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Starkregen in Königswinter: Straßen NRW: Es gab keine Unwetterwarnung

Starkregen in Königswinter : Straßen NRW: Es gab keine Unwetterwarnung

Straßen NRW hatte am vergangenen Wochenende keine Rufbereitschaft eingerichtet. Kritik der Stadt Königswinter weist die Behörde zurück.

Der Landesbetrieb Straßenbau NRW hat auf die Kritik der Stadt Königswinter reagiert. Die Stadt fühlt sich, wie berichtet, bei dem zweiten Starkregen innerhalb von zwei Wochen in der Nacht zu Sonntag, bei der die L 143 bei Uthweiler erneut überflutet und unpassierbar wurde, von der verantwortlichen Behörde im Stich gelassen. 

 „Es ist extrem ärgerlich, wenn unser Bauhof und die Feuerwehr mit allen verfügbaren Kräften rund um die Uhr im Einsatz sind, diejenigen aber, die für die Landesstraße verantwortlich sind, nicht mal eine Rufbereitschaft haben“, sagte der Technische Dezernent Theo Krämer. Bauhof und Feuerwehr hatten nach dem ersten Unwetter am 4. Juni die Siegburger Straße komplett gesäubert. In der Nacht zu Sonntag war die Straße von einem Schneepflug des Bauhofs lediglich vom gröbsten Schlamm gereinigt worden und konnte erst am Montag wieder für den Verkehr freigegeben werden. Nach Angaben des Landesbetriebs waren die Kollegen der Straßenmeisterei am Freitag vor Ort, um gemeinsam mit dem Bauhof insbesondere die Einmündungsbereiche der städtischen Straßen auf die L 143 zu reinigen.

Am Wochenende sei der städtische Bauhof auf Anforderung der örtlichen Polizei tätig geworden. „Im sogenannten nachgeordneten Streckennetz, also bei Landes- und Bundesstraßen, sind außerhalb der regulären Dienstzeiten Polizei und/oder Feuerwehr für das Einleiten notwendiger Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit zuständig“, teilte Pressesprecher Rainer Herzog auf GA-Nachfrage mit. Bei vorhersehbaren Naturereignissen gebe es die Möglichkeit, eine Rufbereitschaft anzuordnen. „Da an besagtem Freitagnachmittag keine Unwetterwarnung für den Bereich Königswinter ausgesprochen wurde, ist im Rahmen der Abwägung auf diese Möglichkeit verzichtet worden“, so Herzog. Die Reinigungsarbeiten des städtischen Bauhofs seien am Montag wieder durch die Kräfte der Straßenmeisterei Lohmar unterstützt worden, sodass die Sperrung der L 143 in der Ortslage Uthweiler gegen 13 Uhr aufgehoben werden konnte. Seitens der Straßenmeisterei Lohmar wurde am Montag zudem eine Fachfirma mit entsprechendem Gerät beauftragt, um die in den Seitenbereichen wie den Banketten und Entwässerungsmulden der L 143 abgelagerten Schlammmassen zu beseitigen und die reguläre Entwässerungsfunktion wieder herzustellen. Diese Arbeiten sollen im Laufe dieser Woche beginnen. Parallel dazu werde das Personal der Straßenmeisterei die Straßenabläufe im Zuge der L 143 reinigen. „Das Agreement zwischen dem städtischen Bauhof und der Straßenmeisterei Lohmar zur gegenseitigen Amtshilfe funktioniert ebenso wie die Zusammenarbeit beider Einrichtungen seit Jahren tadellos“, so Herzog.

Auch am 4. Juni und dem darauffolgenden Wochenende sei die Straßenmeisterei Lohmar vor Ort und an der Schadensbeseitigung beteiligt gewesen. Die Wahrnehmung in der Stadt Königswinter war offensichtlich eine andere: „Wir können nicht dauerhaft die Landesstraßen für den Landesbetrieb sauber machen. Dieses Problem muss auf den Leitungsebenen geklärt werden“, so Theo Krämer am Montag.