"Schandfleck Löwenburg" Abriss - Vier Millionen Euro werden in einen Neubau investiert

UNKEL · Betritt man die historische Altstadt von Unkel vom Neven-Dumont-Platz aus, dann blickt man Richtung Süden auf ein pompöses, aber arg heruntergekommenes Gebäude. Als Schandfleck präsentiert sich dem Besucher das ehemals so renommierte "Hotel Löwenburg", in dem früher auch der Unkeler Winzerverein residierte.

 Abriss geplant: Der Löwenburger Hof soll aus dem Stadtbild verschwinden.

Abriss geplant: Der Löwenburger Hof soll aus dem Stadtbild verschwinden.

Foto: Frank Homann

Zahllose Feste wurden hier in dem 400 Personen fassenden Saal gefeiert, bis dieser in den 70er Jahren abbrannte. Nun scheinen die Tage des großen Gebäudes gezählt. Ein Investor will es abreißen und durch einen Neubau ersetzen, der sich in das Stadtbild harmonisch einfügt.

"Ich bin froh und glücklich, den Bauherrn Stefan Upgang aus Asbach und seinen Architekten Matthias Olbrisch heute begrüßen zu können", erklärte Stadtbürgermeister Werner Zimmermann am Dienstagnachmittag. Seit Monaten habe die Stadt einen Interessenten für das zum Verkauf stehende Gebäude gesucht. "Nun haben wir mit dem ersten Entwurf, den der Rat als Grobraster bereits zustimmend zur Kenntnis genommen hat, eine positive Wegstrecke zurückgelegt, damit dieser Schandfleck für unsere Stadt verschwinden kann", freute sich Zimmermann.

Ein Mitarbeiter hatte den Asbacher Bauunternehmer auf die "Löwenburg" am Unkeler Markt aufmerksam gemacht und der hatte, getreu seinem Firmen-Motto "Bauen für die Zukunft" schnell den Eindruck: "An diesem schönen Platz muss man etwas wachsen lassen!" Ein erster Rundgang durch das Gebäude mit seinem Architekten, der Unkel schon als Projektleiter des Christinenstift-Neubaus vor 20 Jahren kennt, war jedoch deprimierend.

"Das Gebäude ist nicht nur außen völlig heruntergekommen. Durch die Deckenbalken kann man in die unteren Etagen gucken, die Fassade ist total marode", berichtete Olbrisch. Trotzdem machte sich keine Resignation breit. Investor und Architekt waren sich einig: "Die Löwenburg muss als dominante Erscheinung der Altstadt wieder hergestellt werden." Olbrisch stand also vor der Aufgabe, ohne historisierende Stilmittel eine anspruchsvolle Lösung zu finden, die sich harmonisch in die vorhandene Nachbarschaftsbebauung einfügt.

Das scheint ihm gelungen zu sein. Wie bei dem jetzigen Bau, wird sein Entwurf von einem mächtigen Giebeltrakt dominiert, der sich im Erdgeschoss etwas zurückspringend in Arkaden zum Platz öffnet. Auch das Motiv der großen Dachgaube im Trakt Richtung Freiligrathstraße wird wieder aufgegriffen. "Vorgesehen ist im 635 Quadratmeter großen Erdgeschoss einen gastronomischen Betrieb samt Saal anzusiedeln. Im Obergeschoss sollen Büros für Dienstleistungsunternehmen entstehen, während im Dachgeschoss Wohnungen geplant sind", berichtete der Architekt.

Auch an Stellplätze ist gedacht. Erschlossen wird das über 2 000 Quadratmeter große Grundstück von der Straße "Am Graben". Von dort kann die geplante Tiefgarage angefahren werden, die Platz für zwölf Fahrzeug bietet. Weitere 24 Autos können auf dem Platz abgestellt werden, wo sich früher der Festsaal befand.

Mit dem Baubeginn rechnet der Investor allerdings erst etwa in einem Jahr. Denn es gibt noch viel zu tun. "Wir haben die Pläne mit Reinhard Lahr von der Unteren Denkmalbehörde in Neuwied abgesprochen, der auf die sensible Nahtstelle zu dem Fachwerkhaus Freiligrathstraße 2 hingewiesen hat. Hier müssen wir noch nachbessern", erklärte Olbrisch. Ansonsten richtet sich der Baubeginn danach, bis wann ausreichend Interessenten vor allem für die Büroräume gefunden sind.

"Wir denken hier etwa an Anwälte oder Ärzte. Generell wäre es wünschenswert, sein Interesse in einer möglichst frühen Planungsphase anzumelden, da wir dann noch auf besondere Wünsche eingehen können", erklärte Upgang, der mit einem Investitionsvolumen für das Projekt "Neubau Löwenburg" von rund vier Millionen Euro ausgeht.

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