Amateur-Radio-Club Siebengebirge Treffpunkt "on the Air"

SANDSCHEID · Der Amateur-Radio-Club Siebengebirge funkt weltweit - und mit den Freunden in North East Lincolnshire.

 "Cq, cq..."(von links): Johannes Gierlach, Monika Effelsberg, Werner Maus, Karl Schmidt.

"Cq, cq..."(von links): Johannes Gierlach, Monika Effelsberg, Werner Maus, Karl Schmidt.

Foto: Frank Homann

"Cq, cq, hier ist Delta Kilo Null Sierra Golf." Aus dem Lautsprecher der großen Funkanlage des Deutschen-Amateur-Radio-Clubs (DARC) Siebengebirge rauscht und knistert es. Aus der Ferne sind Stimmen zu hören - Menschen in Deutschland oder gar in anderen Teilen der Erde, die gerade am Funkgerät sitzen und auf den "Allgemeinen Aufruf" kurz "cq" der Funker antworten.

In der Regel sind die Adressaten völlig unbekannt - was den besonderen Reiz des Amateurfunks ausmacht -, an diesem Vormittag jedoch wollten die Clubmitglieder um den Vorsitzenden Karl Schmidt nichts dem Zufall überlassen. Damit nichts schief geht, wurde der Funkkontakt zu den gewünschten Gesprächspartnern gezielt via Internet aufgebaut.

Anlässlich des "Jamboree-on-the-Air", bei dem Pfadfinder weltweit über Funk Kontakt zueinander aufnehmen, hatten die Siebengebirgs-Funker ein "Date" mit den Amateurfunkern der Königswinterer Partnerstadt North East Lincolnshire - und nicht nur mit denen. Der dortige Bürgermeister Mike Burton war ebenfalls "live on the air". Eine Gelegenheit, die sich auch Monika Effelsberg, Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, nicht entgehen lassen wollte.

Sie plauschte mit dem "Mayor" übers Wetter hier und dort, über das Winzerfest in Königswinter, und sie freute sich über die Grüße, die Oberstufenschülerin Donna in fast perfektem Deutsch über den Äther schickte. Zusätzlich gab es "von einem kleinen Boyscout" Infos über das Pfadfinderdasein in England. Schade nur, dass im Gegensatz zu den Veranstaltungen in den Vorjahren diesmal keine Pfadfinder aus Königswinter Rede und Antwort standen.

Die 70 Mitglieder der Ortsgruppe Siebengebirge des DARC haben sich im Clubheim in Sandscheid ein kleines Dorado geschaffen. Vier große Antennen auf dem Dach sowie verschiedene Transceiver, Verstärker, Netzgeräte und eine Menge weiteres Equipment sorgen dafür, dass es mit der Kontaktaufnahme zu anderen Funkern weltweit klappt.

Johannes Gierlach ist das jüngste Clubmitglied und seit drei Monaten stolzer Besitzer der Amateurfunklizenz. Dafür hat er die Schulferien hindurch gebüffelt. Ihn begeistert vor allem die Technik, berichtet der 17-Jährige: "Ich habe zuerst an einem alten Gerät rumgebastelt, das ich im Keller gefunden habe.

Dann dachte ich mir, wenn ich eine entsprechende Ausbildung mache, dann bekomme ich noch mehr beigebracht und kann mein Hobby so richtig ausleben." Tipps und Tricks gibt's obendrein von so alten Clubhasen wie Karl Schmidt, der sogar schon zu Astronauten Funkkontakt aufgebaut hat. Wenn er nicht gerade nach den Sternen greift, funkt er wie die meisten Amateure am liebsten im Kurzwellenbereich: "Das ist am interessantesten, da man nie weiß, wen man trifft, und ob es überhaupt klappt."

Infos über die DARC Ortsgruppe Siebengebirge unter www.Darc.de/g25

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