Neue Ausstellung seit Sonntag Was die Königswinterer in diesem Jahr in der Zera-Fabrik alles erwartet

Königswinter · Mit der Eröffnung der Ausstellung „Die Fabrikanten“ in der ehemaligen Zera-Fabrik alias Hotspot KW factory am Sonntag, beginnt in dem Gebäude das neue Kulturjahr. Was das zu bieten hat

 Dieses Objekt von Helmut Reinelt ist eines von vielen, das ab Sonntag, 7. April, in der einstigen Zera-Fabrik in Königswinter ausgestellt wird.

Dieses Objekt von Helmut Reinelt ist eines von vielen, das ab Sonntag, 7. April, in der einstigen Zera-Fabrik in Königswinter ausgestellt wird.

Foto: GA/Lydia Schauff

Das Programm wird vielfältig. „Wir beginnen jetzt im April und wollen dann relativ dicht Ausstellungen und Veranstaltungen anbieten“, sagt Helmut Reinelt vom Rheinbreitbacher Kulturbüro Nr. 5, das für die kulturelle Belebung des Zera-Komplexes in Zusammenarbeit mit dem Gebäudeeigentümer Verianos verantwortlich zeichnet.

Die aktuelle Ausstellung, die Musik, Textilkunst und Siebdruck, Fotos, Malerei, Lichtkunst, Zeichnungen, Objekte und mithilfe von künstlicher Intelligenz erstellte Werke zeigt, soll bis zum 28. April zu sehen sein. Viele der Künstler arbeiten direkt vor Ort.

Außerdem finden Besucher an den Wochenenden eine Art offene Tür und können einfach schauen, was da gerade passiert und den Kreativen beim Werkeln über die Schulter schauen. Am Dienstag, 9. April, wird auch das „Improvisatorium“ starten, eine Art Jam Session mit Performance-Charakter. An jedem zweiten Dienstag im Monat soll das stattfinden. Der Eintritt ist frei und die Besucher können nicht nur zuhören, sondern auch selbst aktiv werden. „Da können auch Leute mitspielen und sich beteiligen. Da wird sehr frei improvisiert“, sagt Helmut Reinelt. Ob Instrument, Gesang, Sprechen, Laute – jede Art klanglicher Beitrag ist willkommen.

Aus Kronkorken und Gitarren werden Kunstwerke

Im Mai soll in der Zera eine Ausstellung mit Kunstwerken zu sehen sein, die durch Upcycling, also dem Herstellen neuwertiger Produkte und Dinge mit vorhanden alten Dingen, entstanden sind. Gitarren und Verstärker, Kronkorken, abgelegte Kleidungsstücke erhalten ein zweites Leben, verwandeln sich in Kunstwerk. Reinelt: „Sogar Teile von Gebäuden wie Türen und Fenster werden durch künstlerische Interventionen zu großformatigen Gemälden.“

Der Juni wird voraussichtlich unter der Überschrift „Over the Rainbow“ im Zeichen queerer Künstler stehen, darunter auch Künstler, die in der Bonner Bundeskunsthalle arbeiten. Künstlerische Werke aus den Bereichen textiles Gestalten, Malerei, Fotografie werden gezeigt. „Es sind auch Workshops geplant“, sagt Helmut Reinelt. So etwa ein Drag-Workshop, in dem gezeigt wird, wie sich ein Mann mit Make-up und Kleidung in eine schillernde Frau verwandeln kann. Laut einer Legende soll der englische Dichter und Dramatiker William Shakespeare, der auch für Frauenrollen ausschließlich Männer besetzte, an den Rand seiner Bühnenanweisungen Drag geschrieben haben, wenn ein Mann als Frau verkleidet auftreten sollte. Der Begriff „Drag“ wird oft als „dressed as a girl“ (“als Mädchen gekleidet“) interpretiert.

Factory-Market in der Weihnachtszeit

Was die Zera-Besucher im Juli erwartet, wird gerade noch ausgelotet. Im August werden Künstler in der einstigen Zera-Fabrik in einer Ausstellung unter dem Titel „Die Vierte Wand“ die Ergebnisse dessen zeigen, was beim Betrachten eines abgeschlossen Bunkerraums entstanden ist. Der Ausgangspunkt ist der Kölner Kulturbunker, in der die Ausstellung vorher zu sehen ist und gleichzeitig auch den künstlerischen Anstoß gibt. „Es geht darum zu sehen, was das mit den Künstlern macht“, so Reinelt.

Im September soll eine Ausstellung gezeigt werden, die in Kooperation mit einer Künstlergruppe entsteht, und sich dem Thema Baustellen widmet. Im Oktober liegt der Fokus auf Streetart und in der Weihnachtszeit ist ein Factory-Market geplant, bei dem Kunst aller Art bestaunt und natürlich auch, etwa als besonderes Weihnachtsgeschenk, erstanden werden kann.

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