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Programm Obere Burg: Kulturjahr beginnt mit Klassik

Programm Obere Burg : Das Kulturjahr beginnt mit Klassik

Der Förderkreis Obere Burg in Rheinbreitbach (Kreis Neuwied) hat das Kulturprogramm für 2022 vorgestellt. Start ist am 23. Januar mit dem Jungen Forum Klassik. Auch das mehrfach verschobene Beethoven-Geburtstagskonzert soll dieses Jahr stattfinden.

Auf die letzte Minute hatte der Förderkreis Obere Burg in Rheinbreitbach (Kreis Neuwied) das Jahresprogramm 2022 in den Druck gegeben. „Als wir die Weihnachtspost an unsere Mitglieder abgeschickt haben, war das beiliegende Programm noch warm“, sagte Vorsitzender Günter Ruyters schmunzelnd. Normalerweise zurrt der Vorstand das Paket für die kulturellen Veranstaltungen des Folgejahres bereits im April, spätestens Mai fest; coronabedingt wartete er diesmal ab – und legte nun in Zeiten, in denen eine Veranstaltung nach der anderen von Karneval bis Konzert abgeblasen wird, mutig ein komplettes und anspruchsvolles Repertoire für das Jahr 2022 vor, mit zehn Punkten.

Start ist am Sonntag, 23. Januar, 17 Uhr, mit dem Jungen Forum Klassik, das nun zum fünften Mal in der Verantwortung von Brigitte Lindner in der Nachfolge von Edda Moser und Kelly Klesie-Moog steht; dazu gibt es noch einige Karten. Den Schlusspunkt setzt wie immer ein Weihnachtskonzert. Dazwischen gibt es einen guten Mix aus klassischer Musik, Jazz, Swing und Kabarett; auch das mehrfach verschobene Beethoven-Geburtstagskonzert soll nun mit Benjamin Moser stattfinden, erläuterten Günter Ruyters und der neue Pressesprecher des Vereins, Peter Steilen, bei der Vorstellung der Aktivitäten, die auf zwei Schienen laufen. Dazu gehören einerseits die Förderung von Kunst und Kultur und zum anderen die Pflege der Oberen Burg als geschütztes Kulturgut.

Vielen Absagen und Verschiebungen

Dabei werden die Mittel für Bauarbeiten an der Burg aus Mitgliedsbeiträgen generiert, wie es schon die Satzung des Förderkreises vorsieht. Die Veranstaltungen indes sollen sich über die Einnahmen aus dem Verkauf von Eintrittskarten tragen. Diese Strategie ist bisher auch aufgegangen. Doch Corona schlug auch hier Wunden.

Die einzige Veranstaltung zwischen Februar 2020 und Juni 2021 war die Wein-Comedy im September 2020. Mit vielen Absagen, Umplanungen und Verschiebungen musste sich der Vorstand plagen. Im Juni 2021 nahm der Förderkreis das Veranstaltungsprogramm wieder auf mit sieben Terminen bis zum Dezember. Die gute Stube, der Saal in der Oberen Burg, war allerdings nicht bespielbar. Dessen Gemütlichkeit passt nicht zu den Corona-Vorschriften. Deshalb wurden die Veranstaltungen im vergangenen Jahr in das Hotel und Restaurant Villa von Sayn sowie in das Evangelische Gemeindezentrum verlegt. Das bleibt auch zunächst so.

Einige Einnahmen fielen weg

Den beiden Häusern, die ihre Räume mietfrei zur Verfügung stellen, galt großer Dank der Vereinsspitze. Die Ortswechsel bedeuteten dennoch höhere Kosten, denn der Konzertflügel muss von der Oberen Burg jeweils an die Aufführungsstätte transportiert werden, und die Einnahmen aus dem Getränkeverkauf entfallen. „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, so Günter Ruyters, auch dank einer Spende der Volksbank. Zudem unterstützt das Haus von Sayn mit kostenlosen Übernachtungen für Künstler den Förderverein. Die Drucksachen erledigt ohne Entgelt das Medienhaus Plump.

„Unsere Besucher waren sehr glücklich über die Wiederaufnahme der Veranstaltungen, vor allem im Winter jedoch auch zunehmend ängstlich“, so Günter Ruyters. Insofern fielen einige Einnahmen weg, zudem sind einige angemeldete Besucher nicht erschienen. „Aber das geht nicht an die Substanz.“ Mit Corona entfiel auch der Verkauf der Eintrittskarten in den Vorverkaufsstellen. Nun gehen Bestellungen per E-Mail und Telefon ein. Ruyters: „Ein Gutes hat das trotz Mehrarbeit – so haben wir einen noch viel engeren Kontakt zu den Besuchern.“ Auf diese Weise fanden auch einige Neumitglieder zum Förderkreis. „Unsere Mitgliederzahl hat eine leichte Tendenz nach unten, auch durch einige Todesfälle, und liegt zwischen 180 und 200.“

Förderkreis will Wege im Park sanieren

Im Vorstand haben sich Veränderungen ergeben. Nicht an der Spitze, wo Ruyters von seinen Stellvertretern Christa Schäfer-Roth und Bernhard Groß unterstützt wird. Aber so übernahm etwa Michael Tillmann die Aufgabe des Schatzmeisters und Stefanie Lahr ist nun Leiterin der Service-Teams, bei denen auch ein nahtloser Wechsel stattfand, seit Jahrzehnten tätige Frauen gingen in Ruhestand.

Durch Corona war auch auf der zweiten Schiene nichts passiert. Nun möchte der Förderkreis vor allem die Wege im Park sanieren – und dies gemeinsam mit anderen Vereinen des Ortes. „Wir hoffen, dass wir das 2022 hinbekommen“, so Ruyters. Abgewartet werden muss die Instandsetzung der Schulstraße durch die Gemeinde, von der bei Starkregen „Wasserstraßen“ in den Park entstehen. Dazu laufen Gespräche mit Bürgermeister Roland Thelen. Angebote wurden bereits eingeholt. „Wir bewegen uns im Bereich eines mittleren fünfstelligen Betrags“, sagt Ruyters. Auch auf der zweiten Schiene stellte der Förderkreis die Weichen auf Volldampf.