Scott Krause ist ab Mai erster hauptamtlicher Chef Historiker wird Leiter des Willy-Brandt-Forums in Unkel

Unkel · Ein deutsch-amerikanischer Historiker ist der erste hauptamtliche Chef im Unkeler Willy-Brandt-Forum. Der derzeit an der University of North Carolina in Chapel Hill tätige Scott Krause leitet ab Mai das Museum für Zeitgeschichte, das an das Leben und politische Wirken des sozialdemokratischen Politikers erinnert.

 Neuer Leiter des Willy-Brandt-Forums in Unkel ist ab Mai der 38 Jahre alte deutsch-amerikanische Historiker Scott Krause.

Neuer Leiter des Willy-Brandt-Forums in Unkel ist ab Mai der 38 Jahre alte deutsch-amerikanische Historiker Scott Krause.

Foto: Jens Jeske

Welchen Wert Unkel für Willy Brandt hatte, weiß Scott Krause sehr genau. „Willy Brandt wirkte von Unkel aus in die Welt. Der spanische Premier Felipe González sprach von einem Weltdorf. Hier schrieb Brandt seine Erinnerungen und engagierte sich ab 1979 als international hochgeachteter Staatsmann für eine globale Friedens- und Entwicklungspolitik“, so Krause. Der 38 Jahre alte Historiker, derzeit als Privatdozent für Geschichte an der University of North Carolina in Chapel Hill tätig, übernimmt die Leitung des Unkeler Willy-Brandt-Forums. Ab Mai ist der Deutsch-Amerikaner im Museum am Willy-Brandt-Platz tätig, wie der Vorstand der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung in Berlin am Dienstag berichtete.

Krause gilt als anerkannter Brandt-Experte und als ein vielseitiger Kurator, der bereits in verschiedenen Geschichtsmuseen Ausstellungen entwickelt und betreut hat, wie die Stiftung erklärte. Zuletzt hat er die geplante neue Dauerausstellung des Berliner Alliierten-Museums im Flughafen Tempelhof mitkonzipiert. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf Zeitgeschichte, der Geschichte der Demokratie sowie der transatlantischen Beziehungen. Scott Krause war an verschiedenen deutschen und US-amerikanischen Institutionen als sogenannter Research Fellow tätig, darunter am renommierten Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam.

2017 erhielt Krause den Willy-Brandt-Preis für Zeitgeschichte

Im Jahr 2017 erhielt Krause für seine Dissertation den Willy-Brandt-Preis für Zeitgeschichte, gestiftet von der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung. Im Mai dieses Jahres erscheint – zeitgleich mit seinem Dienstantritt in Unkel – sein prämiertes Buch „Vorposten der Freiheit – Remigranten an der Macht im geteilten Berlin (1940-1972)“.

Aktuell ist er als Privatdozent für Geschichte an der University of North Carolina in Chapel Hill, der ältesten staatlich geförderte Universität der Vereinigten Staaten. Zuvor hatte er in Göttingen, Los Angeles und Freiburg studiert. „Die Verpflichtung von Scott Krause als Leiter des Willy-Brandt-Forums Unkel ist ein Glücksfall. Seine internationale Expertise als Historiker und seine umfangreichen Erfahrungen als Kurator werden für die Weiterentwicklung des Museums von außerordentlichem Wert sein“, sagte Ulrich Schöler, Vorstandsvorsitzender der Stiftung. „Ich wünsche ihm viel Erfolg und Freude dabei, in unmittelbarer Nähe zu Brandts Regierungssitz als Kanzler in Bonn weiterhin historische und politische Themen in die Region zu bringen und an diesen großen deutschen Politiker zu erinnern“, so Schöler.

Erster hauptamtlicher Leiter des 2011 eröffneten Museums

Krause ist der erste hauptamtliche Leiter des 2011 eröffneten Museums für Zeitgeschichte, das seit 2021 eine Außenstelle der in Berlin ansässigen Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung ist. Der 38-Jährige weiß, was ihn erwartet. „Ich freue mich, alle vor Ort kennenzulernen: die Bürgerinnen und Bürger – und ganz besonders das Ehrenamtsteam der Bürgerstiftung. Es hat in Eigeninitiative Erhebliches geschaffen, das es erfolgreich fortzuführen gilt“, erklärte Krause.

Und auch Christoph Charlier, Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung, ist voll des Lobes für den neuen Leiter: „Die Bürgerstiftung freut sich auf einen ausgewiesenen Historiker mit Erfahrung in der Museumsarbeit. Erstmals wird unsere ehrenamtliche Arbeit durch eine hauptamtliche Leitung des Museums gestärkt und gefördert“, findet Charlier. „Die Bürgerstiftung tritt mit Offenheit, Motivation und starker Erwartung in eine neue Phase“, so Charlier.

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