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Klassikreihe in Unkel: Carl-Loewe-Musiktage sind zurück

Klassikreihe in Unkel : Carl-Loewe-Musiktage sind zurück

Die renommierte Unkeler Klassikreihe findet an ungewöhnlichen Orten statt. Skandinavische Klänge und romantische Musik nordischer Komponisten erwarten dort die Zuhörer.

Viele bekannte Persönlichkeiten lebten in Unkel, so auch die Familie des Komponisten Carl Loewe – seine Frau und zwei Töchter mit ihren Familien. Sie erwarben das Haus am Unkeler Rheinufer im Jahr 1874 – jenes Gebäude, in dem 1839/40 auch der Lyriker Ferdinand Freiligrath gewohnt hatte. Zu Ehren von Carl Loewe, der von 1796 bis 1869 lebte und zur Entwicklung der Ballade als musikalischer Ausdrucksform erheblich beigetragen hat, stellt der Geschichtsverein Unkel alljährlich die Carl-Loewe-Musiktage in Unkel auf die Beine – es sei denn, eine Pandemie verhindert dies.

Nachdem die renommierte Klassikreihe im vergangenen Jahr coronabedingt auf nur vier Konzerte im kleinstmöglichen Rahmen mit lediglich etwa 25 Zuhörern limitiert werden musste, sollen die Musiktage in diesem Jahr wieder stattfinden – wenn auch mit erkennbar verringertem Programm. Nach der Absage der im Juni vorgesehenen Termine werde der Geschichtsverein „diese beliebten Konzerte unter der bewährten musikalischen Leitung von Marc Unkel nun Ende August und Anfang September stattfinden lassen“, erklärte Hubert Groß, Pressesprecher des Geschichtsvereins Unkel. In diesem Jahr stehen die Musiktage unter dem Motto „Sommer am Rhein“ und korrespondieren musikalisch mit dem Thema „Nordlichter“ des Kultursommers Rheinland-Pfalz.

Diesen Mottos folgend, hat Marc Unkel, 53-jähriger studierter Musiker und Musikwissenschaftler, skandinavische Klänge und romantische Musik nordischer Komponisten im Programm. Neben virtuosen Werken von Edvard Grieg, Michail Glinka, Louis Spohr, Niels Gade und Edward Elgar werden an den Wochenenden 20. bis 22. August sowie 3. und 4. September nordische Legenden und Balladen von Carl Loewe erklingen. 

Der in Löbejün bei Halle zur Welt gekommene Loewe gilt wegen seines „revolutionären Kompositionsstils“, so Groß, als einer der Komponisten, die weltweit „den Charakter der Ballade mitgeprägt“ haben. Zu den glühendsten Verehrern Carl Loewes zählte der Sänger und Musiker Udo Jürgens.

Zum Programm für 2021: „In acht Intermezzo-Serenaden werden die Zuhörer den Charme der Salonsoireen des 19. Jahrhunderts erleben können“, sagt Groß.

Den ganz besonderen Zauber der Carl-Loewe-Musiktage macht aus, dass die Konzerte an besonderen, mitunter der Öffentlichkeit kaum zugänglichen Örtlichkeiten stattfinden – wie etwa im lichtdurchfluteten Unkeler Palmenhaus mit „Nordlichter“, Arien, Melodien und virtuoser Kammermusik der Romantik oder im Salon und im Innenhof von Burg Unkel mit „Zauber des Nordens“ – Werken für Harfe, Klavier und Englischhorn.

Ausführende sind die aus Göteborg stammende Opernsängerin Victoria Granlund-Kaftan, die Londoner Solo-Oboistin Joanne Walter-Unkel, die Münchner Harfenistin Andrea Thiele und der Bonner Pianist Marc Unkel, der das Festival auch musikalisch leitet. Und: Nach jedem der neun Konzerte haben die Besucher die Möglichkeit, die Musiker bei einem Glas Wein persönlich etwas näher kennenzulernen.

„Die Veranstaltung wird sich in Art, Ablauf und Zuhörerzahl nach den zum Aufführungszeitpunkt geltenden Pandemiebestimmungen richten“, kündigte Groß an. Voraussichtlich werden im Palmenhaus jeweils 40 Besucher und in der Burg Unkel 30 Zuhörer Platz finden können.

Mehr Informationen und Termine gibt es unter http://geschichtsverein.unkel.info/termine/carl-loewe-musiktage.html.