1. Region
  2. Siebengebirge
  3. Königswinter

Stadt soll wachsen: Verkehr in Königswinter wird untersucht

Stadt soll wachsen : Verkehr in Königswinter wird untersucht

Wenn Königswinter wirklich wachsen soll, braucht es dafür aus Verwaltungssicht eine umfassende Verkehrsuntersuchung. Am kommenden Mittwoch soll die Politik entscheiden.

Dass der Wohnraum in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis knapp ist, ist keine ganz neue Erkenntnis. Daher gilt: Königswinter will wachsen. Königswinter muss wachsen. Doch mehr Bewohner bedeuten auch mehr Verkehr. Wie sollen die Neubürger ihre Häuser und Arbeitsplätze erreichen? In der Vergangenheit wurden nicht selten erst Baugebiete ausgewiesen – und erst dann über die Verkehrsproblematik nachgedacht.

Das soll sich jetzt grundlegend ändern. Daher hat die Verwaltung der Politik vorgeschlagen, im Rahmen des integrierten Stadtentwicklungskonzepts – kurz ISEK – eine gesamtstädtische Verkehrsuntersuchung erstellen zu lassen. Denn im Gegensatz zu Nachbarstädten wie Bonn und Sankt Augustin verfügt Königswinter derzeit weder über einen Verkehrsentwicklungsplan noch ein Mobilitätskonzept.

Wie berichtet, will die Stadt zusätzliche Bauflächen im Bergbereich ausweisen, die angepeilte Einwohnerzahl von heute knapp 40.000 soll bis 2030 auf 46.000 anwachsen. Soweit die Idee. Doch in der Praxis könnte ein solches Wachstum gerade auch beim Verkehr neue Probleme aufwerfen, schon heute gibt es Engpässe, an denen sich der Verkehr zu Stoßzeiten immer wieder staut. Daher will die Verwaltung zunächst einmal prüfen lassen, ob unter den heutigen Gegebenheiten eine solche Ausweitung an Bauland überhaupt möglich erscheint, wie sie in einer Vorlage für den Planungs- und Umweltausschuss am kommenden Mittwoch mitteilt.

Fokus liegt auf Öffentlichem Nahverkehr

Daher, so ihr Argument, sei es erforderlich herauszufinden, welche „verkehrlichen Maßnahmen“ es braucht, um eine solche Entwicklung zu ermöglichen. Und ein besonderes Augenmerk müsse dabei auf den Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) gelegt werden. Da die Kosten für eine erste Erhebung des Ist-Zustands deutlich unter 25 000 Euro lägen, habe man eine solche Analyse bereits in Auftrag gegeben. Doch an dieser Stelle soll nicht Schluss sein.

Daher schlägt sie einen zweiten Schritt vor: „Um die verkehrlichen Auswirkungen der aus dem integrierten Stadtentwicklungskonzept möglicherweise resultierenden Baulandentwicklungen konkreter abschätzen und gegebenenfalls erforderliche verkehrliche Maßnahmen im Straßennetz berücksichtigen zu können, soll das bestehende Hauptstraßennetz detailliert mittels verschiedener Entwicklungsszenarien auf seine Leistungsfähigkeit hin überprüft werden“, heißt es in der Vorlage weiter. Konkret heißt das: Das bestehende Netz muss auf seine Leistungsfähigkeit geprüft werden. Und dafür sind auch konkrete Zählungen notwendig.

Verkehrsnetz gegebenenfalls anpassen

Anschließend muss in Szenarien prognostiziert werden, wie sich der Bevölkerungswachstum auswirken würde (unter Einbeziehung der unmittelbaren Verflechtungen mit Bonn) und wie das bestehende Verkehrsnetz gegebenenfalls angepasst werden muss, um den neuen Gegebenheiten Rechnung tragen zu können. Ausdrücklich ausgenommen aus den Überlegungen ist der Ennertaufstieg, da dieser frühestens nach 2030 realisiert werden würde. Hinzufügen möchte man: wenn überhaupt.

Für den Talbereich, so die Verwaltung, könne man von ähnlichen Annahmen wie in Bonn ausgehen, was die Nachfragestruktur angehe. Der Bergbereich jedoch müsse eigenständig betrachtet werden. Eingearbeitet werden müssten auch alle im Flächennutzungsplan vorgesehen Reserveflächen, auch wenn sie bislang noch nicht entwickelt wurden. Besondere Berücksichtigung sollen zudem die potenziellen Neubaugebiete in Vinxel, Stieldorf, Thomasberg und Ittenbach finden.

In einem dritten Schritt könnte dann ein gesamtstädtischer Verkehrsentwicklungsplan erarbeitet werden, der beispielsweise auch den Radverkehr berücksichtigt.