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Tiere zum Anfassen im Zoo Neuwied: Neue Zooschule im Neuwieder Zoo bekommt drei Klassen

Tiere zum Anfassen im Zoo Neuwied : Neue Zooschule im Neuwieder Zoo bekommt drei Klassen

Ein Großspende ermöglicht den Beginn der Bauarbeiten im Neuwieder Zoo. Jährlich kommen 300 Lerngruppen in der Zooschule zu Besuch.

Schon wenn Berberlöwe Schröder bloß gähnt, löst er damit Begeisterungsstürme bei seinen Zuschauern aus. Die 14 Jahre alte Großkatze muss nicht mal majestätisch brüllen, um sich als Publikumsliebling im Neuwieder Zoo zu etablieren. Denn schon mit einem Gähner zeigt Schröder, der 2006 im Zoo geborene Löwenrudelchef, seine imposanten Reißzähne. Eine andere Attraktion des Tierparks, die tagtäglich viele Besucher anzieht, ist schon deutlich älter als Schröder und bekommt jetzt ein völlig neues Aussehen: Nach 30 Jahren erhält die Zooschule einen Neubau.

Wie wichtig die Zooschule für den Zoo Neuwied ist, zeigt eine beeindruckende Zahl: Rund 300 Klassen und Gruppen – vom Vorschulalter über die Grundschule bis zur gymnasialen Oberstufe – erhalten dort im Jahr Unterricht zu Themen wie Evolution, Ökologie, Verhaltensbiologie und Ethik, angepasst an den Lehrplan des Landes. Hinzu kommen circa 400 privat gebuchte Programme wie Kindergeburtstage und Zooführungen.

Nach Jahren einer Containerlösung machte jetzt eine Großspende den Beginn der Bauarbeiten möglich. Hintergrund: Über viele Jahre hatte der Zoo Neuwied versucht, öffentliche Mittel zum Neubau der Zooschule zu erhalten. Allerdings sind alle Anträge auf Fördergelder durch die entsprechenden Stellen abgelehnt worden, berichtet Zoodirektor Mirko Thiel. Umso erleichterter war er darum über die Nachricht, dass die Else Schütz Stiftung gGmbH die kompletten Baukosten des Zooschulneubaus übernimmt. Die Stiftung mit Sitz in Montabaur fördert sowohl Erziehung und Bildung als auch den Tierschutz. Im Hintergrund der Stiftung stehen die Schütz-Werke in Selters, ein Industrieunternehmen, welches sich insbesondere durch die Produktion von Containern sowie Windenergieanlagen international einen Namen gemacht hat.

Apropos Container: Die bisherige Zooschule war zuletzt in einem alten Containergebäude untergebracht und verfügte nur über einen Schulraum, ein Büro und einen kleinen Lagerraum. Der Platzmangel war laut Thiel in den vergangenen Jahren immer wieder Grund dafür, dass Anfragen von Schulen abgelehnt werden mussten, da in den Räumlichkeiten immer nur ein Programm zur gleichen Zeit stattfinden konnte.

Der Neubau, der sich wie das alte Gebäude bisher am Rand des Spielplatzes befinden wird, bekommt drei helle Zooschulräume mit moderner Ausstattung, die sich durch flexible Trennwände verbinden lassen, sowie ein großes Büro und Lager. So können drei Lerngruppen gleichzeitig betreut werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, die Räume auch als Veranstaltungsort für Fachtagungen oder ähnliche Treffen zu nutzen. Zusätzlich verfügt das Gebäude über eine von der Zooschule räumlich getrennte Toilette, die allen Zoobesuchern zur Verfügung steht und bisher in Spielplatznähe vermisst wurde.

Wie hoch die Spende ausgefallen ist, dazu machte der Zoo keine Angaben. Die Besucher werden laut Thiel durch die Bauarbeiten kaum beeinträchtigt und können alle Tiere im Zoo sehen. Lediglich einige Spielgeräte sind vorübergehend abgebaut und werden nach dem Ende der Bauarbeiten wieder montiert.