Center-Forum Unkel Gastredner von "Pro Naturpark Pur" argumentieren gegen den Windpark

UNKEL · Was kostet der geplante Windpark am Asberg Mensch und Natur tatsächlich? Dieser Frage wollte der Verein "Pro Naturpark Pur" (PNP) im Center-Forum Unkel bei einer Infoveranstaltung nachgehen. Rund 200 Interessierte waren gekommen, um dazu etwas vom Umweltökonomen Niko Paech aus Oldenburg, von dem Königswinterer Juristen und Energieexperten Thomas Mock sowie von Thomas Ottersbach, bis vor kurzem Mitglied des Unkeler Stadtrats, zu erfahren.

Windenenergie sei sauber, schütze das globale Klima, fülle die Gemeindekassen und senke regionale Strompreise, behaupten die Windpark-Befürworter. "Die Tatsachen sehen jedoch ganz anders aus", sagte der Vorsitzende des Vereins PNP, der Rheinbreitbacher Christoph Pie.

Schon die Produktion von Windrädern sei energie- und materialintensiv. Zudem würden Windparks Flächen verbrauchen sowie Fauna und Flora gefährden und verdrängen. Unter dem Strich gehe es bei dem geplanten Windpark am Asberg ums Geschäft und die Verbesserung der kommunalen Haushalte. "Energiesparen ist erforderlich", mahnte Niko Paech. Das sei der einzige Weg hin zu einer sinnvollen Energiewende. Er prangerte den weltweit zu hohen Energieverbrauch an und betonte, es gebe eben kein "grünes" Wachstum.

Auf die gesundheitsschädlichen Folgen durch Windkraftanlagen wies Thomas Mock hin. "Die neuen Windräder liegen drei Dezibel über den älteren. Das entspricht einer Verdoppelung des Lärms", rechnete er vor. Dieser werde sich von der Bergregion aus wie eine Decke über das schon durch Schienenlärm vorbelastete Tal legen. Sein zweites Argument gegen den Windpark: "Nicht die Kollision mit den Rotoren ist das Problem. Windräder mit einem Durchmesser von 117 Metern erzeugen Verwirbelungen mit einem extremen Unterdruck", sagte Mock.

Wenn kleinere Vögel und Fledermäuse diesen Bereich durchflögen, platzten ihre Lungenbläschen, so dass sie innerhalb der nächsten Tage innerlich verbluten. "Windkraftanlagen gehören nicht in eine schützenswerte Region und schon gar nicht ins Rheintal. Dessen Schönheit darf man nicht dem schnöden Mammon opfern", forderte der Fachmann, für den eine Umweltverträglichkeitsanalyse unumgänglich ist.

Damit sprach er offenbar Thomas Ottersbach aus der Seele, der sagte: "Es geht gar nicht darum, ob der Windpark am Asberg wirtschaftlich ist. Das ist allein die Baustelle des Investors. Es geht um nichts Geringeres als um unsere Heimat." Aber nicht nur die VG Unkel habe vor, diese einmalige Landschaft durch Windräder zu zerstören, warnte er.

Auch Remagen plane auf den Rheinhöhen Windanlagen. "Die Erpeler sitzen dann in der VIP-Lounge", stellte er sarkastisch fest. Ein Bürgerbegehren sei zwar nicht möglich, aber im Mai 2014 stünden Kommunalwahlen an. "Machen sie den Kandidaten dann deutlich, was Sie von Ihrem Volksvertreter erwarten", riet Ottersbach.

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