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Neuer Besitzer für Industriegelände: Stadt Königswinter verkauft Lemmerzhallen

Neuer Besitzer für Industriegelände : Stadt Königswinter verkauft Lemmerzhallen

Nach sechs Jahren Verhandlungen haben die früheren Firmengebäude und -hallen von Hayes Lemmerz einen neuen Besitzer: Die Pütz-Gruppe aus Niederkassel will dort einen Gewerbepark errichten.

Damit endet ein zähes Ringen um die Zukunft und die weitere Nutzung des Industriegeländes in der Königswinterer Altstadt. Bürgermeister Peter Wirtz und der Technische Dezernent Theo Krämer zeigten sich am Montag auf Anfrage des General-Anzeigers sichtlich erleichtert und höchst zufrieden damit, dass die komplizierten Verhandlungen zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht wurden. Auch Hans Werner Pütz ist zufrieden und hofft, dass bereits Mitte nächsten Jahres die ersten Mieter einziehen können. „Die Planungen werden jetzt sehr schnell angepackt.“

Mit der Unterzeichnung geht das 22.000 Quadratmeter große Areal samt den Lemmerzhallen sowie dem ehemaligen Verwaltungsgebäude, das teilweise unter Denkmalschutz steht, an den neuen Besitzer über. Nach GA-Informationen geht mit dem Kaufvertrag auch die Haftung für mögliche Altlasten sowie für die Boden- und Grundwasserbelastung auf den Käufer über. Zwar lassen bisherige Proben der Stadt an dieser Stelle keine Gefahren erkennen, ein Restrisiko besteht dennoch.

Abstimmung mit dem Denkmalschutz

Dass die Verhandlungen so lange gedauert haben, dürfte zudem mit dem Denkmalschutz zu tun gehabt haben. Denn zumindest Treppenhaus und Pförtnerloge des Verwaltungsgebäudes stehen bereits vorläufig unter Schutz. Zu den konkreten Vertragsverhandlungen mit dem Investor wollte sich Krämer nicht äußern. Er bestätigte jedoch, dass es in diesem Zusammenhang nun Abstimmungsgespräche zwischen dem Amt für Denkmalpflege, der Stadt als Unterer Denkmalbehörde und dem neuen Besitzer geben werde.

Industriebrache, Kunsthalle, Gewerbegebiet

Pütz selbst ist durchaus am Erhalt der Gebäude interessiert, wie er am Montag gegenüber dem General-Anzeiger betonte. „Das ist ja, was wir machen: Wir kaufen Gewerbeobjekte, die nicht mehr genutzt werden, richten sie wieder her und erwecken sie so zu neuem Leben.“ Dass man überhaupt auf Königswinter gestoßen sei, verdanke man einem Artikel im General-Anzeiger, der über den geplanten Abriss berichtete. „Wir dachten, dass das doch schade wäre“, sagt Pütz, der ausdrücklich auch Sympathie für die Künstler von antiform zeigt: „Die waren ja auch gegen einen Abriss.“

Einige Hallen werden abgerissen

Und so will Pütz längst nicht nur das Verwaltungsgebäude erhalten, sondern auch einen Teil der Hallen auf dem sehr dicht bebauten Gelände. „Allerdings müssen die Hallen grundlegend saniert werden, sodass vermutlich nur die Stahlkonstruktionen übrig bleiben werden.“ Ein Teil der Hallenfläche müsse wohl weichen. Pütz: „Das ist schon aus Gründen des Brandschutzes notwendig.“ Zudem müsse auf dem Gelände Parkraum geschaffen werden. „Daher werden einige Hallen im Zentrum des Geländes abgerissen werden.“

Die Gebäudegrundfläche werde dann zwischen 12.000 und 15.000 Quadratmetern liegen, „aber wir sind ja mehrgeschossig, da werden am Ende schon 20.000 Quadratmeter Gewerbefläche rumkommen“. Für die es durchaus schon Interessenten gebe. „Wir arbeiten ja überregional“, so Pütz. Und es gebe auch Unternehmen aus Königswinter, „die bei uns anfragen und denen wir bislang noch nichts in der Stadt anbieten konnten.“ Dass das Konzept funktioniert, daran hat er keinen Zweifel. „Es funktioniert ja auch schon an vielen anderen Stellen.“

Das wünscht man sich natürlich auch aufseiten der Stadt: „Wir hoffen, dass sich auf dem Gelände nun relativ zügig etwas tut“, so Wirtz. Nicht zuletzt, da der Leerstand nicht gerade dazu beigetragen habe, dass sich der Zustand des Geländes verbesserte. „Es hat an einigen Stellen durchs Dach geregnet, und im Verwaltungsgebäude hatten wir mehr als einmal 'uneingeladene Gäste'.“ Es sei höchste Zeit, so der Verwaltungschef, dass für das Gelände ein Besitzer gefunden wurde. Über den Kaufpreis schweigt man sich aus, er dürfte jedoch eher symbolischen Charakters sein, schließlich geht es der Stadt vor allem darum, dass das Gelände genutzt wird, sie den Abriss nicht zahlen und die möglichen Risiken nicht tragen muss.