Denkmal für Kölner Mundartlegende Wie Willi Ostermann als Monument ins Nachtigallental von Königswinter kam

Königswinter · Vor 75 Jahren entstand das Denkmal für den großen Kölner Mundartdichter und Komponisten in einem rheinromatischen Tal unterhalb des Drachenfels. Ein Jubiläumsfest ist am Samstag, 6. Juli, im Park von Schloss Drachenburg vorgesehen – mit allerlei Überraschendem.

Putzten gemeinsam das Ostermann-Denkmal: Frank Carlsson (v. l.), Tina Lehmann, Ralf Klösges, Guido Hoffmann, Lisa Limmer und Mechthild Kuchta

Putzten gemeinsam das Ostermann-Denkmal: Frank Carlsson (v. l.), Tina Lehmann, Ralf Klösges, Guido Hoffmann, Lisa Limmer und Mechthild Kuchta

Foto: Roswitha Oschmann

Da wo die sieben Berge am Rheinesstrande steh‘n – exakt dort packten Vertreter der Großen Königswinterer Karnevalsgesellschaft (GKKG) und der Kreissparkasse Köln (KSK) mit Besen, Schaufel und Schrubber an. Mitten im Nachtigallental putzten sie das Denkmal für Willi Ostermann, den Schöpfer vieler Heimat- und Karnevalslieder und auch der Königswinterer „Nationalhymne“ mit dem Namen „Da wo die sieben Berge“.

Die GKKG hatte das Ehrenmal errichtet, am 3. Juli 1949 wurde es von Witwe Käthe Ostermann enthüllt. Zur Einweihung kamen damals 80.000 Menschen. Ein imposanter Festzug schlängelte sich vom Nachtigallental in die Stadt. Überall wurde gefeiert, gesungen und musiziert.

 Besonders gründlich mit der „Denkmlapflege“ meint es GKKG-Präsident Guido Hoffmann.

Besonders gründlich mit der „Denkmlapflege“ meint es GKKG-Präsident Guido Hoffmann.

Foto: Roswitha Oschmann

Dieses Ereignis jährt sich nun zum 75. Mal. „Wir nehmen das Jubiläum zum Anlass, eine Gedenkfeier mit geladenen Gästen im Park von Schloss Drachenburg am 6. Juli zu veranstalten“, sagte GKKG-Präsident Guido Hoffmann. Eingeladen sind alle Präsidenten des Festausschusses Siebengebirge und des Festkomitees Kölner Karneval, außerdem Vertreter aus Politik, Wirtschaft und den ortsansässigen Vereinen aus Königswinter.

Festrede, Grußworte und der Auftritt des bekannten Ostermann-Interpreten „Et Klimpermännchen“ Thomas Cüpper werden auf dem Programm stehen. Es gibt Speis und Trank. Jeder kann Schloss und Park besichtigen. Und natürlich besteht auch die Möglichkeit, durchs Nachtigallental zu flanieren, am Denkmal vorbei. Mit einem kleinen Denkmal geht jeder ohnehin nach Hause: Die GKKG überreicht jedem Gast eine Ansteckbrosche – ein von Eichenlaub umkränztes Mini-Denkmal mit dem Relief Ostermanns, seinem Bibi und einer Note. Ein richtiges Schmuckstück.

Einen Ostermann zum Mitnehmen

„Im Zuge der Vorbereitungen zu den Feierlichkeiten sind wir heute hier, um als symbolischen Auftakt des Jubiläumsjahres das Denkmal auf Hochglanz zu bringen“, betonte Hoffmann. Tatkräftige Hilfe hatte der Vorstand der GKKG dabei auch von der Kreissparkasse Köln als Hauptsponsor. Ralf Klösges, Regionalvorstand der Direktion Rhein-Sieg: „Gerne unterstützen wir das Jubiläum, schließlich sind wir ebenso wie Willi Ostermann fest in der Region verwurzelt. Mit der ,Kölschen Heimat‘ pflegen wir eine eigene jährliche Musikreihe, die sich dem kölschen Liedgut widmet“, so Klösges. Dafür würden immer wieder Stücke von Willi Ostermann neu interpretiert.

Regionaldirektorin Lisa Limmer ergänzte: „Auch über das Brauchtum hinaus zählt es zu der Philosophie der Kreissparkasse Köln, Initiativen zu unterstützen. 2023 wurden allein im Siebengebirge über 100.000 Euro für gute Zwecke aus allen gesellschaftlichen Bereichen zur Verfügung gestellt.“ Filialdirektorin der KSK Dollendorf, Mechthild Kuchta: „Wir wünschen der GKKG ein erfolgreiches Jubiläumsjahr und tragen gerne auch heute zum Gelingen bei.“

Am Morgen des 6. Juli werden Kränze am Denkmal niedergelegt und die Fahnen der Stadt Königswinter und Köln aufgestellt. Die Gäste haben Gelegenheit, vor oder nach den Feierlichkeiten das Denkmal aufzusuchen. „Die Gäste sind zunächst eingeladen, mit der Drachenfelsbahn zur Mittelstation zu fahren, um im Schlosspark die Feierlichkeiten zu besuchen“, so Hoffmann, der von der zweiten Vorsitzenden, Tina Lehmann, und Geschäftsführer Frank Carlsson beim Putzen unterstützt wurde.

„Denkmalpfleger“ mit Eimer und Besen

Der Dank der KG galt auch der Schloss Drachenburg GmbH, die dieses besondere Geburtstagsfest ebenfalls unterstützt. Damit künftig jeder Spaziergänger nachvollziehen kann, was es mit dem Ostermann-Denkmal auf sich hat, soll mit Unterstützung der Tourismus Siebengebirge auch ein QR-Code als Info-Quelle eingerichtet werden – wo fröhlich sie marschierten durchs Nachtigallental ...

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