Exotische Nagetiere aus Südamerika Warum es mit dem Nachwuchs bei den Pakas im Zoo Neuwied nicht so einfach ist

Neuwied · Sie leben zwar bevorzugt monogam, doch bis sie Nachwuchs in die Welt setzen, muss bei den Pakas, den exotischen Nagetieren aus Südamerika, noch eine ganze Menge geschehen. Der Zoo Neuwied kann davon ein Lied singen.

 Eher klein kommen die Jungtiere der Pakas im Zoo Neuwied daher. Dabei gehören diese zu den größten Nagetieren Südamerikas.

Eher klein kommen die Jungtiere der Pakas im Zoo Neuwied daher. Dabei gehören diese zu den größten Nagetieren Südamerikas.

Foto: Lena Romeike

Nachwuchs ist bei den Pakas im Zoo Neuwied angekommen. Alexandra Japes, Biologin im Zoo Neuwied, berichtet, dass dies bei den exotischen Nagetieren aus Südamerika, die mit den Meerschweinchen verwandt sind, etwas ganz Besonderes ist: „Es gibt Tiere, die bei der Partnerwahl sehr wählerisch sind und bei denen viele Faktoren, die nur sie selbst kennen, genau stimmen müssen, damit es zur Paarung kommt.“ Dazu gehören auch die Pakas im Zoo Neuwied.

Nachwuchs im Zoo ist immer schön“, findet Japes, „besonders freuen wir uns aber natürlich, wenn dieser Nachwuchs das Ergebnis unserer tiergärtnerischen Bemühungen ist.“ Doch dabei gibt es eine Schwierigkeit: „Es gibt gerade unter den Säugetieren Tiere, über die in der Zoowelt so viel Wissen vorhanden ist und die so unkompliziert in ihrem Sozialverhalten sind, dass fast automatisch Nachwuchs entsteht, wenn man ein männliches und ein weibliches Tier im fortpflanzungsfähigen Alter zusammenbringt. Dann gibt es aber Tiere, die bei der Partnerwahl sehr wählerisch sind und bei denen viele Faktoren, die nur sie selbst kennen, genau stimmen müssen, damit es zur Paarung kommt“, so Japes.

 Die exotischen Tiere sind etwa mit den Meerschweinchen verwandt.

Die exotischen Tiere sind etwa mit den Meerschweinchen verwandt.

Foto: Danilo Gänsch

Dazu gehörten neben vielen Vögeln und Reptilien auch manche Kleinsäuger. So wie etwa die Pakas. Die Biologin besucht die Prinz-Maximilian-zu-Wied-Halle, das Südamerikahaus im Zoo Neuwied, und schaut vier rötlichbraunen Tieren mit hellen Flecken beim Verspeisen einer bunten Obst- und Gemüsemahlzeit zu. „Auch wenn sie in Größe und Färbung entfernt an Frischlinge erinnern, gehören sie zu den Nagetieren.“ Pakas streifen in ihrer südamerikanischen Heimat bei der Futtersuche als Einzelgänger umher und treffen sich nur zum Schlafen mit ihren Artgenossen.

Pakas erinnern in Größe und Färbung an Frischlinge

Nach vielen Reibereien unter den Pakas, mehreren Versuchen mit wechselnden Partnern, räumlichen Trennungen und Gehegeumgestaltungen sind die Mühen jetzt belohnt worden: Weibchen Nina brachte ihr erstes Jungtier zur Welt. Seitdem verläuft das Paka-Familienleben im Zoo äußerst harmonisch – sogar so harmonisch, dass anschließend ein zweites Jungtier geboren wurde.

„Paco und Joli sind nicht nur niedlich, sie bringen auch den Tagesablauf ihrer Eltern ziemlich durcheinander. Früher haben sich Nina und Ito als nachtaktive Nager nach dem Frühstück zum Schlafen zurückgezogen, und waren daher für die Besucher meist um 10 Uhr, wenn das Haus öffnet, gar nicht mehr zu sehen. Aber Paco und Joli halten, wie die meisten Kleinkinder, noch nicht viel von festen Schlafenszeiten und sind oft bis in den späten Vormittag herein aktiv“, schildert Japes.

Aber: Gewiss kehrt in Kürze ein bisschen Ruhe in den Tagesablauf der Pakas ein: Paco hat bald die Geschlechtsreife erreicht und soll in naher Zukunft ausziehen.

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