1. Region
  2. Siebengebirge
  3. Königswinter

BSG Siebengebirge: Spiel- und Sportfest stand im Zeichen der Inklusion

BSG Siebengebirge : Spiel- und Sportfest stand im Zeichen der Inklusion

Wer einmal so richtig die Wände hochgehen wollte, war am Samstag in der Sporthalle der Realschule Oberpleis goldrichtig. Die Tatsache, dass die Wand in dem Fall nur eine große, hochkant gestellte Matte war, schmälerte das Klettererlebnis dabei nicht im Geringsten.

Zum 13. Mal hatte die Behinderten Sportgemeinschaft BSG Siebengebirge kleine Sportler und all die, die es noch werden wollen, eingeladen, sich beim Kinder Spiel- und Sportfest so richtig auszutoben, und ihnen dabei gleichzeitig die Freude an der Bewegung in spielerischen Aktivitäten zu vermitteln.

Besonderheit in diesem Jahr: Erstmals fand die Veranstaltung eingebettet in die "Woche der Inklusion" des CDU-Stadtverbandes Königswinter statt - für die BSG Siebengebirge mehr als nur ein leeres Wort. Seit Vereinsgründung sind hier Menschen mit und ohne Behinderung gleichermaßen willkommen.

Die Schirmherrschaft des Spiel- und Sportfestes hatte die CDU-Landtagsabgeordnete Andrea Milz übernommen, die zur Eröffnung des Festes allen, die bereits so früh den Weg in die Turnhalle gefunden hatten, mit einer Zumba-Lektion mächtig einheizte. Gut aufgewärmt nahmen die Kinder und Jugendlichen dann begeistert den großen Rund-Parcours in Angriff.

Die sieben Helfer der BSG hatten sich wieder einmal eine ganze Reihe spektakuläre Attraktionen einfallen lassen, die es zu bewältigen galt: So konnte man sich auf einer Riesen-Schiffschaukel treiben lassen, auf Rollbrettern durch einen Mattentunnel sausen, über eine Hängebrücke aus Seilen klettern und anschließend über einen schmalen Grat - eine Gymnastikbank - den Barren-Gipfel erklimmen. Jede Menge Spaß hatten die Teilnehmer aber auch beim Torwandschießen und Trockenskifahren.

Und als wäre das alles nicht genug, gab es am Ende auch noch für jeden ein Geschenk. Vom bunten T-Shirt über Rucksäcke bis hin zu Malsachen war für Groß und Klein das Richtige dabei.

Kurz gefragt

Inklusion ist nicht erst seit Inkrafttreten der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung ein Thema, in Vereinen wie der BSG Siebengebirge wird Inklusion bereits seit mehr als 20 Jahren gelebt. Mit der langjährigen Vorsitzenden Marliese Vogt sprach Gabriela Quarg.

Aus Ihrer Erfahrung: Sind wir in Sachen Inklusion auf einem guten Weg?
Marliese Vogt: In unserer Sportgemeinschaft praktizieren wir diese Form des Umgangs schon seit unserer Gründung 1981. Leider werden Menschen mit Behinderungen in unserer Gesellschaft aber immer noch nicht so angenommen wie wir uns das wünschen. Immer wieder hatte ich den Eindruck, dass wir umsonst gekämpft haben.

Wie meinen Sie das genau?
Vogt: Wenn manche Eltern schon unseren Namen hören, denken viele gleich: Behindertensport, da schicke ich mein Kind doch nicht hin. Wir hatten in unserem Verein ja auch schon gemischte Gruppen, doch das hat sich mehr und mehr verloren.

Woran krankt die Inklusion denn Ihres Erachtens?
Vogt: Am grünen Tisch kann man vieles besprechen. In der Praxis sieht jedoch alles anders aus. In unserer Gesellschaft sind wir leider zu sehr auf Leistung und weniger auf Gemeinschaft ausgerichtet. Dabei schlummert so viel Potenzial in diesen Menschen mit Behinderungen, Potenzial, das der Gesellschaft verloren geht. Wir als BSG wurden auf unserem Weg sehr allein gelassen.

Die BSG Siebengebirge
Die BSG Siebengebirge bietet im Rahmen der Bewegungs- und Entwicklungsförderung für Kinder verschiedene Kurse an. Für Erwachsene gibt es ein breites Angebot im Rehabilitationssport, Sporttherapien bei bestimmten Erkrankungen, Sport für Ältere, Feldenkrais, Tanzen und Rückenschule. Infos unter den Rufnummern 02244/2217 sowie 02244/4609 oder im Internet unter www.bsg-siebengebirge.de.