7,5 Millionen-Euro-Projekt Erstes Hospiz im Kreis Neuwied ist bald fertig

Kreis Neuwied · Es ist die erste Einrichtung dieser Art im Kreis Neuwied: In Niederbieber entsteht das Rhein-Wied-Hospiz. Künftig können dort zwölf Hospizgäste aufgenommen und palliativ versorgt werden. Was die Einrichtung sonst noch bietet.

 Einen Rundgang über das fast fertiggestellte Rhein-Wied-Hospiz wagen Architekt Volker Michalowicz (v. l.), Christoph Drolshagen, Leiter Marienhaus Hospize, Armin Rieger und Rainer Kaul vom DRK, Egon Rademacher und Hans-Peter Knossalla vom Neuwieder Hospiz sowie Andreas Helsper, Baumanagement Marienhaus-Gruppe.

Einen Rundgang über das fast fertiggestellte Rhein-Wied-Hospiz wagen Architekt Volker Michalowicz (v. l.), Christoph Drolshagen, Leiter Marienhaus Hospize, Armin Rieger und Rainer Kaul vom DRK, Egon Rademacher und Hans-Peter Knossalla vom Neuwieder Hospiz sowie Andreas Helsper, Baumanagement Marienhaus-Gruppe.

Foto: Nicole Mehren

Modern, aber keineswegs abweisend, sondern so modern, dass das entstehende Gebäude einladend und warmherzig wirkt: Diesen architektonischen Spagat schafft das Rhein-Wied-Hospiz in Neuwied-Niederbieber. Das Haus ist die erste stationäre Einrichtung dieser Art im Kreis Neuwied. Der Baustelle sind die Fortschritte anzusehen: „Einer Eröffnung Ende August steht nichts mehr im Wege“, sagt Geschäftsführer Christoph Drolshagen.

Auf der Neuwieder Rheinhöhe, direkt am idyllisch plätschernden Aubach, entsteht das Rhein-Wied-Hospiz seit März vergangenen Jahres. Künftig können in dem Haus, dessen Erbauung laut Drolshagen voll im Zeit- und Kostenplan liegt, dann zwölf Hospizpatienten aufgenommen und hospizlich-palliativ versorgt werden. Ergänzend dazu entstehen ebenfalls Räume für ein Tageshospiz, in dem bis zu sechs Palliativpatienten einmal oder mehrfach in der Woche den Tag mit anderen Menschen zusammen mit hospizlicher Begleitung verbringen können.

Hospiz liegt am idyllisch plätschernden Aubach

Der Innenausbau ist in vollem Gange – ebenso wie die Suche nach Personal. Das 7,5 Millionen-Euro-Projekt schultern die Gesellschafter des Rhein-Wied-Hospizes, die Marienhaus GmbH, der Neuwieder Hospizverein, das DRK und die Franziskanerbrüder vom Heiligen Kreuz, gemeinsam. Zahlreiche Spenden sind eingegangen, um das kreisweit lang ersehnte Vorhaben zu realisieren. Die größte Zuwendung stammt dabei von der Else-Schütz-Stiftung aus Montabaur, die den Bau mit 1,25 Millionen Euro fördert.

Mit Manuela Götz konnte laut der Gesellschafter bereits eine äußerst kompetente Leiterin für das Hospiz gefunden werden. Sie wird von Marvin Maur als Pflegedienstleiter unterstützt. Beide führen bereits Gespräche mit künftigen Mitarbeitenden. Insgesamt werden circa 30 Pflegefachkräfte sowie Mitarbeitende in der Verwaltung und Hauswirtschaft gesucht, um die Gäste des Rhein-Wied-Hospizes bestmöglich zu betreuen. „Wir haben schon einige sehr kompetente Mitarbeitende für unser Hospiz gewinnen können“, findet Hospizleiterin Manuela Götz.

Das Rhein-Wied-Hospiz, das nach den Plänen des Neuwieder Architekturbüros Berghaus und Michalowicz gebaut wird, entsteht in naturnaher Umgebung am Aubach. Dabei war es den Architekten unter anderem besonders wichtig, dass der schöne alte Baumbestand an der Aubachstraße und am Aubach erhalten bleibt. Das Gebäude werde nach modernsten ökologischen Standards errichtet: Mehrere Wärmepumpen und eine Fotovoltaikanlage ermöglichen es, dass die Wärmeversorgung des Hauses ganz ohne Gasanschluss auskommen wird. Auch gegen mögliche Hochwasser vom Aubach ist das Gebäude bestens geschützt, teilten die Betreiber mit.

Die gesamte Dachfläche werde noch begrünt und das restliche Niederschlagswasser dem Wasserkreislauf zugeführt. Zum Erhalt der Retention bei Stauwasser des Aubachs steht ein Teil des Gebäudes vorsorglich auf Stützen. Das Haus verfügt über zwölf wohnliche Zimmer für die Hospizgäste. Auch Angehörige und Freunde können mit aufgenommen werden.

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