Neustart bei den Grünen in Königswinter Thomas Koppe ist neuer Grünenchef

KÖNIGSWINTER · Die Grünen in Königswinter versuchen einen Neustart. Bei der vom Gericht angeordneten Vorstandswahlen traten die beiden Kontrahenten Claudia Owczarczak und Richard Ralfs nicht an. Stattdessen wurde Thomas Koppe zum neuen Vorsitzenden des Ortsverbandes gewählt.

 Führt künftig den Ortsverband der Grünen und plädiert für Versöhnung: Thomas Koppe.

Führt künftig den Ortsverband der Grünen und plädiert für Versöhnung: Thomas Koppe.

Foto: Frank Homann

Der Königswinterer Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen hat am Freitagabend bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in den „Pleiser Stuben“ in Oberpleis einen neuen Vorstand gewählt. Neuer Ortsverbandsvorsitzender ist fortan der Eisbacher Thomas Koppe. Weder die bisherige Parteichefin Claudia Owczarczak noch Richard Ralfs, Wortführer der parteiinternen Opposition, traten zur Wahl des Vorsitzenden an. Die Sitzungsleitung übernahmen mit Nathalie Konias und Simon Rock zwei neutrale Vertreter des Grünen-Landesvorstands.

Die Neuwahl war erforderlich, nachdem im Mai vor dem Bundesschiedsgericht der Partei in Berlin ein Vergleich im jahrelangen Rechtsstreit zwischen Ortsverband und neuen Mitgliedern, die bisher nicht zu Versammlungen eingeladen worden waren, geschlossen worden war. Der Vergleich sah vor, dass der Ortsverband noch vor den Sommerferien zu einer Mitgliederversammlung einladen müsse. Dort seien dann ein neuer Vorstand und fünf Kreisdelegierte sowie deren Stellvertreter zu wählen, weil spätestens bei der Vorstandswahl im Dezember 2015 die Neumitglieder hätten eingeladen werden müssen.

Mit einer Gegenstimme und drei Enthaltungen wurde Thomas Koppe, 41 Jahre alt und seit 2009 Mitglied des Königswinterer Ortsverbandes, von den 27 anwesenden Wahlberechtigten in geheimer Wahl zum neuen Vorsitzenden gewählt. Nach dem „unschönen Moment in der Parteihistorie“ vor rund zwei Jahren habe er festgestellt, dass Veränderung hermüsse, so Koppe. Die inhaltliche Arbeit der Partei sei in den letzten Jahren zu kurz gekommen, unter anderem durch die Verteilung von zu viel Last auf zu wenige Schultern.

Das wolle er nun ändern: „Wir können viel mehr tun. Durch stärkere inhaltliche Arbeit können wir untereinander wieder zusammenfinden.“ Als mögliche Schwerpunkte wolle er dabei etwa die Themen neue Medien und Netzpolitik in den Blick nehmen; auch habe es Vorrang, einige Baustellen im Ortsverband zu beheben, darunter etwa die seiner Ansicht nach mittlerweile veraltete Satzung. Koppe: „Es geht darum, den Mitgliedern das Gefühl zu geben, dass sie aktiv an etwas teilhaben.“ So könne die Versöhnung der zerstrittenen Partei gelingen.

Neu besetzt wurden auch die übrigen Vorstandsposten. Anne-Dore Holl übernimmt das Amt des Schatzmeisters von Oliver Schikora; Patrick Brumm löst Sabine Vierheller als neuer Schriftführer ab. Silke Frink und Richard Ralfs, der von Claudia Owczarczak vorgeschlagen wurde, komplettieren als Beisitzer den neu gewählten Vorstand. Zuvor hatte Thorsten Schwarz dieses Amt bekleidet.

Als einziger in seinem Amt bestätigt wurde Kassenprüfer Klaus Ruppert, der der Kasse des Ortsverbandes einen „einwandfreien Zustand“ attestierte. Vorrangig aufgrund der Kosten, die für die Vorbereitung der Verhandlung am Bundesschiedsgericht und der außerordentlichen Mitgliederversammlung entstanden waren, betrage der Kassenendstand 37,54 Euro im Vergleich zum Anfangsbestand von 714,63 Euro zu Jahresbeginn, resümierte Ruppert.

Unterstützt wird er fortan vom zweiten Kassenprüfer Werner Schui. Die Wahl der Kreisdelegierten konnten indes die drei neuen Vorstandsmitglieder Thomas Koppe, Anne Holl und Richard Ralfs sowie Christoph Reusch und Christian Ritter für sich entscheiden.

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