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Zeugnisse im Rhein-Sieg-Kreis: Von Aausgabestraßen bis Hausbesuch

Von Zeugnisausgabestraßen bis Hausbesuch : Wie Schulen im Rhein-Sieg-Kreis die Zeugnisse verteilen

An diesem Freitag werden die Zeugnisse vergeben. Die Schulen mussten selbst entscheiden, wie sie die Zeugnisse verteilen. Manche von ihnen beweisen besondere Kreativität. Ein Blick auf Schulen im Rhein-Sieg-Kreis.

In Pandemie-Zeiten läuft vieles anders. Die Schulen sind das schon gewohnt. Dementsprechend stellt auch die Ausgabe der Zwischenzeugnisse an diesem Freitag die meisten Schulen im Rhein-Sieg-Kreis nicht vor allzu große Herausforderungen. Wie genau sie verteilt werden, mussten die Schulen selbst entscheiden.

Am Siegtal-Gymnasium in Eitorf werde es den Eltern überlassen, ob sie oder ihre Kinder die Zeugnisse in der Schule abholen oder sich per Post zuschicken lassen, erklärt Direktorin Dagmar Philipps. Am Freitag werden verschiedene Korridore mit bestimmten Zeitfenstern für jede Klasse mit getrennten Ein- und Ausgängen eingerichtet, damit es keine Wegekreuzungen gibt. „Zeugnisausgabestraßen“ nennt es die Schulleiterin. Wer das Zeugnis nicht abholt, bekommt es per Post. „Aber es ist gut, dem Klassenlehrer ins Gesicht sehen zu können. Manchmal reichen schon zwei persönliche Sätze“, sagt Dagmar Philipps.

In Einzelfällen kommt die Klassenleitung nach Hause

Auch an der Gemeinschaftsgrundschule in Königswinter-Oberdollendorf werden die Zeugnisse in fast allen Klassen persönlich übergeben. „Bei aller Distanz und Regeln freut es uns, dass wir auch persönliche Begegnungen zur Übergabe realisieren können, natürlich unter Einhaltung der Hygienevorschriften“, sagt Schulleiterin Anja van den Berg.

Ähnlich verfährt auch die Swistbachschule in Swisttal-Heimerzheim. Die Klassen haben bestimmte Zeitfenster und verschiedene Räume zugewiesen bekommen. Wer das Zeugnis am Freitag nicht abholen kann, der bekommt es von der Klassenleitung persönlich nach Hause. „Das werden aber höchstens Einzelfälle sein“, sagt Konrektorin Angela Peters.

Doch nicht alle Schüler können das Zwischenzeugnis persönlich abholen. An der Europaschule in Bornheim werden alle Zeugnisse verschickt. „Wenn wir 1400 Schüler kommen lassen, würde das allen Vorsichtsmaßnahmen widersprechen“, sagt der stellvertretende Schulleiter Andreas Kreutzer.

Die Vorteile der Abholung durch die Eltern

„Die Umschläge sind schon vorbereitet. Das ist ein erheblicher Aufwand für das Kollegium und das Sekretariat. Und auch ein finanzieller Mehraufwand für den Schulträger“, so Kreutzer. Einzig einige wenige Zehntklässler, die an Berufskollegs wechseln, dürfen ihr Zeugnis abholen.

Das Carl-Reuther-Berufskolleg in Hennef verschickt vorab Zeugniskopien. Die Originale würden die Klassenlehrer bei nächster Gelegenheit im Präsenzunterricht aushändigen, kündigt die Homepage an.

An der Max-und-Moritz-Grundschule in Sankt Augustin-Menden wurden fast alle Zeugnisse bereits am Montag, dem „Materialaustauschtag“, ausgegeben. Grundschulen haben dafür die ganze Woche Zeit, wie Rektorin Elke Marquis erläutert. Auch hier gab es Zeitkorridore für die Eltern. Alles habe problemlos geklappt. Die Schulleiterin sieht in den besonderen Umständen das Positive: „So hatten wir sofort die unterschriebenen Zeugnisse wieder da und mussten ihnen nicht hinterherrennen.“