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Prominentes Gebäude in Königswinter: Villa Leonhart in der Altstadt steht zum Verkauf

Prominentes Gebäude in Königswinter : Villa Leonhart in der Altstadt steht zum Verkauf

Eines der prominentesten Gebäude in der Altstadt von Königswinter steht zum Verkauf. Eigentümer Hermann Nolden sucht nach einem Abnehmer für die Villa Leonhart.

„Die Idee, das Gebäude zu verkaufen, habe ich schon relativ lange“, sagte er dem General-Anzeiger. Jetzt gäbe es mehrere konkrete Interessenten. Das zuletzt von ihm gewählte Betreiberkonzept, das ehemalige Sternerestaurant für Veranstaltungen zu vermieten, werde der neue Eigentümer voraussichtlich fortsetzen. Der geplante Verkauf ist Gegenstand einer Anfrage der SPD-Fraktion an Bürgermeister Peter Wirtz.

„Ich will künftig meine ganze Energie dem Drachenfels widmen“, so Nolden. Das Geschäft auf dem Berg laufe bei 600.000 bis 700.000 Besuchern pro Jahr „bombig“ und erfordere seine ganze Aufmerksamkeit. Er habe bereits vor einiger Zeit versucht, durch eine Anzeige in einem Immobilien-Internetportal den Markt zu sondieren. Jetzt gebe es konkrete Angebote.

Das Restaurant im Erdgeschoss kann zurzeit für Firmen- oder Privatfeiern gemietet werden. Das erste Obergeschoss steht leer, seitdem hier der Honnefer Unternehmer Frank Grabow mit seiner Baufirma ausgezogen ist. Auch das zweite Obergeschoss ist nur noch zur Hälfte bewohnt.

Die städtische Wirtschaftsförderungs- und Wohnungsbaugesellschaft (WWG) hatte die viele Jahre leerstehende Villa 2005 erworben und 2008 an Nolden weiterverkauft. Der Gastronom investierte in der Folgezeit nach eigenen Angaben weit über eine Million Euro in die denkmalgerechte Kernsanierung des völlig heruntergekommenen Gebäudes.

2009 wurde das Restaurant eröffnet und bekam gleich im ersten Jahr einen Michelin-Stern. Danach wechselten die Betreibermodelle. „Die Sternegastronomie hat sich nicht gerechnet“, sagt Nolden heute.

Das Grundstück, auf dem sich die Villa befindet, übernahm Nolden von der WWG in Erbpacht. Für die 2200 Quadratmeter hat er ein Ankaufsrecht. Die zum Rhein hin gelegene Parkfläche, etwa zwei Drittel des gesamten Grundstücks, ist städtisch. Bei der von der SPD-Fraktion ins Spiel gebrachten staatlichen und städtischen Förderung für die Renovierung der Villa handelte es sich nach Aussage von WWG-Geschäftsführer Andreas Pätz um einen „sehr überschaubaren Betrag“.

"Sehr viel Geld in diese Ruine investiert"

Im Rahmen der Altstadtsanierung hätte der Eigentümer 30 Euro pro Quadratmeter für die Fassadensanierung erhalten. „Im Vergleich zur Gesamtsumme war das ein einstelliger Prozentbetrag“, so Pätz. Ansonsten habe es nur für den städtischen Teil des Parks Fördermittel im Rahmen der Regionale 2010 gegeben. Dass die Anfrage ausgerechnet von Björn Seelbach komme, wundert ihn sehr. Der sitze schließlich im WWG-Aufsichtsrat.

Von der Begründung der SPD-Fraktion, dass sich in der Bevölkerung und bei den Gewerbetreibenden Unmut über Noldens Aktivitäten in der Villa und auf dem Drachenfels rege, zeigte sich Pätz überrascht. „Ich finde es unredlich, auf der Grundlage von Gerüchten und Andeutungen dem Pächter auf dem Drachenfels schlechte Arbeit zu unterstellen“, meinte er. „Ich kann den Inhalt der Anfrage nicht nachvollziehen, werde sie aber im Ausschuss selbstverständlich beantworten“, sagte Bürgermeister Peter Wirtz.

Für Hermann Nolden sind die Unterstellungen der SPD-Fraktion „starker Tobak“. Ihm Unterlassungen vorzuwerfen, sei „ein Witz. Die Villa Leonhart war dem Untergang geweiht. Ich habe damals sehr viel Geld in diese Ruine investiert.“

Anfrage der SPD

Die SPD-Fraktion und Ratsmitglied Björn Seelbach haben eine Anfrage für die nächste Sitzung des Haupt-, Personal- und Finanzausschusses gestellt. Sie wollen wissen, ob es zutrifft, „dass der Pächter (Anm. d. Red.: Hermann Nolden ist nicht Pächter der Villa Leonhart. Das Gebäude gehört ihm, lediglich das Grundstück hat er in Erbpacht von der WWG übernommen) der mit staatlicher und städtischer Unterstützung renovierten Villa Leonhart diese – inklusive des der Stadt gehörenden Grundstücks – zum Verkauf anbietet und Kaufverträge zum Abverkauf von Wohnungen in dem Gebäude abzuschließen versucht hat“.

Sie fragen ferner, wie die Verwaltung die wirtschaftliche Situation sowie touristische und gastronomische Qualität und Strahlwirkungen der Aktivitäten des Pächters in der Villa Leonhart und auf dem Drachenfelsplateau beurteilt und wie sie hierauf – gegebenenfalls über die WWG als Verpächter – einwirken will.

Als Begründung heißt es: „Aus der Bevölkerung und von Gewerbetreibenden regt sich der Unmut über die Aktivitäten und Unterlassungen des Pächters dieser touristischen Leuchtturm-Einrichtungen.“