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Naturpark Siebengebirge: Verschönerungsverein stellt Bedingungen

Naturpark Siebengebirge : Verschönerungsverein stellt Bedingungen

Der Prozess über die mögliche Kooperation der Naturparke Siebengebirge und Rheinland nimmt Fahrt auf. Der Verschönerungsverein für das Siebengebirge (VVS) hat sich auf einer Vorstandssitzung auf seine Bedingungen für die Neuorganisation verständigt.

Mitte Mai wollen die kommunalen Gremien – Kreis und Städte – und der VVS reden. Dabei wird es nicht zuletzt auch um die Finanzierung gehen.

Wie berichtet, soll der Naturpark Rheinland die Führung im Siebengebirge übernehmen – die beiden Parke bleiben aber selbstständig, eine Fusion ist nicht geplant, wie Christoph Schwarz erläutert. Der Umweltdezernent des Rhein-Sieg-Kreises wurde mit der Aufgabe betraut, ein Papier zu entwerfen, wie so ein Modell aussehen könnte.

Bislang wird der Naturpark Siebengebirge vom VVS ehrenamtlich geführt, eine Aufgabe, die laut VVS-Chef Hans-Peter Lindlar in der heutigen Zeit nicht mehr leistbar sei. Es bedürfe, so Lindlar, einer „hauptamtlichen, professionellen Führung und Organisation“. Eine solche professionelle Führung aber kostet Geld. Geld, dass der VVS nicht hat. Und alle Vorstöße, die betroffenen Kommunen – neben dem Kreis und Bonn die Städte Königswinter, Bad Honnef und Sankt Augustin – stärker zur Kasse zu bitten, waren bislang erfolglos.

185.000 Euro – das ist die Summe, die nach GA-Informationen jährlich erforderlich ist. Zwar seien die Kommunen, die Flächen im Naturpark haben, sich dessen Werts bewusst. Doch wenn sich die Kommunen finanziell stärker engagieren sollen, dann wollen sie natürlich auch anders mitreden. Sprich: Es ist eine andere Struktur für den Naturpark notwendig. Angedacht ist deshalb ein Trägerwechsel. Wer später formell diese Aufgabe übernimmt, steht noch nicht fest, denkbar wäre beispielsweise die Stadt Bonn oder der Rhein-Sieg-Kreis.

„Wichtig ist, dass wir klären, wie man zu Entscheidungen kommt“, so Schwarz. Denkbar: Alle Kommunen und der VVS unterzeichnen eine Verwaltungsvereinbarung über die Form eines Entscheidungsgremiums. In einem zweiten Schritt würde dann die Kooperation mit dem Naturpark Rheinland geschlossen, der quasi das operative Geschäft übernehmen soll. Aber: „Da ist noch nichts in trockenen Tüchern“, so Schwarz auf Anfrage. „Wir befinden uns noch ganz am Anfang der Diskussion.“

Dennoch gibt es Gedankenspiele, wie die finanziellen Lasten verteilt werden. „Aber damit wollen wir nur deutlich machen, von welchen Summen wir hier reden“, so Schwarz, der sich nicht auf Prozentzahlen festlegen lassen will. Grundlage seiner Berechnungen, welche Kommune wie viel beisteuern soll, sind Flächenanteil und Einwohnerzahlen. Das sei aber noch nicht endgültig. Und es stehe auch noch nicht fest, wie die neue Verwaltung personell ausgestattet wird. „All das wird Thema unseres Gesprächs im Mai sein“, so Schwarz.

Einen Schritt weiter ist da der VVS. Er hat sich auf einer Vorstandssitzung jüngst mit dem Thema befasst und „Bedingungen“ für die Neuorganisation formuliert. So pocht man beim VVS auf einen inhaltlich und finanziell selbstständigen Naturpark. Und: Der VVS legt Wert darauf, auch in der zukünftigen Organisation ein gewichtiges Wörtchen mitreden zu dürfen – als vollwertiger Partner wie die Kommunen auch. Dies nicht zuletzt, so der VVS, in Hinblick auf die Größe seiner Grundbesitzfläche, deren herausragender Lage sowie der eingebrachten Infrastruktur. Vor dem Hintergrund will man den eigenen Trägeranteil mit 15 Prozent bewertet sehen – und entsprechend Sitze in dem Entscheidungsgremium.

Das bringt natürlich auch eine entsprechende Beteiligung an den Kosten mit sich. Da will der VVS allerdings nicht so sehr in barer Münze zahlen, sondern lieber „Hand- und Spanndienste“ leisten. Dazu zählt aus Sicht des VVS in erster Linie „die Bereitstellung, Unterhaltung und der Betrieb des durch einen Neubau zu ergänzenden Naturparkhauses, das mit Ausstellung und entsprechenden Räumen als zentraler Anlaufpunkt im Naturpark die Besucherinformation bündelt“. Zudem will man Pflegemaßnahmen übernehmen, die über die reine Erhaltung des Vereinseigentums hinausgehen, und weitergehende Umweltbildungsangebote machen.