Land weist Königswinter mehr Menschen zu Warum die Turnhalle Palastweiher für den Sport weiter gesperrt bleibt

Königswinter · Mitte November musste die Stadtverwaltung Königswinter Vereinen und Schulen mitteilen, dass ihnen die Turnhalle „Am Palastweiher“ vorerst nicht mehr zur Verfügung steht. Wie schon 2015 und 2022 wurde dort eine Flüchtlingsunterkunft hergerichtet. Und dabei bleibt es vorerst.

 Die Turnhalle „Am Palastweiher“ steht Vereinen und Schulen auch weiterhin nicht zur Verfügung. Seit November dient sie als vorübergehende Flüchtlingsunterkunft.

Die Turnhalle „Am Palastweiher“ steht Vereinen und Schulen auch weiterhin nicht zur Verfügung. Seit November dient sie als vorübergehende Flüchtlingsunterkunft.

Foto: Frank Homann

Mitte November hatte die Stadtverwaltung Königswinter die Turnhalle „Am Palastweiher“ in der Altstadt für Vereine und Schulen geschlossen und innerhalb kürzester Zeit für die Unterbringung von Flüchtlingen hergerichtet. Dabei, dass in der Halle nicht geturnt und trainiert werden kann, sondern geflüchtete Menschen ein vorläufiges Dach über dem Kopf finden, wird es vorerst auch bleiben. Wie die Stadt mitteilte, wird die Turnhalle weiterhin als Unterkunft für Geflüchtete benötigt – wie lange, das stehe derzeit nicht fest. Mit ein Grund sei, dass Zuweisungen des Landes ständig variierten und damit schwer planbar seien.

Wie berichtet, war die Turnhalle im November für den Sport gesperrt, wurde mit Betten ausgestattet und als Gemeinschaftseinrichtung und vorübergehende Unterkunft Geflüchteter hergerichtet – wie auch schon während der Flüchtlingskrise 2015 und erneut 2022. Das Problem für Schulen und Vereine dabei: Hallenzeiten „Am Palastweiher“ fallen weg, Alternativen sind in der Stadt schwer zu bekommen.

Schon bald darauf zogen die ersten geflüchteten Menschen ein. Aktuell, so teilte die Stadtverwaltung jetzt mit, lebten 19 Personen in der Turnhalle. Für weitere 21 Personen gebe es Kapazitäten, die allerdings jetzt noch nicht genutzt werden mussten. Problem dabei aber für die Stadt: Die Anzahl der untergebrachten Personen „variiert regelmäßig aufgrund neuer Zuweisungen oder internen Umzügen innerhalb der Gemeinschaftsunterkünfte der Stadt Königswinter“.

Aktuell leben 19 Flüchtlinge in der Turnhalle

Die Zuweisungen erfolgen durch die Bezirksregierung Arnsberg. Zugrunde gelegt wird laut Stadt ein Verteilschlüssel, der alle Städte und Gemeinden berücksichtige. Da alle Städte und Gemeinden gesetzlich dazu verpflichtet sind, geflüchtete Personen aufzunehmen und unterzubringen, „kann sich auch die Stadt Königswinter einer neuen Zuweisung nicht verwehren“, so die Mitteilung aus dem Rathaus. Die Stadt Königswinter habe in diesem Zusammenhang mit Stichtag Mitte Februar 62 Personen gemeldet bekommen – aber auch diese Zahl variiere wöchentlich, die Quote verändere sich immer wieder.

Zuweisungen variieren ständig

Die Stadtverwaltung prüfe kontinuierlich anderweitige Unterbringungsmöglichkeiten, so wurde in Oberpleis im Gewerbegebiet Krahfeld eine neue Flüchtlingsunterkunft errichtet. Die erste Containeranlage, konzipiert für 40 Personen, sei vollständig belegt und werde bald, voraussichtlich ab Mitte März, durch eine zweite Anlage erweitert. Auch die ehemalige Kita „Rappelkiste“ in Oberpleis sei vorübergehend Unterkunft.

Da der Bedarf nicht abreiße, hat der Stadtrat die Verwaltung beauftragt, zwei weitere temporäre Containeranlagen für jeweils bis zu 40 Personen am gleichen Standort zu planen und herzustellen. Das werde aber frühestens Ende 2024 erledigt sein.

Entsprechend scheitere zum aktuellen Zeitpunkt „der Wunsch, die Turnhalle schnellstmöglich wieder freizugeben“. Wann genau das geschehen könne, sei unklar.

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