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„Tag der regionalen Produkte“ auf der Margarethenhöhe im Siebengebirge

„Tag der regionalen Produkte“ : „Superfood“ gab es auf der Margarethenhöhe im Siebengebirge

Ob Honig, Kräuter, Obst oder Gemüse: Bei einem Markt auf der Margaretenhöhe zeigen regionale Erzeuger im Rahmen des „Tags der regionalen Produkte“, was die Speisekammer des Naturparks zu bieten hat.

Lieber die „Gute Luise“ oder die „Köstliche von Charneu“ – wer die Wahl hat, hat die Qual. Da beide Birnensorten nicht nur zum Anbeißen lecker aussehen, sondern es auch tatsächlich sind, kommen auch beide in die Einkaufstüte. Das Sahnehäubchen auf den süßen Früchtchen ist, dass es sich nicht um Birnen handelt, die auf ihrem Weg vom Erzeuger zum Konsumenten bereits um den halben Globus gereist sind, sondern dass es sich um Gesundkost „Made im Siebengebirge“ handelt. Beim ersten „Tag der regionalen Produkte“ des Naturparks Siebengebirge konnte man sich davon überzeugen, was für eine volle Speisekammer die Region für Genießer zu bieten hat: Honig, Kräuter, Obst und Gemüse, Fleisch und Wurst, aber auch Seifen oder Selbstgestricktes wurden am Sonntag auf dem Wanderparkplatz auf der Margarethenhöhe angeboten. Der erste Markttag dieser Art sollte aber nicht nur dazu dienen, die Produktvielfalt der Region zu präsentieren, sondern den Verbrauchern auch die Möglichkeit zu geben, die Menschen, Gesichter und Geschichten hinter den Produkten kennenzulernen.

Zum Beispiel die von Nicolai Harbort. Der gelernte Garten- und Landschaftsbauer hat zusätzlich seine Liebe zur „ehrlichen“ Landwirtschaft entdeckt, insbesondere zu alten Haustierrassen, und züchtet unter anderem die seltenen Glan-Rinder in Hühnerberg. „Wir haben vor fünf Jahren mit vier Kühen angefangen und den Betrieb dann weiter ausgebaut“, sagt er und erklärt, weshalb er sich für biologische Landwirtschaft und die Direktvermarktung seiner Erzeugnisse entschieden hat: „Ich esse gerne Fleisch und möchte es mit Genuss und gutem Gewissen tun“. Er weiß, dass es vielen Menschen genauso geht: „Die Nachfrage nach regionalen Produkten ist da, aber vielen ist gar nicht bekannt, was es hier alles gibt und wo. Das muss noch viel mehr ins Bewusstsein der Menschen gebracht werden“.

Brennnessel-Samen als heimisches Superfood

Genauso sieht es Kräuterfrau Angela Anderson, die das Drachenkräuterlädchen direkt am Eselsweg betreibt. „Wir Verbraucher sind bequem geworden und gehen einfach in den Supermarkt, weil es dort alles gibt – egal wo es herkommt.“ Da wird dann der Chia-Samen aus Südamerika gekauft, „obwohl vor unserer Haustür etwas wächst, was genauso gesund ist und eine ähnliche Wirkung hat“: Brennnessel-Samen sind sozusagen das heimische Pendant zum Superfood aus Übersee. „Es ist wichtig, das den Menschen zu kommunizieren, und ihnen zu zeigen, wie viele Erzeuger es im Siebengebirge gibt“. Durch die Corona-Krise habe das Bewusstsein für eigene Region zugenommen – eine positive Entwicklung, die es weiterzuführen gilt.

Der Naturpark Siebengebirge hat aus eben diesem Grund vor einem Jahr ein Netzwerk aufgebaut, in dem sich bereits 15 bis 20 Erzeuger aus dem Siebengebirgsraum zusammengeschlossen haben. „Das ist eine super Sache, bei der sich alle engagieren und richtig Lust haben, mitzumachen“, so Linus Steinbach vom Naturpark Siebengebirge. Er hofft, dass das Netzwerk künftig noch weiterwächst. Auch ein gemeinsames Label für Produkte aus dem Siebengebirge gibt es bereits. „Wir wollen keine eigene Marke kreieren, möchten aber den Wert der regionalen Produkte hervorheben und stärken“. Auch die kürzlich eingeweihte Genusstour „Lecker Ländchen“, ein 6,5 Kilometer langer Wanderweg mit vielen Informationen rund um regionale Produkte, soll dazu beitragen. „Den Tag der Regionalen Produkte möchten wir künftig gerne einmal im Jahr durchführen“, so Steinbach. Es sei wichtig, Produzenten und Kunden zusammenzubringen, „denn was man kennt, weiß man auch zu schätzen“.

Das kann Helga Kurtenbach, die in Aegidienberg Naturseifen herstellt, nur unterstreichen: „Viele Leute kennen Edeka und Aldi, aber nicht die regionalen Erzeuger“. Umso mehr freut sie sich über das Interesse der vielen Besucher, die an diesem Sonntag über den Markt schlendern. Ihr Wunsch: „Es wäre natürlich schön, wenn der Markt noch viel, viel größer werden würde.“