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Heisterbacherrott: Wiederbelegungsversuche für die Kirmes

Heisterbacherrott : Wiederbelegungsversuche für die Kirmes

Wetter macht dem Bürgerfestausschuss am Samstag einen Strich durch die Rechnung.

Sie wollten der Kirmes in Heisterbacherrott neues Leben einhauchen, doch ausgerechnet Petrus machte dem Vorstand des Bürgerfestausschusses (BFA) und den "Sieben Burschen" einen gehörigen Strich durch die Rechnung.

Statt Kirmeswetter gab's zumindest am Samstag Dauerregen. "Seit vielen Jahren sind erstmals wieder Vereine beteiligt und jetzt das." Betrübt schaut Rainer Henseler, zweiter Vorsitzender des BFA, über die fast leeren Tische und Bänke im Bierpavillon hinweg nach draußen in den trüben Himmel.

Nur wenige Pänz drehten auf dem Kinderkarussell ihre Runden. Auch beim Pfeilewerfen und an der Süßigkeitenbude warten die Schausteller auf Besucher.

Offensichtlich hatte auch die Tatsache, dass Pastor Markus Hoitz gemeinsam mit der frisch gebackenen Staatssekretärin Andrea Milz die Eröffnung vornahm, den Wettergott nicht versöhnlich stimmen können. Nur wenige Besucher statteten am Samstagnachmittag dem Rummel einen Besuch ab.

Dabei hatten die Mitglieder des BFA eigens leckere Kuchen gebacken, Waffelteig und Kaffee vorbereitet. Immerhin füllten sich dann am Abend die Reihen: Die Biermeterwertung mochte sich so manch einer nicht entgehen lassen.

Kölsche Tön und Musik aus der Konserve sorgten überdies für gute Stimmung. Auch die Kameraden des Löschzug Ölberg statteten der Kirmes gemeinsam einen Besuch ab. "Das hat uns sehr gefreut", so Henseler. Und am Sonntag hatte Petrus dann doch noch ein Einsehen mit den "Hesprottern".

"Es ist ein Teufelskreis", so Henseler: "Die Leute nehmen die Kirmes nicht mehr an, deswegen kommen dann auch die Schausteller nicht mehr. Was wiederum zur Folge hat, dass noch weniger Besucher kommen." In den vergangenen Jahren hatten allein "Die Sieben Burschen" versucht, dass Flämmchen am Ausgehen zu hindern, indem sie für alle sichtbar den traditionellen Paias am Maibaum aufhängten und am letzten Kirmestag auch wieder öffentlich verbrannten.

Um die gute alte Kirmestradition der Leddeköpp zu retten, stieg nun auch der Bürgerfestausschuss mit ins Boot und ließ sich so Einiges einfallen, um die Kirmes wieder attraktiver zu machen. "Damit möchten wir natürlich auch den Schaustellern signalisieren, dass man wieder nach Heisterbacherrott kommen kann, dass sich hier wieder etwas tut, weil eben auch Vereine dabei sind."

Warum sich die Ortsvereine jahrelang rar gemacht haben, weiß Henseler selber nicht so genau: "Früher hatte der TuS Siebengebirge die Bewirtung inne, aber nach der Fusion ist das irgendwie eingeschlafen." Das soll sich nachdem Willen des BFA und der "Sieben Burschen" nun ändern.

Am Kirmessonntag gab es im Bierpavillon abermals selbst gebackenen Kuchen und Waffeln, abends konnte das Bierchen bei flotter Musik genossen werden. Am Montag wird der Paias begleitet vom Tambourcorps Siebengebirge in einem feierlichen Trauerzug durch den Ort zu Grabe getragen und anschließend auf dem Kirmesplatz verbrannt. (qg)