Wohnungsbau im Siebengebirge „Lego für Erwachsene“ oder ein fliegendes Wohnzimmer in Königswinter

Königswinter · Während in den Radio-Nachrichten vermeldet wird, dass in Deutschland derzeit so wenige Neubauten geplant werden, wie seit zehn Jahren nicht, wird in der Königswinter Richtfest für zwei neue Mehrfamilienhäuser gefeiert. Zuvor ist der letzte Baustein per Kran an Ort und Stelle gesetzt worden.

Am Donnerstagmittag ist das letzte Modul der beiden Mehrfamilienhäuser, die die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben in der Königsiwnterer Dechant-Ibach-Straße bauen lässt, montiert worden.

Am Donnerstagmittag ist das letzte Modul der beiden Mehrfamilienhäuser, die die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben in der Königsiwnterer Dechant-Ibach-Straße bauen lässt, montiert worden.

Foto: GA/Lydia Schauff

„Wir nennen das Lego für Erwachsene“, sagt Christoph Zielinski, Leiter des Bereichs Geschosswohnungsbau der Alho Systembau Gesellschaft, mit Blick auf das, was in der Königswinterer Dechant-Ibach-Straße vonstattengegangen ist. Nach und nach sind in der vergangenen Woche aus verschiedenen Modulen, deren Basis ein Stahlskelett bildet, zwei Häuser entstanden.

Zwischen zwölf und 20 Tonnen kann ein solches Wohnungsmodul laut Zielinski wiegen. Das ist abhängig davon, ob es sich um ein Leermodul, also quasi einen einfachen Raum, handelt oder ein Modul, in dem bereits ein Treppenteil dabei ist, Sanitär oder Teile für einen Aufzug verbaut sind. Vorgefertigt werden die Module in den Fertigungshallen der Alho in Friesenhagen, was auch je nach Art zwischen drei und sieben Tage dauert. Anschließend werden die Module dann per Lkw an den Bestimmungsort transportiert.

Am Donnerstagmittag ist auf der Baustelle in der Dechant-Ibach-Straße das letzte Modul per Kran samt Fenstern und Wänden in die Luft gehoben und montiert worden. Das Aufbringen der Dämmung und der Fassade, der Innenausbau, das Gießen der Böden, das Verlegen der Leitungen für Fußbodenheizungen, das Anbringen der Balkone und das Gestalten der Fläche um die Häuser, wo unter anderem einen Spielplatz entstehen soll, stehen nun an. Weiterhin ist laut Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) die Begrünung der Dachflächen sowie die Installation einer Photovoltaik-Anlage geplant.

Voraussichtlich im Spätsommer sollen die 19 Drei-Raum-Wohnungen, die die BImA, der auch das Grundstück gehört, bauen lässt, bezogen werden können. Damit wird das Bauprojekt, das im Oktober begonnen hat, nach voraussichtlich acht Monaten abgeschlossen sein. Diese schnelle Bauzeit ist laut Zielinski ein weiterer Vorteil der Modulbauweise gegenüber konventionellen Baustellen mit rund zwei Jahren Bauzeit.

Die fertiggestellten Wohnungen sind vorrangig für Beschäftigte des Bundes gedacht, aber „damit entlasten wir die lokalen Wohnungsmärkte“, sagt BImA-Vorstandsmitglied Paul Johannes Fietz. Zwar werden die neu entstandenen Wohnungen im Rahmen der Wohnungsfürsorge des Bundes zunächst Bundesbediensteten von etwa Zoll, Bundespolizei oder Bundeswehr als bezahlbarer Wohnraum angeboten, aber: „Wohnungen, die nicht in diesem Rahmen vergeben werden, stehen danach zu den gleichen Konditionen zur Vermietung auf dem freien Markt zur Verfügung“, wie die BImA informiert.

„Der Bund baut seit 15 Jahren das erste Mal wieder für den freien Wohnungsmarkt Wohnungen“, sagt Bernd Grotefeld, Leiter der zuständigen Hauptstelle des BImA-Portfoliomanagements Dortmund. Laut Paul Johannes Fietz wird die BImA bis zum Jahresende mit dem Bau von 4000 Wohnungen beginnen und voraussichtlich rund 1000 Wohnungen fertigstellen.

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