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Waldbreitbach im Wiedtal: Auf eigene Faust durchs Weihnachtsdorf

Waldbreitbach im Wiedtal : Auf eigene Faust durchs Weihnachtsdorf

Seit Jahren schmückt sich der kleine Ort Waldbreitbach im Dezember und Januar mit dem Beinamen „Weihnachtsdorf“. Auch in diesem Jahr. Und trotz Corona-Pandemie: Auch wenn es weniger Stationen sind, ist die Stimmung dennoch festlich.

Maria, Josef, Hirten und Könige beugen sich über das Jesuskind – auf einem beleuchteten Floß im Fluss. Auch ein überdimensionaler Adventskranz treibt auf der Wied, und der ganze umliegende Ort ist hell erleuchtet.

Ansichten wie diese bieten sich im „Weihnachtsdorf Waldbreitbach“ noch bis Donnerstag, 31. Januar. Nicht alles, was sonst ging, ist aufgrund der Corona-Pandemie möglich, aber „ob oder ob nicht“ war keine Diskussion. Wie seit mehr als 30 Jahren haben alle an der Umsetzung Beteiligten Waldbreitbach wieder zum Weihnachtsdorf werden lassen, und warten sogar mit einer neuen Attraktion auf.

Veranstalter rechnen nicht mit mehr Andrang

„Ganz gut Betrieb“ verzeichneten die Veranstalter vom Gewerbeverband Waldbreitbach bereits Anfang Dezember. Obgleich andernorts alle Weihnachtsveranstaltungen ausfallen, werde jedoch nicht mit mehr Andrang gerechnet: „In den vergangenen Jahren kamen rund 100 Busse und gut die Hälfte davon buchen Führungen“, sagt Florian Fark, Leiter der Tourist-Information des Touristik-Verbands Wiedtal. „Sowohl Busse als auch Gruppen fallen nunmehr weg, gleichfalls Besuche von Vereinen wie Landfrauen oder Kirchenchören.“

Auf eigene Faust respektive mit Infoblatt und Dorfplan ausgerüstet, geht es nun durchs „Weihnachtsdorf“ und etwa zur neuen Schwibbogen-Krippe. Daran haben die „Waldbreitbacher Krippenfreunde“ seit März getüftelt. Sechs Meter breit und vier Meter hoch präsentiert sie sich bei ihrer Premiere auf dem Parkplatz an der Marktstraße.

Den Besuchern werden auch wieder die Freilandkrippe und lebensgroße Figuren aus dem Erzgebirge „begegnen“. Überragt werden sie vom 18 Meter hohen und mit fast 10.000 LEDs bestückten Zunftbaum, für den extra immer ein Steiger notwendig ist.

Die sonst wohl aufwendigste Attraktion, die es sogar in das Guinness-Buch der Rekorde geschafft hat, wäre die Naturwurzelkrippe in der Pfarrkirche „Maria Himmelfahrt“: Zwölf Krippenbauer sind in den Vorjahren ehrenamtlich rund drei Wochen beschäftigt gewesen, die Landschaft mit rund 1.000 Wurzeln, 40 Figuren und 85 Tieren, Licht und Wasserfall aufzubauen. In diesem Jahr jedoch war das aufgrund der geltenden Abstandsgebote nicht möglich.

Auf dem Wanderweg „Stern von Bethlehem“ zum Kloster

Coronakonform hingegen ist der von 3500 Glühbirnen und mehr als 30 Krippen flankierte Wanderweg „Stern von Bethlehem“, der sich im Waldhang über Waldbreitbach gut ausmachen lässt und von der Tourist-Information über eine Strecke von knapp zwei Kilometern bis zum Kloster der Waldbreitbacher Franziskanerinnen führt.

Als Rundweg angelegt ist der „Kleine Krippenweg“ mit seinen fast 60 Stationen am Wied-Ufer entlang und durch den Ort. Dazu gehören auch liebevoll gestaltete kleine Krippen in Geschäften und Privatgärten. Der „Große Krippenweg“ hingegen ist abgesagt, weil einige Kliniken und Pflegeeinrichtungen auf dem Weg liegen und die verschiedenen Krippen dort nicht aufgebaut werden konnten.

Kein Christkindchenmarkt und Adventskalenderhaus

Verzichten müssen Besucher der „Best Christmas City“ 2018 in der Kategorie „Kleinstadt“ auch auf die Buden des Christkindchenmarkts und das Adventskalenderhaus, Konzerte in der Kirche, Bühnenprogramm und Tombola. Der Selbermacher-Basar der Kunsthandwerker findet ausschließlich online statt. Auch das Internationale Krippen- und Bibelmuseum muss laut jüngster Maßgabe mindestens bis zum 10. Januar 2021 geschlossen bleiben.

„Wir haben abgewartet, was geht, und immer wieder umgeplant“, sagt Fark. Große Einnahmen brächten die diesjährigen Angebote nicht. Es sei immer eine gemeinsame Aktion von Gewerbeverband, Krippenfreunden und vielen Ehrenamtlichen. Wer mag, kann in der Pfarrkirche spenden.

Laut Florian Fark sind die Aktionen aber auch in der deutlich kleineren Variante für das ganze Dorf wichtig und nicht zuletzt bedeutsam für den Tourismus: „Die Leute kommen im Winter her, sehen, wie schön es hier ist, welche Wanderwege und Campingplätze wir haben, und kommen zu anderen Jahreszeiten wieder.“