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Neue Attraktionen am Besucherzentrum: Tasten und Lauschen auf dem Petersberg

Neue Attraktionen am Besucherzentrum : Tasten und Lauschen auf dem Petersberg

Das Besucherzentrum Petersberg verfügt über ein neues Tastmodell sowie eine App, über die an einer „Lauschtour“ zur Geschichte des Petersbergs teilgenommen werden kann. Barrierefreiheit wurde mitgedacht.

Schauplatz Petersberg – vor dem früheren Wachhaus des Bundesgrenzschutzes, in dem im September 2020 die NRW-Stiftung ein neues Besucherzentrum einrichtete, nahm Stiftungspräsident Eckhard Uhlenberg zwei neue Attraktionen in Betrieb: Vor dem Gebäude befindet sich nun ein Tastmodell. Und außerdem können die Besucher im Außenbereich auf eine 1,3 Kilometer lange Lauschtour gehen, bei der ihnen per Handy-App Geschichten und Anekdoten über den Petersberg und die artenreichen Buchenwälder als Teil des Nationalen Naturerbes erzählt werden.

Vorstandsmitglieder der Stiftung, darunter Vizepräsidentin Barbara Schock-Werner, die im Steigenberger Grandhotel Petersberg eine Klausurtagung absolvierten, probierten das neue Modell gleich aus und hörten kurz in die App hinein. „Toll, das ist super gemacht“, sagte Vladimir Saal, der Geschäftsführer der Gästehaus Petersberg GmbH. Bürgermeister Lutz Wagner, der erstmals an einer Gremiumssitzung teilnahm, meinte: „Ich bin sehr dankbar für das Engagement der NRW-Stiftung in Königswinter, das ist eine Bereicherung für die Tourismusdestination und für die Bevölkerung. Mit dem Schauplatz Petersberg ist ein weiterer Anziehungspunkt entstanden.“

Historischer Ort und Natur werden miteinander verknüpft

Präsident Uhlenberg hoffte auf eine gute Zusammenarbeit mit dem neuen Bürgermeister der Stadt Königswinter, die mit dem Petersberg und Schloss Drachenburg einen der Schwerpunkte der Stiftungsarbeit darstelle. Auf dem Petersberg sei mit dem Besucherzentrum eine tolle Kombination gelungen. Hier würden der historische Ort, auf dem sich bedeutende Ereignisse der deutschen Nachkriegsgeschichte und Staatsbesuche der Bundesrepublik abspielten, und der Naturbereich verknüpft. Das Projekt wurde bereits unter seinem Vorgänger, Ehrenpräsident Harry Kurt Voigtsberger, begonnen.

In Voigtsbergers Ära war der geplante Abriss des Wachhauses durch die Stiftung verhindert und auch auf diese Weise der Petersberg als Erinnerungsort bewahrt worden, so Stefan Ast, Leiter der Abteilung Kommunikation und Engagement bei der Nordrhein-Westfalen-Stiftung. Knapp unter zwei Millionen Euro hatte die Stiftung in das Projekt mit Sanierung und Herrichtung des Wachhauses und Konzeption als Ausstellungsgebäude investiert, rund 100 000 Euro davon flossen in das neue Tastmodell. Das bietet einen Überblick über das Plateau des Petersberges und seine Sehenswürdigkeiten. Es ist barrierefrei zu erreichen. Menschen mit Sehbehinderung können über den Tastsinn einen Eindruck vom Gelände und den Gebäuden wie etwa dem Hotel und dem ehemaligen Wachhaus erlangen. Außerdem bietet eine Audiospur Informationen auf Deutsch und Englisch, geschrieben hat sie eine erblindete Frau.

Stiftungspräsident Uhlenberg betonte: „Inklusion und Barrierefreiheit sind für die NRW-Stiftung unverzichtbar. Die Erlebnisangebote auf dem Petersberg sollen möglichst viele Sinne ansprechen und damit für Menschen mit und ohne Handicap gleichermaßen zugänglich sein.“ Vladimir Saal freute sich über die Wanderer, die kurz vor der Eröffnung des neuen Tastmodells die nebenstehende Bank besiedelt und sich für den „Erlebnisraum Geschichte & Natur“ Petersberg begeistert hatten. Sein Dank an die Stiftung: „Respekt, dass mit diesem Besucherzentrum der historische Teil prägnant nach außen getragen wird.“ Es sei von großer Bedeutung, den Petersberg und sein historisches Andenken für die Zukunft zu bewahren. Wer das Besucherzentrum mit den unterschiedlichen Raumwaben und Themen – von Adenauers Teppichszene über Staatsbesuche wie die der Queen und einigen Hotelrelikten wie Besteck bis hin zu einer filmischen Darstellung der Petersberg-Natur – absolviert hat, erfährt bei der Lauschtour noch weitere Details aus dem Mund von Historiker Elmar Scheuren und Förster Thomas Härtel, der über die Buchenwälder auf dem Petersberg berichtet, die von der NRW-Stiftung als Teil des Nationalen Naturerbes von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben übernommen wurden. Vladimir Saal fasst zusammen: „Die Geschichte unseres Hauses und der näheren Umgebung wird für Hotel- und Ausflugsgäste sehr lebendig vermittelt.“