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Grillhütte in Königswinter getauft: VVS nennt das Bauwerk nach Herbert Krämer

Grillhütte in Königswinter getauft : VVS nennt das Bauwerk nach Herbert Krämer

Der Verschönerungsverein für das Siebengebirge ehrt seinen ehemaligen Vorsitzenden. Das Fitnessprogramm des 83-Jährigen führt ihn regelmäßig an der Herbert-Krämer-Hütte vorbei.

Dreimal pro Woche läuft Herbert Krämer noch heute durch das Siebengebirge. Die Runden mit dem Lauftreff Siebengebirge gehören seit rund 45 Jahren zum Fitnessprogramm des 83-Jährigen. Und natürlich ist dem ehemaligen Vorsitzenden und heutigen Ehrenmitglied des Verschönerungsvereins für das Siebengebirge (VVS) da auch die Strecke über die sogenannte Seufzerbrücke vertraut: Relativ unscheinbar führt das schmale Bauwerk über die Ferdinand-Mülhens-Straße (L 331). In südlicher und nördlicher Richtung allerdings hat es der eindrucksvoll steile Anstieg in sich. Eine Verschnaufpause könnte Krämer – so er sie denn braucht – künftig in der nach ihm benannten Hütte auf der Südseite der Brücke einlegen. Der VVS taufte ihm zu Ehren am Donnerstag die Brückenhütte in „Herbert-Krämer-Hütte“ um.

Hütte am Nasseplatz wurde geschlossen

Bereits vor sieben Jahren hatte der VVS den Berghausener mit der Benennung einer Hütte am Nasse-Platz für dessen Arbeit und Verdienste um den Verein gedankt. Im vergangenen Jahr hatte der Verschönerungsverein jedoch den dortigen Grillplatz aufgrund akuter Steinschlaggefahr schließen müssen. „Um die Umgebung durch Netze oder ähnliches zu sichern, hätten wir mehr als 100 000 Euro investieren müssen“, sagte VVS-Vorsitzender Hans-Peter Lindlar. „Und selbst dann wäre es nie mehr so gewesen wie vorher.“ Also habe der VVS im Frühjahr Tabula rasa gemacht und alle Einrichtungen und Hütten am Nasse-Platz zurückgebaut.

Die Ehrung für Krämer, letzter ehrenamtlicher Bürgermeister der Stadt von 1990 bis 1999 und VVS-Chef von 2000 bis 2012, sollte allerdings nicht verloren gehen. Ein Neubau kam jedoch nicht in Frage: „Wir haben im Siebengebirge insgesamt 25 Hütten, da wollten wir das Siebengebirge nicht weiter möblieren“, so Lindlar.

Neue Mitglieder im VVS-Jubiläumsjahr

Adäquater Ersatz fand sich mit der Schutzhütte an der Seufzerbrücke. Die war im Frühjahr 2013 rundum erneuert und schließlich bei strömenden Regen eingeweiht worden, wie sich Lindlar erinnerte. Am Donnerstag hatte die kleine Festgesellschaft, zu der neben VVS-Mitgliedern unter anderem auch Landrat Sebastian Schuster zählte, mehr Glück: Bei Sonnenschein und spätsommerlichen Temperaturen befestigten Lindlar und Krämer das Namensschild an der hölzernen Hüttenwand.

Krämer bedankte sich für die Ehrung. „Die Verdienste um das Siebengebirge wären ohne das ehrenamtliche Engagement der vielen Unterstützer nicht möglich gewesen“, sagte er. Das Siebengebirge sei ausgezeichnet als Naturschutzgebiet, Naturpark Siebengebirge, FFH-Gebiet, Wildnisgebiet, Nationales Geotop, als Nationales Naturerbe und trage das Europadiplom. „Sieben Auszeichnungen: Wer hat das schon?“, fragte Krämer. „Das Siebengebirge ist in Deutschland wirklich ein Schatz.“

Dem konnte sich Lindlar nur anschließen. Im Jubiläumsjahr des VVS sei es bislang gelungen, 220 neue Mitglieder für den Verein zu gewinnen. „Mit 1797 haben wir nun fast wieder den Stand aus dem Jahr 2012 mit 1800 Mitgliedern erreicht“, so der VVS-Chef.

Sein Wunsch für Herbert Krämer: „Dass Du noch häufig in gestrecktem Galopp Deine Hütte und natürlich die Seufzerbrücke passierst.“