindruck, wie die Godesburg früher ausgesehen hat, „auch kann man viele schöne Details erkennen“: die barocke Michaels-Kapelle, den hölzernen Glockenturm und die Reste der alten Befestigungsanlage zum Beispiel.

Beide Ausstellungen sind noch bis zum 25. Oktober im Siebengebirgsmuseum, Kellerstraße 16, zu sehen. Geöffnet ist dienstags bis freitags von 14 bis 17 Uhr, samstags von 14 bis 18 Uhr sowie sonn- und feiertags von 11 bis 14 Uhr. Infos unter www.siebengebirgsmuseum.de.