Strecke zwischen Troisdorf und Wiesbaden Was die Vollsperrung für Anwohner der Trasse bedeutet

Neuwied/Troisdorf · Für eine Generalüberholung muss die rechtsrheinische Bahnstrecke zwischen Troisdorf und Wiesbaden für ein halbes Jahr gesperrt werden. Was bedeutet das für Anwohner und welche Verbesserungen soll die Sanierung bringen?

Keine Güterzüge werden von Freitag, 10. Juli 2026, bis Freitag, 11. Dezember 2026, auf der rechten Rheinseite – wie auf unserem Bild in Königswinter – fahren. Die gesamte Trasse zwischen Troisdorf bis nach Wiesbaden wird generalsaniert.

Keine Güterzüge werden von Freitag, 10. Juli 2026, bis Freitag, 11. Dezember 2026, auf der rechten Rheinseite – wie auf unserem Bild in Königswinter – fahren. Die gesamte Trasse zwischen Troisdorf bis nach Wiesbaden wird generalsaniert.

Foto: Frank Homann

Dieses Datum können sich alle Bahnfahrenden und erst recht alle Anwohner der rechtsrheinischen Bahntrasse schon mal in Großbuchstaben in den Kalender schreiben: Ab 10. Juli 2026, ein Freitag, sperrt die Deutsche Bahn (DB) die komplette Trasse zwischen Wiesbaden und Troisdorf ab, um diesen Streckenabschnitt einer umfassenden Generalsanierung zu unterziehen. Fünf Monate lang soll diese 140 Kilometer lange Großbaustelle andauern und pünktlich am 11. Dezember, ebenfalls ein Freitag, enden.

Am Donnerstag informierte die DB eine Reihe von Bürgermeistern und Landräten per Videoschalte zum Großprojekt – allerdings nur für den Abschnitt von der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden bis zur rheinland-pfälzischen Landesgrenze bei Unkel. Über das Segment von Bad Honnef bis Troisdorf werde die zuständige Sektion West der DB „zu einem anderen Zeitpunkt separat“ informieren, teilte eine Bahnsprecherin für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland auf GA-Anfrage mit.

Fest steht aber bereits, dass zwischen Troisdorf und Koblenz, wie auf der gesamten Trasse, während der fünfmonatigen Generalsanierung unter anderem Gleise, Weichen, Oberleitung und Brücken modernisiert werden, wie Klaus Vornhusen, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen, während der Videokonferenz erklärte.

Eine gute Nachricht für die Anwohner der viel befahrenen Trasse hatten die Bahnmanager auch im Gepäck: Für den Abschnitt von Koblenz bis einschließlich Unkel könnten mit der Generalsanierung deutliche Verbesserungen in Sachen Lärmschutz einhergehen, darunter neue Lärmschutzwände und sogenannte Schienenstegdämpfer. Allerdings, so räumte Frank Schmidt, Projektleiter der Generalsanierung Rechter Rhein, ein, werde derzeit noch geprüft, was seitens der Bahn realisiert werden könne. „Ein Gutachten dazu ist beauftragt“, sagte Schmidt. Und: Überall dort, wo Streckengleise erneuert werden, baut die Bahn zusätzlich lärmmindernde, besohlte Schwellen ein, kündigte Schmidt an.

Für den NRW-Teil der Sanierung steht bereits fest, dass die DB mehrere Bahnhöfe (unter anderem Bad Honnef, Königswinter und Niederdollendorf) modernisieren und aufwerten will. Auch die lang ersehnte Beseitigung des Bahnübergangs Drachenfelsstraße und der Bau einer Unterführung für Fußgänger und Radfahrer an gleicher Stelle sind Teil des Bauplans.

Bahn prüft mehr Lärmschutz entlang der Rheintrasse

Darüber hinaus soll 2026 auch der Ausbau der S13 zwischen Troisdorf und Bonn-Oberkassel sozusagen beschleunigt vorangebracht werden. Die Sperrung bedeutet auf NRW-Gebiet, dass keine Güterzüge zu hören sein werden, da diese großräumig umgeleitet werden. Im Regionalverkehr fallen in dieser Zeit die Linien RE8 und RB27 – zumindest zwischen Troisdorf und Unkel aus. Dafür soll ein großflächiges Schienenersatzverkehrskonzept erstellt werden. Aber: Alle Verbindungen dieser beiden Regionalbahnen können damit nicht kompensiert werden.

Ziel der Generalsanierung ist es laut DB nicht, mehr Güterverkehr über die Strecke zu leiten, sagte Vornhusen mit Blick auf Befürchtungen aus den lärmbelasteten Kommunen entlang des Rheins. Und: Wie viel das Großprojekt kostet, stehe mit Blick auf laufende Planungen noch nicht fest: „Das ist noch in der Ermittlung“, erklärte Gerd-Dietrich Bolte, Leiter Infrastrukturprojekte im Regionalbereich Mitte bei der DB Netz AG.

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