Geschichte in Postkarten Von rätselhaften Motiven und gefährlichen Fährfahrten im Siebengebirge

Königswinter · Die Geschichte der Fähren im Siebengebirge ist in vielen historischen Zeichnungen, Fotos und Postkarten, die auch im Siebengebirgsmuseum zu sehen sind, festgehalten. Und dabei gibt es auch sehr Kurioses zu entdecken.

 Die Königswinterer Fähre fährt los, während ein anderes Schiff von hinten anrauscht? Unwahrscheinlich. Hier wurde offenbar für das Kartenmotiv getrickst. Das auf dem Rhein herannahende Schiff ist offenbar eingefügt.

Die Königswinterer Fähre fährt los, während ein anderes Schiff von hinten anrauscht? Unwahrscheinlich. Hier wurde offenbar für das Kartenmotiv getrickst. Das auf dem Rhein herannahende Schiff ist offenbar eingefügt.

Foto: Siebengebirgsmuseum

Aus Holz, manchmal praktisch, aber auch gefährlich: Eine Federzeichnung von Lambert Doomer aus dem 17. Jahrhundert zeigt – mit der Insel Nonnenwerth (damals Rolandswerth) im Hintergrund – „im Prinzip eine sehr moderne“ Fähre, wie Gerhard Schade, ehrenamtlicher Mitarbeiter des Siebengebirgsmuseums, sagt. Denn das per Ruder gesteuerte Holzboot verfügte über zwei kleine herausschiebbare Holzrampen nach dem Motto „Roll on, Roll off“. „Das heißt, sie können auf der einen Seite auffahren und auf der anderen Seite wieder runterfahren“, erläuterte Schade bei einer „Kostprobe“ (Motto: „Ein Thema, ein Wein, eine Stunde“) im Siebengebirgsmuseum. Kompliziertes Wenden bleibt Fahrzeugen so erspart. Das Problem der damaligen, einfachen Holzboote und Holzkähne, mit denen der Rhein überquert wurde: Sie kippten bei Wellengang oder Wind schnell um. „Es sind viele Menschen damals dadurch ertrunken“, sagt Schade. Zumal viele damals nicht schwimmen konnten.