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Tourismus im Siebengebirge: Drachenfels hat viele Besucher - Rekord!

Touristen erobern das Siebengebirge : Neue Besucherrekorde für den Drachenfels

Zu Fuß auf den Gipfel: In diesem Corona-Sommer sprengen die Besucherzahlen im Siebengebirge alle Rekorde. Rund 58.000 Besucher wanderten allein im vergangenen Monat hinauf auf den Drachenfels.

Das Siebengebirge ist ein beliebtes Ausflugsziel – das war schon immer so. In diesem Corona-Sommer jedoch sprengen die Besucherzahlen alle Rekorde: 58.000 Besucher (Stand 30. Juli) wanderten allein im vergangenen Monat hinauf auf den Drachenfels. Die Anzahl der Touristen, die sich von der Drachenfelsbahn zum Gipfel hinauf chauffieren ließen, ist darin noch nicht enthalten. „Noch nie sind mehr Menschen zu Fuß hinaufgelaufen“, berichtet Andreas Pätz, Chef der Wirtschaftsförderungs- und Wohnungsbaugesellschaft mbH (WWG) der Stadt Königswinter.

Zum Vergleich: Im Juli 2019 wurden an den von der WWG aufgestellten Zählstellen an den Fußwegen hinauf zum Drachenfels 27.800 Besucher registriert, also gerade einmal halb so viele. „Dabei ist es im Juli normalerweise eher ruhiger, da viele Leute in Urlaub sind“, so Pätz. Man merke, dass in diesem Jahr viele nicht verreisen würden, sondern stattdessen ihre Heimat erkunden. „Auch die Einzelhändler und Gastronomen bestätigen das – die Altstadt ist voll.“ Bereits in den Vormonaten konnten 2020 Rekordwerte verzeichnet werden: Im Juni hatten 41.500 Besucher den Berg zu Fuß erklommen, im Mai waren es sogar 45.800.

Internetauftritt überarbeitet und technisch optimiert

Dass die Siebengebirgsregion boomt, freut auch die Tourismus Siebengebirge GmbH – die dem stetig steigenden Interesse auch mit einem neuen Internetauftritt Rechnung trägt. Die Idee, der Internetseite www.siebengebirge.de ein neues Kleid zu verpassen und sie technisch zu optimieren, gab es schon länger. In den vergangenen Monaten wurde intensiv an dem verbesserten Layout gearbeitet. „Wir haben nicht nur die Inhalte neu sortiert, sodass der Auftritt viel klarer geworden ist, auch baut sich die Seite richtig schnell auf“, berichtet Geschäftsführer Oliver Bremm. Zudem stehen zahlreiche Downloads zur Verfügung, und es wurde eine „riesige“ Anzahl Bilder eingebaut, die größtenteils von den Mitarbeitern selbst aufgenommen wurden.

Schon auf der Startseite wird deutlich, wo der Schwerpunkt des neuen Layouts liegt: Fotos stehen im Vordergrund, um Informationen visuell in Szene zu setzen. Zudem vermitteln vier Imagefilme nicht nur erste Impressionen, sondern machen zugleich Appetit auf einen Besuch im Siebengebirge. „Wir haben zu diesen Filmen schon viel positive Rückmeldungen erhalten“, so Bremm. Neu hinzugekommen zu den bereits bekannten „Klein-Fein-Daheim“-Filmen und dem Clip zum „Beethovenwanderweg“ ist ein zweieinhalbminütiger Film über die „Kapellenschleifen“.

2018 hatte der Naturpark Siebengebirge im Rahmen des Förderwettbewerbs „Naturpark.2018.NRW“ die Kapellenwanderung samt den drei „Kapellenschleifen“ auf insgesamt 84 Kilometern Wegstrecke markiert, Wandertafeln mit Themen der Kulturlandschaftsvermittlung aufgestellt und mit Tischen und Bänken ergänzt. Seitdem zieht es immer mehr Wanderer in die Region. „Die Kapellenwanderung ist ein Riesen-Erfolg“, so Bremm. „Wir hätten anfangs nie gedacht, außerhalb des Naturschutzgebietes so große Resonanz zu bekommen“, so Bremm.

Wanderrouten und Tipps im Internet

Er freut sich zudem, viel Feedback von den Wanderern zu erhalten. Probleme hatte es in den ersten Wochen des Lockdowns mit offensichtlich ortsfremden und unerfahrenen Wanderern gegeben, die über Äcker und Weiden liefen und sogar in Obstplantagen anzutreffen waren. „Wir haben viele Anrufe und Beschwerden von Landwirten erhalten“, so Bremm. Auch dank öffentlicher Appelle, sich an die Wege zu halten, habe sich das Problem aber mittlerweile gegeben.

Um den Andrang an den Hotspots zu entzerren, werden auf der Webseite vor jedem Wochenende mittlerweile zwei Wandertipps mit Touren veröffentlicht, die jenseits der stark frequentierten Routen verlaufen. „Man muss die Leute an die Hand nehmen und versuchen, sie aus den Kerngebieten herauszuholen“, so Bremm. Zu allen Wanderungen kann man sich Informationen und Karten als pfd-Datei herunterladen, außerdem stehen die Daten zum Download auf GPS-Geräte zur Verfügung.

Noch weiter ausgebaut werden soll der Radbereich. Bremm: „Es ist wichtig, den Leuten zu zeigen, wo die erlaubten Wege sind.“ Die erste Auflage der gedruckten Radwegekarte sei fast vergriffen, eine überarbeitete Neuauflage kommt.

Immer wieder fallen so auch Kleinigkeiten ins Auge, die zu Konflikten führen können – und beseitigt werden müssen. So gibt es etwa Wege, die zwar als Radroute ausgewiesen sind, aber eigentlich nicht befahren werden dürfen, da die Beschilderung es verbietet. Das Befahren der Drachenfelsstraße beispielsweise ist für Fahrzeuge aller Art gesperrt, also auch für Fahrräder. Ein entsprechendes „Radfahrer frei-Schild“ soll dort demnächst Abhilfe schaffen.