1. Region
  2. Siebengebirge
  3. Königswinter

Gesamtschule Königswinter: Vorsitzende der Frauen Union will Gesamtschule doch noch verhindern

Gesamtschule Königswinter : Vorsitzende der Frauen Union will Gesamtschule doch noch verhindern

Die Mail, die die Vorsitzende der Frauen Union Königswinter und CDU-Ratsmitglied Ingeborg Lindner am frühen Samstagmorgen verschickte, hat es in sich und dürfte im Siebengebirge für einiges Aufsehen sorgen. Thema: Die geplante Gesamtschule im Schulzentrum Oberpleis, der Zustand der CDU-Fraktion sowie deren Verhältnis zu Bürgermeister Peter Wirtz.

"Nun gilt es die 100 Anmeldungen zu verhindern", schreibt Lindner in einer E-Mail an Regine Schwarzhoff, Landesvorsitzende des Elternvereins NRW, - und eine Vielzahl an Presseorganen. Hintergrund: Die Gesamtschule in Königswinter geht nur dann an den Start, wenn mindestens 100 Königswinterer Eltern ihre Kinder an der neuen Schule anmelden. Und Lindner legt nach: "Es gibt zwei Infoabende durch die Stadt, die keinerlei Spezialisten hat und natürlich ihrem Chef , unserem BM (Bürgermeister Peter Wirtz, d.R.), der uns und die CDU verraten hat, hörig ist."

Selbstverständlich, so Lindner weiter, werde man diese Veranstaltung besuchen. "Was sollte man eventuell für Zettel verteilen?", fragt die CDU-Politikerin bei der Landesvorsitzenden nach, deren Verein sich laut Internetseite den Erhalt "des bewährten, gegliederten Schulsystems mit Hauptschule, Realschule und Gymnasium" auf die Fahnen geschrieben hat.

Aber Lindner gibt auch detaillierte Einblicke in das Gefühlsleben der Königswinterer CDU-Fraktion. "Ich fürchte, ich habe Ihnen nicht mitgeteilt, dass wir mit drei Stimmen in der Ratssitzung unterlegen sind - eine oder zwei Stimmen offensichtlich von der FDP!!???? - und wir nun eine Gesamtschule bekommen!!! Schwere Krisenstimmung in der Fraktion, wir hatten zwar guten Zusammenhalt, aber ich bin nicht sicher, ob nicht doch jemand von uns ausgeschert ist. Bei der Vertrauensfrage, die der Vorsitzende Dr. Griese gestellt hat, waren wir geschlossen!!!??"

Aus Sicht von Lindner gilt es, das Zustandekommen der Gesamtschule zu verhindern. Unter anderem kann sie sich Zeitungsannoncen und das Verteilen von Flugblättern vorstellen.