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Haus Schlesien in Heisterbacherrott: Zur Teileröffnung eine Sonderausstellung

Haus Schlesien in Heisterbacherrott : Zur Teileröffnung eine Sonderausstellung

Seit knapp einem Jahr wird das Museum von Haus Schlesien in Heisterbacherrott umgebaut und modernisiert. Ein erster Teil ist nun fertiggestellt. Und wurde mit einer Sonderausstellung über die Gärten Peter Joseph Lennés zwischen Schlesien und Pommern eröffnet.

„Meisterhaft wie selten einer“ hat Peter Joseph Lenné einst Parks und Gärten gestaltet – und das nicht nur in der Region. Doch während die von ihm entworfenen Grünanlagen hierzulande nahezu vollständig erfasst und dokumentiert sind, gerieten seine Arbeiten in den ehemals deutschen Provinzen jenseits der heutigen Grenzen weitgehend in Vergessenheit.

Dabei hat der Sohn der Stadt Bonn zahlreiche Gärten zwischen Schlesien und Pommern gestaltet, von denen viele noch erhalten sind: von der romantischen Kulturlandschaft des Hirschberger Tals mit seinen Schlossgärten für die Sommeraufenthalte der preußischen Königsfamilie bis hin zum Kurpark von Swinemünde an der Ostsee. Ihnen widmet sich die Sonderausstellung der Universitäten Dresden und Breslau sowie der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, die am Sonntag im Haus Schlesien eröffnet wurde.

Ehemaliger volkskundlicher Raum ist umgestaltet

Mit der Ausstellung wurde gleichzeitig ein erster Teilbereich des noch im Umbau befindlichen Museums wieder für Besucher geöffnet: der eigens für Sonderausstellungen umgestaltete, ehemalige volkskundliche Raum, der in seiner neuen hellen und luftigen Optik selbst für Stammgäste kaum wiederzuerkennen war. Museumsleiterin Nicola Remig freute sich, viele Besucher zur „Eröffnungsfeier auf der Baustelle“ begrüßen zu können.

Ursprünglich war ein kleines „Gartenfest mit Sommerkleid und Sonnenhut“ geplant gewesen, doch dem hatte Petrus einen Strich durch die Rechnung gemacht. Statt durch den Park von Haus Schlesien konnten die Gäste aber immerhin gedanklich beim Betrachten der Ausstellung durch die Parkanlagen Lennés flanieren.

Auf großen Leinwänden informiert die Ausstellung über die Landschaftsgestaltungen in den ehemaligen östlichen Provinzen Preußens im heutigen Polen, an denen der Bonner Gartenkünstler direkt oder indirekt beteiligt war.

Auch wird interessantes Wissen über Lennés Arbeitsweise, seine Gestaltungsprinzipien, seinen Wirkungskreis und seine Schüler vermittelt. Ergänzend dazu präsentiert Haus Schlesien einige ausgewählte Ausstellungsstücke aus der eigenen Dauerausstellung. Insgesamt konnten die Macher der Ausstellung mehr als 30 Gartenanlagen identifizieren, die unter Mitwirkung Lennés und seiner engsten Mitarbeiter entstanden sind.

Sichtachsen sind das besondere Merkmal

Die meisten liegen in Westpommern, Niederschlesien und Lebus. „Herausgefunden hat man, dass allerdings von den örtlichen Gärtnern nicht immer alles ganz exakt so umgesetzt wurde, wie Lenné es vorgesehen hatte“, verrät Museumsmitarbeiterin Bernadett Fischer.

So oder so sind die Grünanlagen, deren besonderes Merkmal die Sichtachsen sind, eine Pracht. „Egal in welchem Schlosspark im Hirschberger Tal man sitzt, immer wieder öffnen sich tolle Ausblicke auf Besonderheiten der Landschaft, die Schneekoppe zum Beispiel“, schwärmt Remig. Kein Wunder, dass man vom „schlesischen Elysium“ spricht.

Passend zur Sonderausstellung gibt es in Kooperation mit der Bonner Lenné-Gesellschaft ein umfangreiches Begleitprogramm. „Wir möchten damit die Bezüge zwischen Ost und West deutlich machen, die früher eine Selbstverständlichkeit waren“, so Remig.

Über die gute Zusammenarbeit freuten sich auch die Vertreter der Lenné-Gesellschaft, Jost Brökelmann und Ingeborg Nolden, die als Gastgeschenk eine besondere Leihgabe für das Museum überreichten: ein Porträt des Gartenarchitekten, das aus Worten des Lebenslaufs Lennés zusammengesetzt wurde.