Bürgerinitiative gegen Umweltschäden durch die Bahn Bahnlärm-Netzwerk fordert neue Schienenpolster am Mittelrhein

Region · Die Bürgerinitiative im Mittelrheintal gegen Umweltschäden durch die Bahn will nicht nur mit dem Einbau von Schienenpolstern den Krach von der Schiene mindern. Auch beim Thema Lärmschutzwände stellt sie eine klare Forderung auf.

Die Menschen im Rheintal – wie auf unserem Foto in Königswinter – wünschen sich rasche Lösungen, damit der tägliche Krach von der Schiene weniger wird.

Die Menschen im Rheintal – wie auf unserem Foto in Königswinter – wünschen sich rasche Lösungen, damit der tägliche Krach von der Schiene weniger wird.

Foto: Frank Homann

Nachdem die Einführung eines Tempolimits für Güterzüge im Mittelrheintal auf sich warten lässt, fordert die Bürgerinitiative gegen Umweltschäden durch die Bahn nun rasche technische Lösungen, um für die Anwohner und Besucher am Rhein den Krach von der Schiene und die nicht minder nervigen Erschütterungen zu minimieren.

Um den Lärm zu reduzieren, haben schweizerische Wissenschaftler sogenannte „Rail Pads“ entwickelt, die den Lärm im Gleis dämpfen, wie Willi Pusch, Vorsitzender der Bürgerinitiative, berichtet. Die Schienenpolster liegen zwischen den Gleisen und sind normalerweise aus hartem Kunststoff gefertigt. „Es wurde ein Verbundmaterial – außen eine harte Schale und innen ein weicher Kern – entwickelt“, erklärt Pusch weiter.

Testmessungen im schweizerischen Kanton Luzern seien im Hinblick auf die Lärmreduktion und die Verringerungen von Erschütterungen erfolgreich verlaufen. „Diese innovativen Pads reduzieren den Lärm erheblich und sind vom Preis her günstig“, berichtet der Bahnlärmvereinsvorsitzende. „Da müssen wir als Bürgerinitiative auf die Bahn einwirken, damit nicht weiterhin alte Lärmschutztechnik im Rheintal verbaut wird“, fordert er.

Dies gelte auch für neue Techniken in Sachen Lärmschutzwände. Wie Pusch berichtet, haben in Deutschland Wissenschaftler sogenannte Metamaterialien entworfen, die die Möglichkeit haben, die erzeugten Schallwellen so zu lenken, dass sie um ein Hindernis herumgelenkt werden, und somit der Schallpegel verringert wird.

Willi Pusch zeigte sich erfreut darüber, dass jetzt die Deutsche Bahn (DB) auf hochmoderne Technik setzt, um den Lärm an Schienenwegen zu reduzieren. So teste die DB sogenannte transparente Lärmschutzwände entlang der Gleise in Ahrensburg – im Südosten von Schleswig-Holstein gelegen. „Das Modell befindet sich zwar in der Entwicklung, ist aber eine weitere innovative Variante, den Lärm zu reduzieren“, so Pusch. Der Einsatz von hochmodernen Metamaterialien ist „zwar noch in der Entwicklung, sollte aber in einem Pilotprojekt auch im Rheintal getestet werden“, fordert der Chef der Bürgerinitiative. Dieses sei „deutlich besser als alles, was bislang eingebracht wurde“, findet Pusch.

Bahnlärmgegner gehen gemeinsam auf die Straße

Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, fordert die Bürgerinitiative alle Betroffenen auf, an der nächsten großen Demonstration teilzunehmen. Diese stellen die Bundesvereinigung gegen Schienenlärm und Bürgerinitiative im Mittelrheintal gegen Umweltschäden durch die Bahn zusammen auf die Beine. Sie ist geplant am Samstag, 22. April, ab 13 Uhr, auf dem Bahnhofsvorplatz in Koblenz. Anlass des Datums ist der Internationale Tag gegen Lärm. Die Kundgebung soll bis 15 Uhr laufen.

Die Demonstrierenden fordern vor allem eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 50 Stundenkilometer für Güterzüge – insbesondere für die Nachtstunden. Zweiter wichtiger Punkt auf der Lärmschutzagenda ist, dass rasch eine Alternativtrasse – etwa über den Westerwald – gebaut werden soll, der das Weltkulturerbe Mittelrheintal vom Krach von der Schiene entlastet. Ebenso, so fordern die Bürgerinitiativen, sollen die Grenzwerte, die eine Sanierung von Lärmschutzanlagen notwendig machen, gesenkt werden.

Mehr Informationen gibt es unter www.bahnlaerm-mittelrhein.de

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