Neue Strecken ab 10. Dezember Kreis Neuwied baut ÖPNV-Kooperation mit dem Rhein-Sieg-Kreis aus

Kreis Neuwied/Rhein-Sieg-Kreis · Der Fahrplanwechsel am Sonntag, 10. Dezember, bringt weitere Neuerungen und Verbesserungen in den Verbandsgemeinden Asbach und Linz. Möglich macht es die RSVG, die weitere Linien im Kreis Neuwied übernimmt. Diese Art der kreisübergreifenden Kooperation gibt es seit 2020. Der GA erklärt, was sich genau verbessert.

 Neue Busverbindungen – auch für den Schulbusverkehr – bietet jetzt die RSVG im Kreis Neuwied an. Nicht selten sind es Linien, die Kommunal, Kreis- und Landesgrenzen überschreiten.

Neue Busverbindungen – auch für den Schulbusverkehr – bietet jetzt die RSVG im Kreis Neuwied an. Nicht selten sind es Linien, die Kommunal, Kreis- und Landesgrenzen überschreiten.

Foto: Frank Homann

Seit 2020 überschreiten sie Grenzen: wissentlich und behördlich abgesegnet. Der Kreis Neuwied und der Rhein-Sieg-Kreis wollten damals ihre jeweiligen Bus-Angebote nicht länger von Kreis-, Kommunal- oder Landesgrenzen limitieren lassen. So gibt es etwa Linien, die von Asbach in Richtung Siegburg fahren, oder einen Schnellbus von Asbach über Windhagen nach Bad Honnef. Da diese Verbindungen rege genutzt werden, bringen beide Kreise neue Verbindungen in die Spur. Schon zum Fahrplanwechsel am Sonntag, 10. Dezember, geht es los.

Erweiterte Kooperation: Künftig nimmt die Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft (RSVG) auch das sogenannte Linienbündel Linz in sein Angebot auf. „Es freut mich sehr, dass die seit Juni 2020 bestehende Kooperationsvereinbarung zwischen dem Rhein-Sieg-Kreis und dem Landkreis Neuwied zur Bereitstellung des Busverkehrs in den Verbandsgemeinden Asbach, Unkel und Linz durch die RSVG erweitert werden konnte“, findet Landrat Achim Hallerbach.

Neue Linien: Der Betrieb der bisher in Verantwortung der DB Regio Bus Rhein-Mosel stehenden Linien 135, 136, 138, 139 und 172 endet am Samstag, 9. Dezember. An ihre Stelle treten neue Linien der RSVG mit überarbeiteten Linienwegen und neuen Fahrplänen: Es sind die Linie 176 Linz von Dattenberg über Roßbach nach Waldbreitbach, die 177 Linz-Ockenfels, 178 Windhagen-Neustadt, 179 Linz, Sankt Katharinen, Vettelschoß und Windhagen, 180 Linz, Kasbach, Ohlenberg, Kalenborn, Vettelschoß und Neustadt, 181 Linz, Sankt Katharinen und Neustadt, 182 Neustadt, Vettelschoß und Notscheid sowie die 183, der Grundschul- und Kindergartenverkehr Sankt Katharinen. Das Busverkehrsangebot in Linz werde mit den neuen Linien erheblich ausgeweitet, teilten die RSVG und der Kreis Neuwied mit.

Einzelne Neuerungen: Die Linie 176 Linz-Waldbreitbach ersetzt die bisherigen Linien 136 und 172. Angeboten wird montags bis freitags ein Zweistundentakt bis circa 20 Uhr, der in den Hauptverkehrszeiten zu stündlichen Fahrmöglichkeiten verdichtet wird. Zwischen Linz Bahnhof und Dattenberg wird neu der direkte Weg via B 42 gefahren, sodass sich die Fahrzeiten von 20 auf sechs Minuten sinken. Weiteres Exempel: Die bisherige Linie 135 im Korridor zwischen Linz, Sankt Katharinen, Vettelschoß und Neustadt weist bislang mehrere verschiedene Linienwege, einen dadurch unübersichtlichen Fahrplan und Fahrwege mit sehr vielen Umwegen und langen Fahrzeiten auf. Ihr Angebot wird daher auf die vier neuen Linien 179, 180, 181 und 182 mit jeweils einheitlicher und direkterer Führung aufgeteilt. Die größeren Ortslagen Roniger Hof, Kasbach, Ohlenberg, Kalenborn, Vettelschoß und Sankt Katharinen sowie das Linzer Krankenhaus erhalten künftig montags bis freitags mindestens stündliche Busverbindungen bis circa 21 Uhr anstelle der bisher unsystematischen Fahrpläne. Und: Am Wochenende wird ein Busverkehr im Zwei-Stundentakt und damit erstmals überhaupt eine regelmäßige ÖPNV-Anbindung für den Höhenbereich eingerichtet.

Neue Direktverbindung: Die Linie 179 Linz-Windhagen stellt eine neue Direktverbindung vom Bahnhof Linz über Neutor, Roniger Hof, Linz Krankenhaus, Ginsterhahn, Sankt Katharinen, Notscheid, Vettelschoß und Hallerbach nach Windhagen her. Sie verkehrt montags bis freitags im Stundentakt sowie am Wochenende alle zwei Stunden. Am Bahnhof Linz bestehen Anschlüsse zum Bahnverkehr sowie zu den anderen Buslinien und in Windhagen zur Schnellbuslinie SB51 nach Asbach und Bad Honnef. Die Linie 180 Linz-Neustadt bekommt nun am Schulzentrum Neustadt sogenannte systematische Anschlüsse, so von und nach Asbach, Eitorf und Neuwied. Das Busnetz Asbach wird zum Fahrplanwechsel ebenfalls weiterentwickelt. Zwischen Neustadt und Asbach sowie im Raum Windhagen entfallen die bisher noch von der DB Regio Bus Rhein-Mosel GmbH betrieben Linien 131, 139 und 140. An ihre Stelle treten laut RSVG verbesserte beziehungsweise neue Angebote der RSVG-Linien 178, 179, SB51, 539 und 564. Außerdem gibt es Fahrplanänderungen auf der Linie 562.

Schnellbuslinie: Auf der Linie SB51 Bad Honnef, Windhagen und Asbach werden zwei zusätzliche Fahrtenpaare in den Abendstunden eingerichtet, sodass die Linie zwei Stunden länger verkehrt. Die letzten Abfahrten finden ab 10. Dezember täglich um 23.32 Uhr ab Bad Honnef, respektive 22.36 Uhr ab Asbach statt. An der Haltestelle Windhagen Bürgerzentrum entsteht ein neuer Knotenpunkt, an dem die Linie SB51 in beiden Fahrtrichtungen stündlich oder am Wochenende alle zwei Stunden mit der neuen Linie 179 in Richtung Hallerbach, Vettelschoß, Sankt Katharinen, Linz Krankenhaus und Linz Bahnhof verknüpft wird.

Verbindung Eitorf bis Neustadt: Die neue Linie 564 Eitorf, Asbach und Neustadt hat in Eitorf direkten Anschluss an den Rhein-Sieg-Express von und nach Köln, respektive Siegen. Und: Die Linie 539 Oberpleis, Buchholz, Asbach und Neustadt erhält einen optimierten Fahrplan, sodass sie sich zwischen Asbach und Neustadt mit der Linie 564 ergänzt. Auf dem überwiegend im Rhein-Sieg-Kreis verlaufenden Abschnitt Oberpleis bis Buchholz werden Taktlücken geschlossen. Dadurch ergibt sich montags bis freitags bis circa 20.30 Uhr ein durchgehender Stundentakt mit Anschluss an die Linie SB52 Hennef-Asbach in Buchholz. Ebenso entstehen bessere Rückfahrmöglichkeiten nach Schulende der weiterführenden Schulen in Oberpleis.

Mehr Service: Als ein erfreuliches Ergebnis der „perspektivischen Kooperation“ bezeichnet Verkehrsdezernent Michael Mahlert das umfangreiche Gesamtwerk. „Die Planung ist ein guter 1. Aufschlag zu noch mehr Service und eine Grundlage, auf der sich aufbauen lässt“, sagt Helga Zoltowski vom Verkehrsdezernat des Kreises, unter deren Regie das ÖPNV-Konstrukt ausgearbeitet wurde. Wie RSVG-Geschäftsführer Volker Otto erklärt, benötigten solche Umstellungen stets eine gewisse Zeit der Orientierung, aber man habe versucht, bestmögliche Lösungen für die Fahrgäste zu erreichen.

Die aktuellen Fahrpläne gibt es unter www.rsvg.de oder www.vrminfo.de.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort