Kunst in Linz Marion Menzel stellt ihre Werke im Moltigebäude aus

Linz · Dass man Tee nicht nur trinken, sondern die klein geschnittenen Blätter auch als Oberfläche von Objekten benutzen kann, davon kann man sich zur Zeit beim Kunstverein Linz im Moltigebäude überzeugen. In die beiden Ausstellungsräume im Erdgeschoss ist die Kölner Künstlerin Marion Menzel mit rund 30 Tee-Arbeiten eingezogen.

 Blumentöpfe mit blauen Kunststofftrieben hat Marion Menzel mit Teeblättern überzogen.

Blumentöpfe mit blauen Kunststofftrieben hat Marion Menzel mit Teeblättern überzogen.

Foto: Frank Homann

"Als Teetrinkerin bin ich eher zufällig auf dieses Material gestoßen, dessen Struktur mich einfach fasziniert", so die Künstlerin. Einen symbolischen Gehalt dürfe man in der Verwendung dieses Genussmittels nicht suchen, wohl aber in ihren Arbeiten wie etwa in den nebeneinander aufgereihten Headsets. "Hinter solchen Kopfhörern verschanzen sich vor allem Jugendliche und schotten sich so leider von ihren Mitmenschen ab", monierte Menzel.

Kritik an der nicht zufriedenstellenden Unterstützung kultureller Aktionen drückt ihre "Kulturpflanzung" aus, 230 kleine, mit Teeblättern überzogene Blumentöpfe, aus denen viele strahlend-blaue Kunststofftriebe sprießen. Nudelholz und Teppichklopfer, natürlich im Teeblattmantel, gehören zu der "Hausmacht" und erinnern an die Zeiten, in denen diese Haushalts-Gegenstände noch zur Erziehung zweckentfremdet wurden.

"Man hat zwar den Eindruck von einer weichen und sanften Oberfläche, in Wahrheit sind die mit Leim aufgetragenen Teeblätter jedoch hart und kratzig", so Menzel. Mit ihren Arbeiten schafft sie neue Realitäten und treibt so ein Spiel mit der subjektiven Wahrnehmung des Betrachters.

Die sehenswerte Ausstellung von Marion Menzel ist noch bis zum Samstag, 27. Oktober, jeweils donnerstags und freitags von 18 bis 20 Uhr sowie samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr in den Räumen des Linzer Kunstvereins an der Asbacher Straße 2, zu sehen.

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