Willy-Brandt-Forum in Unkel Brandts Enkel kümmert sich

Unkel · Der Ex-Bundesminister Rudolf Scharping übernimmt den Vorsitz des geplanten Freundeskreises des Willy-Brandt-Forums. Gemeinsam mit Vertretern des Stiftungsvorstandes stellte er das Vorhaben in Unkel vor.

 Beeindruckt vom Unkeler Willy-Brandt-Forum: Rudolf Scharping (rechts) mit Christoph Charlier.

Beeindruckt vom Unkeler Willy-Brandt-Forum: Rudolf Scharping (rechts) mit Christoph Charlier.

Foto: Frank Homann

Befragt nach dem Eindruck, den er bei einem Rundgang vom Willy-Brandt-Forum gewonnen hat, benötigte Rudolf Scharping gerade einmal zwei Worte: „Toll. Bemerkenswert.“ Christoph Charlier, Vorsitzender der Bürgerstiftung Willy-Brandt-Forum, Vize Rudolf Barth sowie Geschäftsführer Rudolf Rupperath vernahmen es sichtlich gerne.

Dass sich der Ministerpräsident a.D. von Rheinland-Pfalz, Bundesverteidigungsminister a.D. sowie ehemaliger Bundesvorsitzende der SPD gerade jetzt in die mehr als 25.000 Besucher einreihte, die seit Eröffnung 2011 das Museum schon besucht haben, hatte einen besonderen Grund. Scharping hat als Willy Brandts politischer Enkel seine Bereitschaft erklärt, durch Übernahme des Vorsitzes eines Freundeskreises das Willy-Brandt-Forum zu unterstützen. Rudolf Scharping und weitere Gründungsmitglieder stellten das Vorhaben gemeinsam mit Vertretern des Stiftungsvorstandes vor.

„Wir sind stolz, so namhafte Unterstützer gefunden zu haben“, leitete Charlier nach einem Rundgang durch die sehenswerte Ausstellung die Vorstellung ein. Persönlichkeiten wie Rudolf Scharping seien Garanten dafür, einen gemeinnützigen Verein nicht nur mit ihrer Sachkenntnis auf die Schiene zu setzen, sondern ihn bekannt zu machen und ihm so langfristig zum Erfolg zu verhelfen. Neben Scharping seien das Helmut Born, ehemaliger Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes und Unkeler Bürger, sowie Hanns Bölefahr, Horst Timm und Angelika Praus, so Charlier.

Die Idee, einen Förderverein zu gründen, bestehe schon länger, so Charlier. Das Willy-Brandt-Forum sei solide aufgestellt, so der Stiftungsvorsitzende. Charlier erinnerte an den ehrenamtlichen Einsatz von der Idee bis zur Umsetzung – inklusive Aufbringung eines finanziellen Eigenanteils in Höhe von seinerzeit 300.000 Euro. Bis heute sei das Ehrenamt einer der wichtigsten Pfeiler. Zugleich gelte: „Wir können uns nicht auf die faule Haut legen“, so Charlier. Umso erfreulicher sei etwa auch, dass in wenigen Tagen die erste Zustiftung – ein lebensgroßer Brandt-Bronzekopf, der 1971 von Gerhard Marcks geschaffen wurde – in einer kleinen Feierstunde übergeben werden könne.

Weitere, natürlich nicht zuletzt finanzielle, Unterstützung erhofft man sich nun von einem eingetragenen Verein mit hoffentlich vielen Mitgliedern. Denn, auch darauf verwies Charlier: Anders als etwa die Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung oder die Stiftung Bundeskanzler-Adenauerhaus erhalte die Unkeler Bürgerstiftung keine Bundesmittel. Charlier: „Wir sind auf uns alleine gestellt.“ Wie der Verein heißen wird, wie genau die Satzung letztlich aussehen wird, wie hoch die Mitgliedsbeiträge sein werden und nicht zuletzt, wie Mitglieder geworben werden sollen: Das zu klären, liegt nun in den Händen der Vereinsgründer. Sie werden die Weichen stellen, damit der Verein möglicherweise noch dieses Jahr aus der Taufe gehoben werden kann.

Nächster Schritt sei es, einen Brief an mögliche Förderer zu formulieren. Wichtig, so Charlier: Der Verein werde komplett eigenständig sein und auch agieren. Dazu gehöre auch, dass Mitglieder des Stiftungsvorstandes keine Funktion im Förderverein innehaben dürften. „Ich empfinde es als eine Ehre, die hier versammelte Erinnerung an Willy Brandt zu unterstützen“, begründete Scharping, der in Frankfurt am Main ein Kommunikationsunternehmen betreibt, seine Mitwirkung.

Hierbei gehe es um weit mehr als eine „nostalgische Erinnerung“ an den Weltbürger und Friedensnobelpreisträger Brandt. Vielmehr sei es gerade in der heutigen Zeit enorm wichtig, sein Wirken für Frieden und Freiheit in Europa und der Welt transparent zu machen – vor allem für die junge Generation, wie zuletzt bei einem Schülerkunst-Projekt im Unkeler Forum geschehen.

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