Langjährige Landtagsabgeordnete Trauer um resolute Sozialdemokratin Renate Pepper aus Linz

Dattenberg · Sie konnte einfach gut Dinge zu Ende bringen: Ob in ihrer politischen Arbeit im Landtag von Mainz, im Kreistag in Neuwied oder in ihrem Kleinkunstcafé. Überraschend ist Renate Pepper, langjährige SPD-Landtagsabgeordnete aus Dattenberg, mit 72 Jahren gestorben.

Nah bei den Menschen zu sein, das war der Linzer Landtagsabgeordneten Renate Pepper (SPD, links im Bild) wichtig – wie hier bei einem Besuch von Ministerpräsident Kurt Beck in der Linzer Altstadt.

Nah bei den Menschen zu sein, das war der Linzer Landtagsabgeordneten Renate Pepper (SPD, links im Bild) wichtig – wie hier bei einem Besuch von Ministerpräsident Kurt Beck in der Linzer Altstadt.

Foto: Frank Homann

Resolut und durchsetzungsfähig war sie, ohne dabei Lautstärke oder übertrieben starke, gar unangemessen scharfe Worte einzusetzen. Renate Pepper strahlte stets eine froh gestimmte Art aus, gleichzeitig konnte diese Grundeinstellung niemals darüber hinwegtäuschen, dass sie ihre Ziele zu erreichen gedachte. Am Sonntag ist die frühere Landtagsabgeordnete der SPD aus Dattenberg im Alter von 72 Jahren gestorben.

In die Politik kam Renate Pepper kurz nach ihrer Ausbildung zur Steuerfachgehilfin. Dann nämlich nahm sie von 1970 bis 1976 ihre Arbeit als Mitarbeiterin der SPD-Bundestagsfraktion in Bonn auf, 1971 trat sie in die Partei ein. Nach einem Studium an der Katholischen Fachhochschule Köln ging sie zunächst dorthin, wo sie am dringendsten gebraucht wurde: Sie übernahm das Lebensmittelgeschäft ihrer Eltern in Linz. Danach betrieb sie ein weit über die Grenzen von Linz beliebtes Kleinkunstcafé und einen Musikverlag. Nah bei den Menschen zu sein, das konnte sie.

Engagiert gegen Altersarmut und auch in der Medienpolitik

1991 zog Renate Pepper erstmals in den rheinland-pfälzischen Landtag ein und arbeitete dort 20 Jahre. Von 1997 bis 2011 war sie stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion. Ihr Wort hatte Gewicht in Mainz. Gleichzeitig blieb sie kommunalpolitisch aktiv – im Kreistag etwa. Von 2003 bis 2010 war sie SPD-Kreisvorsitzende.

Ein großes Feld ihres Engagements lag in der Medienpolitik: 25 Jahre lang war sie der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) Rheinland-Pfalz in unterschiedlichen Funktionen und Positionen eng verbunden. So auch als Direktorin der LMK von 2012 bis 2018 und als Vorsitzende der Versammlung von 2001 bis 2011. Seit ihrem Ausscheiden aus dem Amt der Direktorin der LMK engagierte sich Pepper auf vielfältige Weise ehrenamtlich in Linz – etwa im Seniorenbeirat der Verbandsgemeinde oder in der Arbeiterwohlfahrt.

„Mit Renate Pepper trauern wir um eine wunderbare und den Menschen zugewandte Persönlichkeit. Die Medienanstalt Rheinland-Pfalz hat ihr sehr viel zu verdanken. Renate Pepper war die erste Frau als Vorsitzende der Versammlung sowie die erste Direktorin der Medienanstalt“, erklärte Albrecht Bähr, Versammlungsvorsitzender der Medienanstalt Rheinland-Pfalz. „Ihr großartiges Engagement für Medienkompetenz, Medienvielfalt, Kinder- und Jugendmedienschutz und die Offenen Kanäle hat in Rheinland-Pfalz und bundesweit für hohe Anerkennung gesorgt“, so Bähr. „Sie hat mit Weitblick und großem Einsatz wichtige Weichen für das gesellschaftliche Miteinander und den Medienstandort Rheinland-Pfalz gestellt“, sagte Marc Jan Eumann, Direktor der Medienanstalt.

Wer sie kennt, weiß, dass sie noch viel vorgehabt hat – auch im Ruhestand: Vor allem der Bekämpfung der Altersarmut galt in jüngster Zeit ihr Einsatz.

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