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Ziegen verenden am Blauen See in Königswinter

Genaue Ursache noch unklar : Ziegen verenden am Blauen See in Königswinter

Ziegen sind die perfekten Landschaftspfleger und werden als solche auch vom Wasserbeschaffungsverband Thomasberg auf dessen Grundstücken eingesetzt. Doch zwei der Tiere sind jetzt am Blauen See in Königswinter verendet. Die Ursache dafür dürfte menschliches Fehlverhalten gewesen sein.

Eigentlich sind die Ziegen gekommen, um das Gras rund um die beiden Steinbrüche des Wasserbeschaffungsverbandes Thomasberg (WBV) am Blauen See kurz zu fressen. Doch zwei der Ziegen, unter ihnen eine junge Ziegenmama, sind jetzt verendet, nachdem sie von Unbekannten offensichtlich mit Rasenschnitt gefüttert wurden. Dabei ist das Gelände großräumig eingezäunt.

„Wir haben die Ziegen vor einigen Wochen geholt, um die Verbuschung und Verkrautung zu vermeiden“, sagt Gerrit Schnitzer vom WBV. Die Tiere seien hervorragende Kletterer und könnten diese Arbeit in dem unwegsamen Gelände rund um die Steinbrüche mit ihren steilen Hängen verrichten, die für Menschen mit großem Aufwand und auch Gefahr verbunden sei.

35 Ziegen leben am Blauen See

Conny Kucharz, die mit ihrer Familie in Buchholz seit einigen Jahren im Nebenerwerb ein kleines Unternehmen aufgebaut hat, das Landschaftspflege mit Ziegen anbietet, ist jedenfalls untröstlich. Für die Eigentümerin von rund 200 Ziegen, von denen derzeit rund 35 am Blauen See leben, sind die Tiere eine Herzensangelegenheit. Die Ziegen, die alle Namen haben und im Winter in einem Stall in Buchholz leben, werden in der Landschaftspflege im Siebengebirge und an den Rheinhängen, aber zum Beispiel auch bei Achtsamkeitswanderungen für Kinder und Erwachsene eingesetzt.

Eine der beiden toten Ziegen am Blauen See war gerade erst Mama geworden. Der Ziegenopa habe sich jetzt des mutterlosen Jungtiers angenommen. „Ziegen haben eine ganz starke soziale Bindung und Familienverbundenheit“, sagt Kucharz.

Auch Ex-Formel-1-Star Ralf Schumacher setzt Ziegen ein

Ihre Familie übernimmt sie meist von Privatleuten, aber auch von Veterinärämtern. Sie gibt aber auch Ziegen ab, wie kürzlich an den ehemaligen Formel-1-Star Ralf Schumacher, dem die Ziegen jetzt bei der Gartenarbeit helfen und der sich mit einem Video in den sozialen Medien bei der Familie bedankte und Werbung für ihr Engagement machte.

Wenn Tiere zu Tode kämen, geschehe das in aller Regel aufgrund der Dummheit von Menschen, sagt Kucharz. Zum Beispiel, indem sie, wie in diesem Fall, möglicherweise zusätzlich verunreinigten Rasenschnitt fressen, den sie mit ihrem Wiederkäuermagen nicht verdauen können. „Die Tiere vergasen dann innerlich“, sagt Kucharz. Dabei könnten die Ziegen sogar viele giftige Neophyten, das sind nicht einheimische Pflanzen wie die Herkulesstaude, das Springkraut oder den Japanischen Knöterich, fressen, ohne dabei Schaden zu nehmen.