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Umstrittenes Bauvorhaben in Ittenbach: Stadt stellt Planverfahren am „Hotel im Hagen“ ein

Umstrittenes Bauvorhaben in Ittenbach : Stadt stellt Planverfahren am „Hotel im Hagen“ ein

Der Widerstand gegen die Pläne war offenkundig zu groß: Die Stadt Königswinter hat das umstrittene Bebauungsplanverfahren für das Gelände „Hotel im Hagen“ in Ittenbach eingestellt.

Das umstrittene Bebauungsplanverfahren für das Gelände des Hotels im Hagen am Oelberghang in Ittenbach wird eingestellt. Die Planung, die anstelle des heutigen Hotels mehrere Ein- und Zweifamilienhäuser sowie ein kleineres Hotel vorsah, wird nicht mehr weiterverfolgt.

Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Klimaschutz beschloss auf Vorschlag der Verwaltung die Aufhebung des Bebauungsplanverfahrens „Ehemaliges Hotel im Hagen/Oelbergringweg“, nachdem der Vorhabenträger mitgeteilt hatte, dass er das Verfahren nicht mehr weiterführen werde und den städtebaulichen Vertrag mit der Stadt gekündigt hatte. Gegen die Einstellung stimmte die CDU-Fraktion, deren Ittenbacher Ratsmitglied Franz Gasper davon ausgeht, dass die Grundstückseigentümerin ihre Pläne nicht endgültig aufgegeben habe und nach einem neuen Partner suche, um diese umzusetzen.

Kaufoption wurde nicht verlängert

 Bisheriger Vorhabenträger war die Wohn-Kreativ Immobilien GmbH mit Sitz in Bad Honnef, deren Geschäftsführer Theo Bröhl dem General-Anzeiger das Aus für das Projekt bestätigte. „Wir hatten eine zweijährige Kaufoption für das Grundstück, die noch einmal um ein Jahr verlängert wurde. Danach hat die Grundstücksverkäuferin den Vertrag nicht weiter verlängert“, so Bröhl. Er bedauert, dass es so gekommen ist: „Wir haben viel investiert und hätten nicht gedacht, dass sich das Verfahren so lange hinzieht.“

 Überrascht gewesen sei man vor allem, dass es im Herbst 2019 noch eine zweite Bürgerbeteiligung gegeben habe. Die dazu gehörende Informationsveranstaltung kam auf Wunsch der Politik zustande, nachdem es bei der ersten Bürgerbeteiligung massive Kritik an der aus Sicht vieler Anwohner und Bürger geplanten zu voluminösen Bebauung am Rande des Naturschutzgebietes Siebengebirge gegeben hatte.

Ein- und Mehrfamilienhäuser waren geplant

Ursprünglich waren dort 17 Wohneinheiten in fünf Einfamilienhäusern und drei Mehrfamilienhäusern vorgesehen gewesen, die als zusammenhängender Komplex mit begrünten Treppenhäusern miteinander in Verbindung stehen sollten. Das alte Hotel sollte abgerissen und durch ein kleineres Hotel ersetzt werden. Die überarbeitete Planung sah dann nur noch eine Bebauung mit sechs Einfamilienhäusern und drei Zweifamilienhäusern und weiterhin einem kleinen Hotel vor. Es sollte nur noch in zwei statt in drei Reihen gebaut werden.

 Doch auch dieser Entwurf wurde von den Bürgern abgelehnt. Der Unmut wurde bei der Informationsveranstaltung in der Mensa der Ittenbacher Grundschule im Oktober 2019 deutlich. Anschließend gingen auch noch 19 Eingaben bei der Verwaltung ein. Für die Wohn-Kreativ, die in Königswinter in den vergangenen Jahren zusammen mit verschiedenen Partnern mit dem Lemmerzpark, dem Park Trillhaase und dem Park Lichtenberg weitaus größere Projekte realisierte, ist das langwierige Verfahren in Ittenbach eine ernüchternde Erfahrung. „Es war uns klar, dass es nicht einfach werden würde. Doch so viele Jahre auf Baurecht zu warten, ist schwierig“, sagt Bröhl. Letztlich seien es die Nachbarn gewesen, die das Vorhaben verhindert hätten.

Bröhl geht davon aus, dass Eigentümerin Doris Haas das Vorhaben ganz aufgegeben hat. „Sonst hätte sie das Bebauungsplanverfahren ja sicher weiterführen lassen“, vermutet er. Die Grundstücke im bisherigen Geltungsbereich des Bebauungsplans unterliegen nach Einstellung des Planverfahrens wieder dem Paragraf 34 des Baugesetzbuchs, wonach sich zukünftige Bauvorhaben in die nähere Umgebung einfügen müssen. Da in der Umgebung Einzelhäuser mit großen Grundstücken stehen, ist dort nur noch eine angepasste Neubebauung möglich. Es sei denn, die Eigentümerin würde ein erneutes Planverfahren anstrengen.

„Ich bedauere, dass die Pläne nicht umgesetzt werden konnten“, sagte Doris Haas gegenüber dem General-Anzeiger. Die Hotelchefin, die das Haus seit 1980 führt, kann seit dem Wochenende nicht nur Geschäftsreisende, sondern auch wieder Touristen beherbergen und öffnet das Restaurant an den Wochenenden. „Wie auch vor der Corona-Krise“, betont sie. Die Arbeit mache ihr nach wie vor Spaß, das werde sie auch noch einige Jahre fortsetzen. Haas: „Andere Interessenten gibt es zurzeit nicht.“

Cornelia Gamm vom Technischen Dezernat hatte den Ausschussmitgliedern geraten, das alte Bebauungsplanverfahren einzustellen, um einen sauberen Schnitt zu machen. „Wenn ein neues Konzept anders aussieht als das in der Bürgerbeteiligung vorgestellte, müssen wir ohnehin wieder von Neuem anfangen. Und davon ist auszugehen.“ Ein neuer Aufstellungsbeschluss sei aber schnell wieder gefasst.